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Das neue LG-Smartphone kommt mit austauschbarem Akku und nach Neuwagen riechendem Lederbezug

Der koreanische LG-Konzern probiert etwas aus: Das neue Smartphone G4 kann man wahlweise mit Lederbezug ordern. Auch sonst ist bei dem neuen Modell manches anders als bei den High-End-Geräten der Konkurrenz.

29.04.15, 10:19 29.04.15, 11:32

Matthias Kremp / London

Ein Artikel von

LG ist spät dran. Die Konkurrenz hat ihre neuen Oberklasse-Smartphones für dieses Jahr längst in den Markt eingeführt, der koreanische Konzern ist ein Nachzügler. Allerdings einer, der es in den vergangenen Monaten kaum geschafft hat, seine Geheimnisse für sich zu behalten. Ungewöhnlich lange im Voraus wurde die Produktpräsentation angekündigt, Teilfotos des neuen Smartphone-Flaggschiffs verbreitet. Technische Daten sickerten durch und wurden im Netz weiterverbreitet.

Das LG G4 wird in unterschiedlichen Farben, wahlweise mit Kunststoffdeckel oder Lederdeckel, erhältlich sein. bild: spiegel online

Ein paar der wirklich wichtigen Details allerdings blieben bis zur Präsentation verborgen, manches völlig unklar. Für reichlich Verwirrung hatte gesorgt, dass schon vor Wochen versehentlich eine Mini-Website online ging, auf der die Daten des neues Smartphones aufgelistet waren. Einige Beobachter nahmen diese als bare Münze und mäkelten, das neue Modell würde kaum Neues bringen. Erst später wurde klar, dass viele der Angaben Platzhalter waren, die vom Modell G3 stammten.

Am Dienstag hat der Konzern das Gerät nun endlich offiziell vorgestellt, mit parallelen Veranstaltungen in mehreren Städten. Dabei wurde auch das Alleinstellungsmerkmal des neuen Mobiltelefons prominent platziert: Gegen Aufpreis ist es in verschiedenen Farben mit Lederbezug erhältlich. Wer daran riecht, wird unweigerlich feststellen: Das G4 ist das erste Smartphone, das duftet wie ein Neuwagen. Die Hülle wirkt allerdings nobler, als sie ist. Tatsächlich handelt es sich um einen Plastikdeckel mit einem dünnen Bezug aus Rindsleder.

Ein Blick in den Rückendeckel des Leder-Modells zeigt, dass es sich im Grunde um einen normalen Plastikdeckel handelt, der mit einer hauchdünnen Schicht Rindsleder überzogen wurde.  bild: spiegel online

Mehr Licht, mehr Kontrast

Entgegen dem Trend, immer dünner und immer leichter zu werden, ist das G4 bei gleicher Bildschirmgrösse einen Hauch dicker und schwerer geworden als sein Vorgänger, das LG G3. Der Bildschirm hat mit 5,5 Zoll dieselbe Grösse und mit 2560 x 1440 Pixeln auch dieselbe Auflösung wie das Vorgängermodell.

Das sogenannte IPS-Quantum-Display soll heller sein, mehr Kontrast und realistischere Farben bieten. bild: spiegel online

Trotzdem steckt ein ganz anderes Display im G4. Es handelt sich dabei um ein Modell aus eigener Produktion, das die sogenannte IPS-Quantum-Pixel-Technologie nutzt, sagt LG. Das Wortungetüm will sagen, dass der neue Bildschirm nicht nur realistischere Farben anzeigt, sondern ausserdem heller und kontrastreicher ist als beim Vorgänger.

Texte lassen sich auf dem Bildschirm sehr gut lesen, auch wenn die Schrift klein dargestellt wird. bild: spiegel online

In 30 Minuten auf 50 Prozent

Ungewöhnlich ist der Prozessor, für den LG sich entschieden hat. Statt einen der sonst in dieser Klasse üblichen Vierkern- oder Achtkern-Chips zu verwenden, baut LG einen Sechskern-Prozessor von Qualcomm ein. Einer der Vorteile dieses Chips soll sein, dass er nicht so heiss wird wie vergleichbare Modelle. Der Arbeitsspeicher ist mit drei Gigabyte üppig bemessen.

Ungewohnt ist auch, dass es das G4 nur in einer Speichervariante gibt, nämlich mit 32 Gigabyte Massenspeicher. Von denen waren bei den Vorführgeräten knapp 23 Gigabyte nutzbar. Anders als Samsung folgt LG allerdings nicht dem Vorbild Apple und hat zusätzlich einen Steckplatz für microSD-Speicherkarten vorgesehen. So kann man das G4 derzeit um bis zu 128 Gigabyte erweitern. Ebenso ist auch der Akku mit wenigen Handgriffen austauschbar.

Der Akku des G4 ist binnen weniger Sekunden austauschbar. bild: spiegel online

Genau wie Samsung wirbt LG dafür, dass sich der Energiespeicher besonders schnell aufladen lässt. Das mitgelieferte Netzteil soll den Akku binnen 30 Minuten bis auf 50 Prozent seiner Kapazität aufladen können. Eine drahtlose Ladefunktion, wie sie Samsung bei seinem neuen Galaxy S6 bietet, ist ab Werk nicht vorgesehen, lässt sich mithilfe eines optionalen Deckels aber nachrüsten.

Schnell ins Netz 

Sehr gespannt darf man auf die Leistung der Kameras sein. Die Hauptkamera ist mit einem 16-Megapixel-Sensor bestückt, was für sich genommen noch nichts Besonderes wäre. Doch die Lichtstärke gibt LG mit f/1.8 an. Zahlenmässig sei das zwar nur ein Unterschied von 0.1 gegenüber beispielsweise Samsungs Galaxy S6, in der Praxis würde sich das aber deutlich bemerkbar machen. Gleichzeitig wurde der optische Bildstabilisator verbessert; er soll nun doppelt so starke Schwankungen ausgleichen können wie sein Vorgänger.

Die rückwärtige Kamera hat eine Auflösung von 16 Megapixel. Der optische Bildstabilisator wurde verbessert und kann jetzt stärkere Erschütterungen und Schwankungen ausgleichen. bild: spiegel online

Ob das bloss Zahlenschinderei ist oder die Kamera des G4 damit tatsächlich bessere Bilder macht, müssen Tests zeigen. Die Frontkamera jedenfalls wurde weniger stark verbessert. Zwar hat LG sie auf 8 Megapixel aufgewertet, einen optischen Bildstabilisator bekommt sie aber nicht. Dafür ist die Mobilfunk- und Netzwerkabteilung mit allem bestückt, was derzeit hip und möglich ist: LTE, Gigabit-WLAN nach IEEE 802.11ac, Bluetooth 4 und NFC.

Das Gerät kommt erst im Sommer in die Läden

Nettes Zubehör: Dieses Case lässt gerade genug Platz, damit eine Uhr auf dem Bildschirm angezeigt werden kann. bild: spiegel online

Allzu schnell kann LG das G4 nicht in den Handel bringen – wohl aufgrund der üppigen technischen Ausstattung und des ungewöhnlichen Lederdesigns. Erst im Juni soll es auf den Markt kommen, dann bereits mit dem Betriebssystem Android 5.1 bestückt sein. Die empfohlenen Verkaufspreise liegen auf dem derzeit üblichen Niveau: 649 Euro soll das G4 mit Kunststoffrücken kosten, die Lederversion wird für 699 Euro angeboten. Billig ist das zwar nicht, aber immerhin noch günstiger als etwa ein ähnlich ausgestattetes Samsung Galaxy S6.

Entscheidet man sich für die schönere Leder-Variante, ist dieser Preisvorteil allerdings dahin.

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    Alle Leser-Kommentare
  • fabian.sigrist 01.05.2015 12:27
    Highlight Ääh...Moto X?
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