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NEW YORK, NY - AUGUST 01:  A view of atmosphere at Moto X Launch Event on August 1, 2013 in New York City.  (Photo by Bryan Bedder/Getty Images for Motorola Mobility)

Das Moto X bei der Präsentation im vergangenen August. Bild: Getty Images North America

Motorolas Moto X

Das Android-Smartphone für faule Hunde im Test 

Ein Smartphone, das sich einschaltet, wenn man es anspricht. Und Fotos macht, wenn man es schüttelt: Im Wettbewerb um bedienungsfreundliche Gadgets hat Motorola seinem Moto X witzige Funktionen verpasst. In der Schweiz bleibt es Mangelware – ein herber Verlust?

18.02.14, 00:16 22.02.14, 17:14

Ein Artikel von

matthias kremp, spiegel online

Das Moto X könnte Motorolas letzte grosse Neueinführung als Google-Tochter sein. Bald will der chinesische Lenovo-Konzern die Mobile-Sparte der Firma übernehmen. Was dann aus der Firma wird, ist unklar.

Man kann aber davon ausgehen, dass die Zusammenarbeit der Motorola-Ingenieure mit Googles Android-Entwicklern nicht mehr ganz so eng sein wird. Schaut man sich das neue Motorola-Smartphone an, bemerkt man, dass dieser Schritt dem Unternehmen nicht unbedingt guttun wird. Denn aussergewöhnlich am Moto X ist vor allem die Software.

Ein Werbespot aus der letztjährigen «Lazy Phone»-Serie. YouTube/Motorola

Die Hardware ist gehobene Mittelklasse. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 4,7 Zoll und eine 720p-Auflösung, zeigt knackige Farben und Kontraste an. Der Dualcore-Prozessor hat mit 1,7 GHz genug Leistung für alle üblichen Apps, die Sprachsteuerung und die meisten Spiele.

Hervorragend ist die Netzwerkabteilung des Moto X bestückt, die neben LTE und Bluetooth 4 auch den aktuellen Gigabit-W-Lan-Standard 802.11ac beherrscht. Ein kleiner Schwachpunkt ist der Akku. Im Test hielt ein aufgeladener Akku nur einen Tag lang.

Schade ist, dass es in Deutschland keine Möglichkeit gibt, die Gehäusefarben frei auszuwählen. Man hat nur die Wahl zwischen Schwarz und Weiss. In den USA, wo das Gerät hergestellt wird, ist die Auswahl weit grösser.

In der Schweiz ...

... ist das Moto X nicht offiziell verfügbar

Seit kurzem ist das Moto X in Deutschland im Handel erhältlich, aber in der Schweiz ist es weiterhin nicht in den Läden oder in Online-Shops zu finden, sondern nur als Selbstimport verfügbar.

Mindestens ebenso wichtig wie die Optik ist, was ein Handy kann. Und da hebt sich das Moto X angenehm aus der Masse der Android-Smartphones heraus. Bemerkenswert sind diese vier Funktionen:

1. Aufwecken per Sprachkommando

LG hat vorgemacht, wie man ein Smartphone einschalten kann, ohne den Einschaltknopf benutzen zu müssen. Bei aktuellen Modellen des koreanischen Herstellers genügt es, zweimal kurz auf den Bildschirm zu tippen, um das Gerät aus dem Ruhezustand zu wecken. Das Moto X macht es noch einfacher, indem es reagiert, wenn sein Besitzer es mit dem Satz «OK Google Now» anspricht.

Damit das zuverlässig funktioniert, muss die Software auf die Stimme des Besitzers trainiert werden. Im Test funktionierte diese Sprachsteuerung sehr gut. Ohne grössere Probleme konnten wir Kalendereinträge und Notizen ebenso diktieren wie E-Mails und SMS. Ein wenig Privatsphäre war uns dabei allerdings wichtig. In einer vollbesetzen S-Bahn eine E-Mail an die Liebste zu diktieren, ist nicht jedermanns Fall.

Die Assist-App ist eine gute Idee, hat aber Schwächen. Bild: Motorola

2. Das Smartphone denkt mit, bleibt nachts stumm

Mit der Assist-App will Motorola Smartphone-Nutzern wiederkehrende Änderungen an den Einstellungen abnehmen, etwa wenn das Gerät nachts auf Stumm geschaltet werden soll. Grundsätzlich eine gute Idee, die Umsetzung hat allerdings ein paar Schwächen. Zum einen bietet die App derzeit nur drei Funktionsbereiche an: Autofahren, Besprechung und Nachtruhe. Jede dieser Funktionen ist nur in wenigen Parametern beeinflussbar.

Und richtig zuverlässig arbeiten nicht alle. Die Einstellung zum Autofahren etwa, die unterwegs ankommende SMS und die Namen von Anrufern automatisch vorliest, erkennt auch eine Fahrt in der S-Bahn oder im Bus als Autofahrt und lässt mitfahrende Passagiere so am eigenen Kommunikationsverhalten teilhaben. 

3. Schütteln zum Fotografieren

Will man ein Foto knipsen, muss man kein Menü aufrufen und auch keine App starten. Stattdessen genügt es, das Smartphone einmal kurz zu schütteln, um die Kamera-App aufzurufen. Die Qualität der Fotos ist nicht berauschend, aber gut. 

4. Benachrichtigungen

Ein Merkmal einiger älterer Motorola-Smartphones (zum Beispiel des Razr Z3), war die im Ruhezustand auf einem Zweit-Display eingeblendete Uhrzeit. Beim neuen Moto X kommt diese alte Technik in neuer Form zum Einsatz. Die Uhrzeit wird nicht dauerhaft, sondern in Intervallen auf dem dunklen Display eingeblendet.

Ausserdem blendet das Gerät Informationen über neu eingegangene Nachrichten, Termine und ähnliches darauf ein. Zieht man das Meldungssymbol nach oben, wird eine Vorschau der jeweiligen Nachricht eingeblendet, zieht man es nach unten, entsperrt man damit das Telefon.

Fazit

Für das Moto X sprechen vor allem zwei Dinge. Zum einen die aktuelle Android-Version 4.4.2. Wer das aktuellste Google-Betriebssystem haben möchte, hat derzeit kaum Alternativen zu einem Google-Gerät. Zum anderen sind es Zusatzfunktionen wie die Sprachsteuerung und der zeitgesteuerte Assistent.

Das war es dann aber auch. Sicher, das Motorola ist ein gutes Android-Smartphone. Doch zu exakt demselben Preis bekommt man auch Googles Nexus 5, mit einem grösseren, höher auflösenden Bildschirm, drahtloser Ladefunktion und demselben aktuellen Betriebssystem. Und wer auf Android 4.4 noch etwas warten kann, bekommt mit dem LG G2 zu einem ähnlichen Preis sogar ein Smartphone, das dem Moto X in mancher Hinsicht überlegen ist.

Vorteile

• Gute Sprachsteuerung

• Heller, kontrastreicher Bildschirm

• Sehr handliches Design

• Umfangreiche Ausstattung mit Netzwerktechnik

Nachteile

• Relativ geringe Akkuleistung

• Speicher nicht erweiterbar



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
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