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Sexismus-Alarm beim Tech-Giganten – was vom Googler-Manifest zu halten ist

Frauen seien aus biologischen Gründen schlechter für die Tech-Branche geeignet als Männer, meint ein Google-Mitarbeiter und hat dazu ein Pamphlet geschrieben. Es wäre besser im Intranet des Konzerns versandet.

08.08.17, 18:27

Angela Gruber

Ein Artikel von

Frauen besetzen bei Google nur rund 20 Prozent der Tech-Jobs. Das US-Arbeitsministerium geht derzeit der Verdächtigung nach, der Konzern bezahle Frauen systematisch schlechter als Männer. Und zahlreiche Frauen beschreiben die Kultur des Silicon Valley, wo die Technologien von morgen erdacht werden, als im Kern sexistisch. Beschwerden von Mitarbeiterinnen über sexuelle Belästigung werden – wie im Fall Uber geschehen – ignoriert.

So sieht es aus in der Tech-Branche im Jahr 2017.

In diese für Frauen schwierige Situation platzte die Meldung über einen Text eines Google-Entwicklers in den USA, der seine Branche ebenfalls vor Problemen sieht. Grund zur Sorge sind aus seiner Sicht aber ausgerechnet die mickrigen Versuche der Konzerne, mehr Frauen und Minderheiten in Tech-Jobs zu holen.

Die Argumentation: Frauen seien biologisch ungeeignet für Tech-Jobs

Der weisse Mann als eigentlicher Underdog des Silicon Valley: Auf diese Idee muss man erst mal kommen.

Schlimmer noch ist die Begründung des Autors: In dem Google-intern viel geteilten und mittlerweile veröffentlichten Schreiben erklärt der Autor die männliche Tech-Dominanz durch biologische Vorteile der Männer. Diese Tatsache ausgleichen zu wollen, schade der Branche.

Männer verfügten über «natürliche Fähigkeiten», die sie zu besseren Codern machen, glaubt der Autor. Frauen seien für höhere Posten oft nicht widerstandsfähig genug, was der Autor unter dem Punkt «Neurotizismus» beschreibt. «Wir müssen aufhören, anzunehmen, dass die Kluft zwischen den Geschlechtern Sexismus impliziert.»

Der Text entzündete eine so grosse Kontroverse, dass Google-Chef Sundar Pichai seinen Urlaub unterbrach. In einer Rundmail bescheinigte er seinem Mitarbeiter, mit Teilen seines Textes gegen interne Verhaltensregeln verstossen und zur Verbreitung schädlicher Stereotype über Geschlechter beigetragen zu haben.

Denn obwohl sich der Autor betont offen für Diversität und Inklusion gibt und seine Worte vorsichtig wählt: Im Kern zeugt seine Argumentation weder von einem grossen Verständnis für Genderfragen, noch von einem sonderlich reflektierten Verhältnis zu seinem Job.

Warum sind auch schwarze Männer unterrepräsentiert?

Warum auch schwarze Männer im Tech-Sektor allgemein und auch bei Google extrem stark unterrepräsentiert sind, obwohl sie doch Männer sind, erklärt der Autor nicht. Nur ein Prozent der US-Mitarbeiterschaft des Konzerns waren Stand Januar 2017 schwarz, diese Zahl bezieht sich auf Männer und Frauen.

In seinem Aufsatz beschreibt der Google-Autor unter anderem die angeblich typisch weibliche Kooperationsfähigkeit, als wäre sie ein Argument gegen weibliche Mitarbeiter im Tech-Bereich. Dabei wäre diese Prämisse – wenn man sie denn akzeptiert – ein Pro-Argument: Moderne Coder sitzen eben oft nicht allein im Keller, sondern müssen kreativ im Team Probleme lösen.

Und warum sollte die Tech-Branche nur funktionieren, wenn sie so ist, wie Männer sich das vorstellen? Die Produkte jedenfalls, die wir jeden Tag benutzen, sind bisher alles andere als perfekt. Ein überwiegend weisses, überwiegend männliches Silicon Valley kann sich also zumindest nicht auf die Fahnen schreiben, die Digitalisierung zur Zufriedenheit aller zu gestalten, Anpassungen unnötig.

Kritik wird im Voraus diskreditiert

Der Autor des Memos beschwert sich in seinem Text passenderweise ausserdem über eine «ideologische Echokammer». Menschen, die denken wie er, würden angeprangert und so zum Schweigen gebracht.

Das ist ein interessanter Kniff, Kritik am eigenen Standpunkt schon im Voraus zu diskreditieren. Man hört sie auch aus mancher politischen Ecke in Deutschland immer wieder, auf Twitter manifestiert sie sich gerne in Zensurvorwürfen gegen etablierte Medien. Das Credo: Das Diktat der Political Correctness verbietet Andersdenkenden den Mund. Aber inhaltliche Erwiderungen sind keine Zensur und auch keine Majestätsbeleidigung.

Dass der Google-Mitarbeiter nun gefeuert wurde, dürfte aus der Sicht seiner Unterstützer dessen Vorwurf aber leider nur bestätigen und ist das falsche Signal.

Wenn ein pseudowissenschaftlicher, pseudointellektueller und an manchen Stellen irritierend pseudotoleranter Text eines einfachen Mitarbeiters solche Wellen schlägt, wirft das ein trauriges Licht auf die schlechte Gesamtsituation in der Tech-Branche in Sachen Diversität.

Es wäre wünschenswert gewesen, dass ein solches Schreiben ohne Reaktionen im Google-Intranet versandet. Einfach, weil niemand über solche Thesen diskutieren will.

Auf sozialen Netzwerken liest man dagegen jetzt viel von eifrigen Nutzern, die ihnen zustimmen und Zweifler auffordern, doch bitteschön erst mal zu widerlegen, dass Frauen nun mal eben das schwache Geschlecht sind. Auch in der digitalisierten Welt.

Umfrage

Hat Google den Mitarbeiter zurecht gefeuert?

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  • 12%Weiss nicht

Übrigens...

Was Frauen besser können

Probleme, bei deren Lösung Frauen Männern überlegen sind, lassen sich laut dem auf Wissenschafts-Artikel spezialisierten Portal spektrum.de wie folgt aufzählen:
1) Frauen sind besser bei optischen Wahrnehmungen, bei denen es auf die Geschwindigkeit, das detailgetreue Erinnerungsvermögen und die Entscheidungsschnelligkeit ankommt.
2) Frauen haben eine flüssigere Sprache, sprachlich den grösseren Einfallsreichtum und können besser exakt rechnen.
3) Frauen verfügen über eine feinere Motorik der Hand.
4) Frauen besitzen eine höhere Wahrnehmungsgeschwindigkeit.

Worin Männer besser sind

Probleme, bei deren Lösung Männer Frauen überlegen sind, lassen sich laut spektrum.de wie folgt aufzählen:
1) Männer haben ein besseres Abstraktionsvermögen und sind bei mathemathischen Schlussfolgerungen Frauen überlegen.
2) Männer können besser zielgerichtet werfen und auffangen.
3) Männer haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen.
4) Männer zeigen bessere optische Leistungen bei Suchbildern, d.h. beim Auffinden versteckter geometrischer Figuren.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • RozaxD 11.08.2017 13:36
    Highlight Ich kenne mich mit der Geschlechterverteilung in Informatikstudiengängen nicht aus und es ist okay, dass es da wahrscheinlich mehr Männer gibt. ABER die entscheidende Frage ist doch, ob Frauen abgelehnt werden, wenn sie sich bewerben!

    Und zum letzten Kommentar: Kann bitte mal jemand belegen, DASS Frauen das schwächere Geschlecht sind?? In Informatik muss man sich ja nicht prügeln - wo eine Frau leider den Kürzeren ziehen würde -, sondern rechnen. Und auch in der Politik finde ich, ein bisschen weibliches Denken würde nicht schaden. An alle Männer da draussen: Frauen haben im Schnitt mehr EQ!
    0 3 Melden
  • nick11 10.08.2017 20:05
    Highlight Es entscheiden sich ja soo viele Frauen für eine Informatiklehre oder Studium, und alle sind danach arbeitslos...
    Ich kenne in meinem gesamten Umfeld genau eine Informatikerin, und ich bin selbst Programmierer.
    Hört doch mal auf an der Realität vorbei Theorien über Sexismus und Frauenquote zu entwickeln. Es ist ganz einfach: Die wenigsten Frauen können etwas mit Informatik anfangen. Das ist bereits bei Kindern so. Und das kommt zu Grossteil nicht von der Erziehung.
    U.a. fehlt ihnen die Soziale Komponente.
    4 5 Melden
  • rolf.iller 10.08.2017 13:17
    Highlight Was ist mit der freien Meinungsäusserung passiert?

    Der Typ wird entlassen und seine Position wird so gut als Möglich zum versummen gebracht. Dieser Artikel versucht seinen Teil dazu beizutragen. Anstatt zu argumentieren wird einfach Skandal gerufen.

    In einem Punkt hat der Artikel recht. Alles was da rundherum passiert gibt dem ex-Googler recht!
    13 0 Melden
  • Der Rückbauer 10.08.2017 08:49
    Highlight https://insideparadeplatz.ch/2017/08/10/ubs-cs-pushen-frauen-erfolglos/
    7 1 Melden
  • Citation Needed 10.08.2017 07:12
    Highlight Jetzt hat der Googler, der laut Guardian bisher nicht auf Medienanfragen reagiert hat, zwei Youtubern ein je ca. 45 Min. langes Interview gegeben. Beide Youtube-Channel sind im alt right-Umfeld zu verorten und ausgesprochen anti-feministisch.
    Abgesehen davon, dass ich sein Manifest ohnehin in mancher Hinsicht fragwürdig bis unhaltbar finde: mit der Wahl genau dieser Gesprächspartner torpediert er seine Bemühungen, neutral-wissenschaftlich zu klingen, erheblich. Er behauptet z.B auch, weisse Männer würden systematisch diskriminiert. Das ist ideologischer WASP-Müll, weiter nichts.
    4 11 Melden
    • Andromeda 10.08.2017 08:27
      Highlight Ich würde in seiner Situation mich auch nicht vom Guardian interviewen lassen, welche dann meine Aussagen verzerren und umkehren damit sie eine Skandalgeschichte haben. Das Interview mit Stephan Molyneux war gut, er lässt ihn aussprechen und erklären. Gegen Feminismus zu sein ist ja nicht schlecht. Als Alt Right würde ich Stephan nicht einordnen er ist eher libertär.
      10 2 Melden
    • Citation Needed 10.08.2017 09:53
      Highlight Wenn nan bedenkt, dass Feminismus (nicht in der ideologischen Definition der Anti-Feministen, notabene) gegen geschlechterbedingte Nachteile kämpft, denen Frauen ausgesetzt sind, dann ist es absolut ok, dafür zu sein. Die doofe Vorstellung, Feminismus gehe gegen Männer oder wolle Frauen bevorteilen wird immer wieder aufgewärmt, hat aber weniger mit Realität als mit Kampfrhetorik zu tun.
      Aber he, der Guardian schrieb nicht, ER habe kein Inti bekommen, sondern dass alle andern nix gekriegt hätten. Der Typ hat seine Outlets scheinbar nach eigenem Gusto gewählt, das lässt tief blicken.
      3 7 Melden
    • Citation Needed 10.08.2017 10:02
      Highlight Noch was: gerade wenn ich nicht alt right bin, sondern zB libertär, dann renn ich nicht zum Alt right host, um mich broadcasten zu lassen. Es gibt sicher Outlets, die mich genauso schön ausreden lassen wie Molyneux, die aber ohne den Alt right-Stempel auskommen.
      Für mich bleibt der Herr biased, er hat eine Agenda und seine 'Objektivität' ist reine Fassade.
      5 7 Melden
    • Andromeda 10.08.2017 11:53
      Highlight Welche Geschlechterbedingten Nachteile haben denn Frauen bei uns in der Schweiz? Klar ist Stephan "biased" wie jeder Mensch. Seine Argumentationen machen einfach mehr Sinn und sind Nachvollziehbar. Feministische Argumente zerlegt er mühelos. Wie gesagt, weder Dampre noch Molyneux ist Alt-Right. Beide sind weder Rassisten noch Sexisten. Den Alt Right Stempel drücken sie gerade auf, citation needed.
      8 2 Melden
    • Citation Needed 10.08.2017 13:17
      Highlight Den Alt-Right Stempel drücken ganz andere auf. Und nicht nur den. Libertär bezeichnet ja nur gewisse Auffassungen bzg. der Macht/Rolle des Staates. Die Ideologische Ausrichtung ist in dieser Bezeichnung nicht enthalten. Dampre kenn ich nicht wirklich, aber Molyneux flirtet heftig mit rechts, bewundert Trump und gilt als Anti-Feminist.
      Man darf ihn super finden und ihm ellenlange Intis gewähren, it's a free world. Aber seine Positionen als neutral (oder auch nur um Neutralität / Objektivität bemüht) zu bezeichnen ist grob verharmlosend.
      2 3 Melden
    • Citation Needed 10.08.2017 13:42
      Highlight By the way, Molyneux erklärt zB die grössere Gewalttätigkeit von Männern, bzw. dass mehr Männer als Frauen kriminell sind damit, dass die Erziehung eben in Frauenhand liege, ergo die Bosheit der Frauen die Männer so aggressiv mache. Des weiteren werde ja jeder Gewalttäter von einer Frau geboren, die halt ein Arschloch als Kindsvater gewählt habe, ergo mitschuldig sei, wenn der Goof dann gewalttätig werde wie der Alte. Frauen könnten nach Molyneux Gewalt ausrotten, tun es aber nicht, also ist es ihre Schuld.
      U-oh.
      Meinst Du so Zeugs mit 'mühelos zerlegt'?
      Das ist absurd und bescheuert.
      2 2 Melden
    • Citation Needed 10.08.2017 15:24
      Highlight Ach so, mit Dampre meinst Du Damore selbst, den Googler. Alles klar, ein Typo. Ich dachte, das sei der Name des 2. Outlets, von dem die Rede war.
      2 2 Melden
  • mario-deluna 09.08.2017 09:18
    Highlight Nur eine klitzekleine Sache, die mich nervt. Zitat: "Frauen seien aus biologischen Gründen schlechter für die Tech-Branche geeignet als Männer."

    Im Memo steht nichts von geeignet, sondern Interesse. Das sind zwei unterschiedliche Dinge und machen gerade bei einer solchen Diskussion, wo gleich alle mit Enten um sich werfen, einen meiner Meinung nach Weltenunterschied.
    36 2 Melden
  • AllIP 09.08.2017 07:56
    Highlight Ist es nicht herrlich?
    3 5 Melden
  • walsi 09.08.2017 06:05
    Highlight Frauen beharren darauf, dass sie in wichtigen Gremien vertreten sind, sie begründen das damit, dass Frauen eine andere Sicht auf die Dinge haben und somit Entscheidungen anders fällen. OK, einverstanden. Was den Frauen nicht bewusst ist, dass mit dieser Aussage auch gleich zugeben, dass es Unterschiede zwischen Männer und Frauen gibt. Wie am Schluss des Artikels beschrieben haben Frauen und Männer unterschiedliche Stärken und Schwächen. Ist es nicht genau das, was der Mann in seinem Papier geschrieben hat?
    30 7 Melden
    • Varian 10.08.2017 07:30
      Highlight Es gibt nicht "die Frauen". Schon mal daran gedacht, dass die beiden Aussagen nicht von der selben Person/Gruppe kommen?
      3 7 Melden
  • Musterschüler 08.08.2017 23:54
    Highlight Es gibt also keine Biologischen Unterschiede im Hirn zwischen Weiblich und Männlich ? Oder ist das nur anzusprechen schon Sexismus ?

    Ausserdem ist Frauen zu bevorzugen, nur weil sie Frauen sind auch schon Sexismus oder ?
    24 6 Melden
  • Black hat (minus hat) 08.08.2017 23:34
    Highlight "Was Frauen besser können ... "

    "Was Männer besser können ... "

    Versteh ich jetzt nicht ganz, liebes Watson. Jetzt postet ihr doch schon den ganzen Tag Artikel und Op-Eds darüber, dass Männer und Frauen genau gleich sind und es ganz sicher keine biologischen Unterschiede gibt, und wenn jemand etwas anderes behauptet, dann sei es sexistische Kackscheisse. Wie sollen denn das jetzt gehen?
    37 2 Melden
  • R. Peter 08.08.2017 23:07
    Highlight Männer haben also laut Watson ein besseres Abstraktionsvermögen und können mathematisch besser schlussfolgern als Frauen, und können deswegen im Programmieren (abstrahieren und mathematisch schlussfolgern) nicht besser sein als Frauen.

    Danke Watson. Ihr werdet täglich lächerlicher...🤣
    38 4 Melden
    • PrincessCrazy 09.08.2017 08:30
      Highlight Da steht doch " laut spektrum.de "... Nicht "laut Watson"...
      1 13 Melden
    • R. Peter 09.08.2017 11:20
      Highlight Princess, Watson beurteilt Spektrum.de als seriös und "auf wissenschaftsartikel spezialisiert"...
      11 0 Melden
    • rolf.iller 10.08.2017 13:08
      Highlight @R. Peter: ja aber Watson zitiert Spektrum.de. Man würde für jede erdenklich Position wohl eine Quelle finden, die man zitieren könnte oder könnte es auch lassen. Mit dem Verweis auf den Artikel macht man sich dessen Position auch in einem gewissen Mass zu eigen.
      5 0 Melden
  • Madison Pierce 08.08.2017 22:11
    Highlight Noch interessanter als der Text des Google Mitarbeiters ist, wie die Medien darauf reagiert haben. Wer hat den Text gelesen? Evtl. argumentativ darauf reagiert? Und wer hat einfach "Sexismus!" gerufen und konnte sich so die Lektüre sparen?

    siehe https://news.google.com/news/story/dV6F0g8Titf1SvMaENMCJTf6lZaQM?ned=de&hl=de

    Die Titel gehen von "Text über Frauen" über "sexistisches Memo" bis ganz runter zu "Kackscheisse".

    Ein gutes Beispiel, um seine Medienkompetenz zu trainieren.
    56 4 Melden
  • poga 08.08.2017 20:34
    Highlight "Das ist ein interessanter Kniff, Kritik am eigenen Standpunkt schon im Voraus zu diskreditieren. Man hört sie auch aus mancher politischen Ecke in Deutschland immer wieder, auf Twitter manifestiert sie sich gerne in Zensurvorwürfen gegen etablierte Medien." Dieser Kommentar trieft vor Undifferenziertheit. Und um das abzusichern, wird halt auf die Kniffe anderer gespielt. Das hier ist einfach nur schlecht. Die Autorin hätte wenigstens versuchen können ein paar Fakten einzubringen. Stattdessen steht hier nur: Es darf nicht sein, Punkt.
    69 6 Melden
  • Ylene 08.08.2017 20:07
    Highlight Mou super. Konkrete Personen sind normalerweise Personen mit individuellen Schwächen und Stärken und keine Durchschnitte. Da muss man pro Person gucken, was die jetzt genau kann und was nicht. Aber genau das machen viele Leute einfach nicht und drücken anderen lieber eine Schablone auf. Ohne Stereotypen-Scheisse gäbe es mehr Frauen in der IT, geschiedene Väter mit alleinigem Sorgerecht, etc. Nicht 50/50 (da Abweichungen beim Durchschnitt), aber ausgeglichener.
    22 26 Melden
    • R. Peter 08.08.2017 22:56
      Highlight und woher weisst du fas so genau?
      8 7 Melden
  • Maracuja 08.08.2017 19:46
    Highlight <Es wäre wünschenswert gewesen, dass ein solches Schreiben ohne Reaktionen im Google-Intranet versandet. >

    Wenn ein Mitarbeiter Unzufriedenheit äussert, sollte die Unternehmensführung das ignorieren? Und so etwas wird von einer Frau gefordert, obwohl doch viele Frauen beanspruchen, dass sie einen empathischeren Führungsstil hätten. Finde eine rein biologische Erklärung auch nicht voll überzeugend. Frauenanteil Informatikstudium 2012: Schweiz 6,44 %, Belgien 6,44 %,
    Bulgarien 39,03 %, Malta 37,36 %, Türkei 29,42 % (Wiki), an der Biologie kann es nicht liegen, aber an der Bequemlichkeit.
    51 16 Melden
    • Rendel 08.08.2017 20:22
      Highlight Wie kommst Du auf Bequemlichkeit, Maracuja?
      15 15 Melden
    • Tschedai 08.08.2017 21:32
      Highlight @Maracuja Zu sagen, dass es an der Biologie nicht liegen kann ist unsinn. Viele Frauen in diesen Ländern haben höhere Testoteronwerte als in unseren Breitengraden (unibrow, generelle Behaarung ist selbst sichtlich mehr verbreitet in diesen Ländern als hier).
      13 19 Melden
    • Maracuja 08.08.2017 22:17
      Highlight @Tschedai

      Vielleicht war ich tatsächlich voreilig. Hier nochmals ein Link mit Daten zu weiteren Ländern, diesem können Sie entnehmen, dass die Quote in ganz unterschiedlichen Ländern wie z.B. Korea, Mexiko, Ghana deutlich höher ist als in der Schweiz. Haben Sie Zahlen, die belegen, dass Schweizerinnen signifikant tiefere Testosteronwerte haben als z.B. Südkoreanerinnen?
      22 2 Melden
    • Maracuja 08.08.2017 22:30
      Highlight @Rendel

      MINT-Berufe sind nicht nur in der Ausbildung anspruchsvoll, sondern verlangen meist permanent Weiterbildung, damit man nicht irgendwann abgehängt wird (gilt insbes. für Informatik), Überstunden sind nicht unüblich, Konkurrenzkampf ist in Männerberufen meist höher. Somit lassen sich solche Berufe nicht so bequem mit Familie vereinbaren. Schweizer Frauen haben aber meist den Anspruch nur noch Teilzeit zu arbeiten, sobald sie Kinder haben. In ärmeren Länder ist das Leben härter (betrifft insbes. Absicherung von Frauen nach Scheidung), das wirkt sich auf Berufswahl aus.
      15 10 Melden
    • Maracuja 08.08.2017 22:31
      11 2 Melden
    • Rendel 08.08.2017 22:39
      Highlight Den Aspekt der Bequemlichkeit verstehe ich immer noch nicht, Maracuja. Wäre dann eher der Aspekt der Vereinbarkeit mit der Familie.
      7 13 Melden
    • Maracuja 08.08.2017 23:14
      Highlight @Rendel

      Frauen aus den genannten Ländern verzichten nicht auf Familie. Eine Vereinbarkeit solcher Berufe mit Kindern ist also schon gegeben, aber halt anstrengender als mit einem Bürojob, der wenig Weiterbildung und kaum Überstunden verlangt. Ich hab sobald das erste Kind auf der Welt war, auch aus einem sozialen Beruf mit unregelmässigen Arbeitszeiten in einen lockereren Büroberuf gewechselt, also einen bequemeren Weg gewählt.
      5 1 Melden
    • Rendel 09.08.2017 14:56
      Highlight Vielleicht ist die Vereinbarkeit in diesen Ländern gegeben, weil da noch Grosseltern im Haushalt sind oder es andere Möglichkeiten für Kinderbetreuung gibt. In der Schweiz ist es ja sehr schwierig die Kinder unterzubringen. Es kommt auch auf den Bürojob an, wieviel Weiterbildung der erfordert.
      Informatiker ist für mich auch ein Bürojob. 😁

      Bei der Berufswahl ist wohl so manch einer noch gar nicht so bewusst, was auf ihn zukommt. Vielleicht liegt es einfach am Selbstbewusstsein, am Interesse, an weiblichen Vorbildern.
      2 2 Melden
  • kuhrix 08.08.2017 19:40
    Highlight Lächerliches Theater. Die fähigen Programmiererinnen arbeiten schon längst bei den Tech-Giganten. Ja, sie mögen in der Minderheit sein, aber das liegt halt nun mal am Unterschied zwischen Mann und Frau. Es ist sexistisch deswegen Frauen zu bevorzugen. Alle Frauen die jetzt einen solchen Aufschrei veranstalten lade ich herzlichst dazu ein in die Informatik zu wechseln. Wir brauchen immer gute Leute, egal ob Schnäbi oder nicht.
    88 16 Melden
  • Bonus 08.08.2017 19:35
    Highlight Im letzten Abschnitt wird ja gerade erklärt, dass Männer und Frauen im Schnitt(!) unterschiedliche Fähigkeiten haben. Was soll nun an der These sexistisch sein, dass der geringe Frauenanteil in Technikberufen teilweise damit erklärt werden kann, dass Frauen und Männer basierend auf den unterschiedlichen Fähigkeiten auch unterschiedliche Vorlieben haben? Ausserdem wird im Google-Dokument nirgends behauptet dass Frauen nicht für Technikberufe geeignet seien, im Gegenteil.
    77 9 Melden
  • moedesty 08.08.2017 19:15
    Highlight 1. hast du nicht belegt ob es pseudowissenschaft ist. demnach ist dein text auch nur pseudo.

    2. es wäre besser gewesen den artikel totzuschweigen, schreibst du. ihr macht aber einen artikel raus.

    diese heuchlei geht mir auf die eier.
    104 13 Melden
  • o.o 08.08.2017 19:02
    Highlight 1) Männer haben ein besseres Abstraktionsvermögen und sind bei mathemathischen Schlussfolgerungen Frauen überlegen.

    Das bestätigt den ehem. Google Mitarbeiter.
    58 20 Melden
    • Ril 08.08.2017 19:14
      Highlight Quelle
      1) o.o; das andere Ende Ihres Verdauungssystems. 2017
      13 49 Melden
    • elmono 08.08.2017 19:27
      Highlight Absolut richtig. Coden bedingt ein sehr gutes Abstraktionsvermögen. Selten solch einen undifferenzierten Artikel gelesen. Ich als weisser, nullachtfünfzehn Arbeitnehmer mit einem lausigen Fachhochschulmaster in Wirtschaftsinformatik würde auch nie auf die Idee kommen, mich bei Google zu bewerben. Wieso? Weil ich dafür eine zu grosse Pfeiffe bin. Punkt. Das Silicon Valley ist nun mal ein verdammtes Haifischbecken der elitären, weissen, männlichen Supernerds. Ja Frauen sind Männern unterlegen im Techbereich (Coden). Siehe oben. Wieso sollte Google Frauen in diesem Bereich anstellen müssen?
      47 16 Melden
  • stabiler 08.08.2017 19:00
    Highlight Bemerkenswert, wie sich die Autorin anmasst, den Text als "pseudowissenschaftlich" oder "pseudointellektuell" zu bezeichnen. Inwiefern qualifiziert denn ein Journalismus-Studium, solche Aussagen zu treffen?

    Das Online-Magazin Quillette hat vier Wissenschaftler, die sich tatsächlich mit solchen Dingen wie Psychologie/Neurowissenschaften beschäftigen, befragt. Die kommen zu (u.a.!) zum Schluss:

    "The author of the Google essay ... gets nearly all of the science and its implications exactly right."

    Hier in voller Länge nachzulesen: https://archive.is/VlNfl
    89 19 Melden
    • Nausicaä 08.08.2017 19:24
      Highlight Ich wage zu behaupten, dass kein seriöser Wissenschaftler solchen Mumpitz von sich gibt. Ich kenne so einige, und keiner würde solch deterministisches Biologiegefasel verteidigen.

      19 53 Melden
    • stabiler 08.08.2017 19:43
      Highlight Prof. Miller, University of New Mexico, nach eigenen Angaben "taught for 28 years, written 4 books and over 100 academic publications, given 190 talks, reviewed papers for over 50 journals, and mentored 11 Ph.D. students" meint freilich:

      "For what it’s worth, I think that almost all of the Google memo’s empirical claims are scientifically accurate. Whoever the memo’s author is, he has obviously read a fair amount about these topics. [...] It is consistent with the scientific state of the art on sex differences." http://q
      47 8 Melden
    • Nausicaä 08.08.2017 20:06
      Highlight Das beeindruckt mich jetzt nicht im Geringsten. Waren Sie mal an einer Uni? Es gibt dort, wie überall sonst, auch ab und an totale Nulpen. Mörgeli z.B.. Der hat auch Doktorarbeiten betreut, übrigens, bevor er dann aufflog...
      Googeln Sie Mal Lutz Jänke. Er ist Prof. für Neuropsychologie an der Uni Zürich und verneint biologischen Determinismus dezidiert. Er ist eine Koriphäe auf seinem Gebiet, hat auch unheimlich viel publiziert usw. falls dies sie beeindruckt ;).
      12 40 Melden
    • Nausicaä 08.08.2017 20:29
      Highlight Jäncke in Zahlen ;):
      -350 Originalartikel in wiss. Zeitschriften
      - über 50 Buchkapitel, mehrere Bücher
      - gehört zu den 1% der meistzitierten Wissenschaftler
      -Lehrpreis der Uni ZH 2007 (zu Recht, ich war mehrmals Hörerin)
      12 22 Melden
    • wonderwhy 08.08.2017 21:05
      Highlight @Nausicaä Jäncke ist gut, verneint deterministisches Biologiegefasel aber nicht komplett.

      http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-41/artikel-2006-41-die-geschlechter.html

      17 1 Melden
    • Nausicaä 08.08.2017 21:29
      Highlight @wonderwhy:
      Das Interview ist interessant und ich empfehle der Blitzgemeinde hier es zu lesen, aber ich sehe darin keine Stelle, in der er biologischen Determinismus, in der Definition
      ,der biologische Determinismus vertritt die Auffassung, dass der Mensch ausschließlich oder überwiegend von seiner biologischen Natur bestimmt wird und nicht von seiner sozialen bzw. kulturellen Umwelt bejaht. Im Gegenteil, Jäncke räumt der biologischen Natur nur einen marginalen Einfluss ein, das allermeiste wird während des Lebens je nach Aufgabe und sozialer Rolle erlernt, respektive kann erlernt werden.
      7 18 Melden
    • stabiler 08.08.2017 21:33
      Highlight Wenn Sie studiert haben, wissen Sie doch, dass in der Wissenschaft ständig falsifiziert/verifiziert wird und es Vertreter verschiedenster Ansichten gibt, die allesamt - sofern sie wissenschaftlich vorgehen - ihre Existenzberechtigung haben.

      Ihre Wortwahl ("Mumpitz", "kein seriöser Wissenschaftler wird...", "Gefasel") lässt mir wahrscheinlich erscheinen, dass Sie nicht bereit sind, über den Tellerrand des Meinungshorizonts Ihrer Koryphäe Jäncke zu denken.

      Die Existenz solcher "Denkverbote" kritisierte der Google-Mitarbeiter und Reaktionen wie die Ihrige belegen nur seine Richtigkeit.
      30 2 Melden
    • Nausicaä 08.08.2017 22:02
      Highlight @stabiler: Tun sie bloss nicht so scheinheilig. Wer hat denn oben jemanden zitiert, der impliziert, dass es möglich sei: 'to get all the science exactly right'. So etwas könnte es ja gemäß ihrer obigen Begründung dann nicht geben.
      Ich bin der Meinung, dass wenigstens an der Uni Fakten thematisiert werden müssen und keine veralteten Glaubenssätze nach vermeintlich wissenschaftlichen Standards proklamiert.
      Wenn Wissenschaft dazu missbraucht wird, eine Gruppe zu diffamieren, habe ich nunmal null Verständnis und bringe diesem Unterfangen auch keinerlei Respekt entgegen.
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  • Cyrill Müller 08.08.2017 18:59
    Highlight Ein Nerd gibt seine konservative Weltansicht in einen Intranet bekannt!

    Weltweiter Medienaufschrei
    CEO lässt die Ferien sausen
    Der Typ ist seinen Job los

    Leute, es wäre so einfach: Mail vom Vorgesetzten mit einer Abmahnung und der Erklärung, dass jeder seine Meinung haben darf, er diese aber auch gefälligst bei sich halten soll und dass während der Arbeitszeit gearbeitet wird...
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  • FancyFish 08.08.2017 18:55
    Highlight PC is cancer!
    40 5 Melden
    • moedesty 08.08.2017 19:22
      Highlight ne gewisse user sind es.
      6 25 Melden

Mit Vollgas in die Vergangenheit – was der Tesla-Chef falsch macht

Elon Musk gilt mit seinen Elektroautos als Pionier, der schon mal vorfährt ins automobile Morgen. Dafür wird er gefeiert. Dabei sind die Tesla-Boliden bislang alles andere als zukunftsweisend.

Eines muss man Elon Musk lassen: Es gibt derzeit wohl keinen Manager, der erfolgreicher alten Wein in neuen Schläuchen unter die Leute bringt als er. Der Tesla-Chef hat es in kürzester Zeit geschafft, einen fast schon messianischen Status in Sachen Elektromobilität zu erringen. Wie Kirchgänger dem Prediger hängen selbst gestandene Medien Musk an den Lippen und bejubeln jede Verlautbarung aus seinem Munde. (Ja, zuweilen auch watson und sein Medienpartner Spiegel Online).

In der Nacht auf …

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