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Um sie vor sexueller Belästigung zu schützen, muss ein Vater WhatsApp von den Handys seiner Töchter löschen

Ein Vater muss künftig bei der Smartphone-Nutzung seiner beiden Töchter genauer hinsehen: Ein Gerichtsbeschluss verpflichtet den Mann, dafür zu sorgen, dass sie WhatsApp deinstallieren.

12.08.16, 17:34 13.08.16, 11:03


Ein Artikel von

Um seine beiden minderjährigen Töchter künftig vor sexueller Belästigung über Messenger-Programme auf dem Smartphone zu schützen, ist ein Vater zu präventiver Mithilfe verdonnert worden.

Das Amtsgericht im deutschen Bad Hersfeld verurteilte ihn, Apps wie WhatsApp von den Geräten zu entfernen, um seine Kinder vor Sex-Nachrichten zu schützen. Das besagt ein noch nicht rechtskräftiger Beschluss des Amtsgerichts, über den auch heise.de berichtet hatte.

Hintergrund des Gerichtsbeschlusses ist ein Verdacht der sexuellen Belästigung: Im Mai wurde bei der Polizei gegen einen ehemaligen Schulfreund des Vaters Anzeige erstattet. Der Mann soll über mehrere Monate WhatsApp-Nachrichten dazu benutzt haben, mit den beiden Schwestern zu kommunizieren und sie zu belästigen. Es handelt sich dabei um einen separaten, noch laufenden Fall, in dem die Staatsanwaltschaft Fulda ermittelt.

Monatliche Gespräche angemahnt

In dem aktuellen Beschluss vom Amtsgericht Bad Hersfeld heisst es: «Dem Kindesvater wird aufgegeben, die Messenger-App WhatsApp von den Smart-Geräten der Kinder zu entfernen.» Jedes der Kinder dürfe auch nur über ein internetfähiges Gerät verfügen. Eines der Mädchen ist zehn, das andere 15 Jahre alt.

Der geschiedene Vater muss mit seinen Töchtern ausserdem monatlich ein Gespräch über die Nutzung der Handys führen und alle drei Monate prüfen, welche Apps darauf installiert sind – und ob es Ungereimtheiten gibt. Das muss der Vater auch bei dem Gericht nachweisen.

gru/dpa

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alehopp 13.08.2016 09:39
    Highlight Ich finde das gut! Mehr Eltern solten dazu verpflichtet werden sich mit diesem Thema auseinander zu setzten und das regelmässige gespräche mit ihren Kinder suchen.
    Über das löschen der apps und das sonsitge kontrollieren kann mann sich ja streiten. Aber das Kind einfach machen lassen ist sicher nicht gut.
    9 23 Melden
    • dä dingsbums 13.08.2016 11:07
      Highlight Genau darum geht es in diesem Urteil. Das Kind vor weiterer Belästigung zu schützen und den Vater zu verpflichten sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
      6 7 Melden
  • Kstyle 12.08.2016 23:43
    Highlight Sorry aber gehts noch. Meiner meinung nach sollte der täter whatsapp deinstallieren. Kommt vieleicht noch. Ausserdem knast für verführung von minderjährigen. Manchmal kann ich gerichtsurteile echt nicht nachvollziehen. Das wäre ja wie dem vergewaltigungsopfer zu sagen sorry selberschuld es waren deine kleider zieh ab jetzt nur noch rollkragenpullis an.
    58 4 Melden
    • dä dingsbums 13.08.2016 23:07
      Highlight Hast Du das Gerichtsurteil gelesen?

      Das würde Dir helfen das Urteil zu verstehen und etwas sinnvolles zur Diskussion beizutragen.
      6 15 Melden
    • Kstyle 14.08.2016 00:31
      Highlight Hab jetzt das gerichtsurteil ganz gelesen. Und ich sag nochmal das gleiche gaaaz no. Ja ich finde es auch gut das eltern die kinder schützen müssen. Logisch.
      Aber sonst das gerichturteil 20 seiten wird das Opfer auseinandergenommen. Mich interessiert wie es dem täter ergangen ist. Das leben des opfers kennen wir ja jetzt fast komplett. Weisst du wie das gerichtsurteil für den täter aussieht oder hab ich das überlesen. Über den täter weiss ich gar nichts das opfer schein ich zu kennen das stört mich. blib chillig alle können was zur diskusion beigetragen. Finde deine antwort auch überflüssig.
      14 3 Melden
    • dä dingsbums 14.08.2016 09:58
      Highlight Natürlich steht in diesem Urteil nichts über den Täter, weil er nicht Gegenstand der Untersuchung durch das Familiengericht war. Dieses Gericht wurde auf Antrag der Mutter aktiv.

      Das Verfahren gegen den Täter ist ein anderes, bei dem noch ermittelt wird. Steht im Artikel oben, hast Du wohl überlesen.

      Alle könnten zur Diskussion beitragen, wenn sie sich informieren und genau lesen würden, ja.

      Jetzt, da Du das Urteil gelesen hast, was stört Dich genau und wie würdest Du das Mädchen vor weiterer Belästigung schützen? Denk daran, das andere Verfahren läuft noch, vielleicht sogar noch lange.
      6 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ken Hurt 12.08.2016 21:49
    Highlight Zum Glück ist whatsapp die einzige App worüber die beiden belästigt werden können! Der Richter hat's verstanden 👏👏👏
    72 12 Melden
    • dä dingsbums 12.08.2016 22:19
      Highlight Das Gerichtsurteil nicht gelesen.

      "Dem Kindesvater wird aufgegeben, jegliche Messenger-Apps, welche eine zwangsweise automatische Vernetzung des Nutzers mittels der eigenen sowie fremder im Gerät hinterlegter Mobiltelefonnummern zwingend vorsehen oder vorschreiben, von den Smart-Geräten der Kinder stetig fernzuhalten"

      Die Richter haben es sehr wohl verstanden.
      38 16 Melden
    • Fumo 12.08.2016 22:57
      Highlight Snapchat, Instagram und kik benötigen nicht zwingend eine Telefonnummer, fallen also durch den Raster.
      38 2 Melden
    • Scaros_2 12.08.2016 23:29
      Highlight Und das klassische SMS? :D
      23 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • chrisdea 12.08.2016 19:44
    Highlight Bei einem 15-jährigen Mädchen? Ohje, in der Haut des Vaters möcht ich die nächsten 2-3 Jahre nicht stecken... (Bzw. der Mutter, die ja das ganze initiiert hat). Das gibt Krieg...
    70 1 Melden
  • EvilBetty 12.08.2016 18:36
    Highlight Statt den Belästiger bei den Eiern zu packen...? Wie wärs mit Kontakt einfach blocken?
    120 5 Melden
    • dä dingsbums 12.08.2016 19:57
      Highlight Das war eben ein Beschluss des Familiengerichts und nicht das Verfahren gegen den Belästiger.

      Im Gerichtsurteil sind die Gründe für diesen Beschluss ausführlich dargelegt, unter anderem:
      - Vater hat von Apps und Smartphone nicht viel Ahnung.
      - Kontakt blocken reicht nicht
      - Der Belästiger kann mit einer neuen Nummer wieder Kontakt aufnehmen

      Das Gericht hat hier Massnahmen getroffen um den Vater aktiv in die Pflicht zu nehmen und vor allem weitere Kontakte vollständig zu unterbinden.

      Eine ungewöhnliche Massnahme aber wenn man den Beschluss aufmerksam liest, durchaus nachvollziehbar.
      20 21 Melden
    • EvilBetty 12.08.2016 23:33
      Highlight Danke dingsbums, hatte den Beschluss nicht gelesen. Macht irgendwie Sinn, weil das Gericht wohl die Hoffnung hegt, dass sich der Vater nun allgemein etwas mehr mit den zur Verfügung stehenden Technologien auseinandersetzt. Auf der anderen Seite wäre es wohl noch sinnvoll, dem Vater eine Bezugsperson zur Seite zu stellen, die ihn über die Möglichkeiten unterrichtet. Evtl. steht das auch im Beschluss, ist auf dem Phone leider echt mühsam zu lesen.
      10 2 Melden
  • dä dingsbums 12.08.2016 17:50
    Highlight Bevor hier die gleichen Kommentare erscheinen wie bei 20min.ch:

    Das hier ist _nicht_ das Urteil zur Anzeige wegen Belästigung. Es ist ein Beschluss des Familiengerichts, das auf Antrag der Mutter aktiv wurde.

    Da der Vater nicht über die nötige Kompetenz verfügt künftige Kontaktaufnahmenzu unterbinden, bzw. das mit Whatsapp gr nicht zu 100% möglich ist, wurde _zum Schutz des Kindes_ verfügt, dass Messenger deinstalliert werden und der Vater hier eine aktive Rolle einzunehmen hat.

    Der Schutz des Kindes steht im Vordergrund und der Beschluss des Familiengerichts in diesem Fall nachvollziehbar.
    42 38 Melden
    • paper 12.08.2016 19:40
      Highlight "Zum Schutz des Kindes" ist leider ziemlich zu einer Floskel geworden. Ob das Sperren von WhatsApp bei einer 15Jährigen angemessen ist, bezweifle ich. Schliesslich spielt sich ein grosser Teil der sozialen Interaktion von Jugendlichen über diese Netzwerke ab. (Ob das gut ist oder nicht ist eine andere Frage, aber aktuell ist es nun mal so.)
      Die Kinder werden wohl einfach auf andere Netzwerke ausweichen, welche gewiss nicht weniger Risiken bergen.
      72 3 Melden
    • cynic 12.08.2016 19:47
      Highlight Wenn die 15jährige Tochter dafür von aller Kommunikation mit ihren Freundinnen ausgeschlossen ist, bringt das ja auch nicht viel...
      64 2 Melden
    • baumgrt 12.08.2016 19:47
      Highlight In dieser Altersgruppe läuft ja fast die gesamte Kommunikation über Messenger und soziale Medien, wobei Whatsapp bei den Messengern fast ein Monopol hat. Keinen Zugang mehr zu den wichtigsten Kommunikationskanälen mit Gleichaltrigen zu haben, dürfte die beiden Mädchen sozial recht isolieren.

      Aus juristischer Sicht ist das sicher alles korrekt. Nur fragt man sich, warum nicht zu weniger drastischen Lösungen gegriffen wurde, z. B. Kontakte blockieren oder die Telefonnummer wechseln. Abgesehen davon kann die Kinder auch im Gespräch auf das Problem sensibilisieren, ohne sie zusätzlich zu strafen.
      55 4 Melden
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