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Whistleblower-Geschichte

Ein Held ohne Superkräfte: Edward Snowden ist jetzt eine Comic-Figur

Ein amerikanischer Verlag präsentiert Edward Snowdens Leben in Comicform. Der Band ist allerdings recht schnell ausgelesen.

22.05.14, 19:00

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Die Geschichte, wie Edward Snowden vom Online-Forennutzer zum weltbekannten Whistleblower wurde, erzählen mittlerweile diverse Bücher. Es gibt Glenn Greenwalds «Die globale Überwachung», «The Snowden Files» von «Guardian»-Journalist Luke Harding und «Der NSA-Komplex» von den Spiegel-Autoren Marcel Rosenbach und Holger Stark. Sogar ein Film basierend auf Greenwalds Buch ist geplant, mit Produzenten, die schon bei «James Bond» mitgearbeitet haben.

Mit «Beyond: Edward Snowden» gibt es Snowdens Biografie nun auch in Comicform. Gerade einmal 28 Seiten hat der englischsprachige Band, in Deutschland gibt es ihn beispielsweise für Amazons Kindle für 2,99 Euro. Hinter der Erzählung steckt die Autorin Valerie D'Orazio, die auch schon an «Batman»- und «X-Men»-Geschichten mitgewirkt hat. Mit Snowden widmet sie sich nun einem Helden ohne Maske oder Kostüm.

«Schon immer wollte ich einen Comic schreiben, der als Brücke zwischen der Geek-Kultur und dem Mainstream funktioniert», sagt D'Orazio dem Magazin «Business Insider». «Snowden war dafür perfekt geeignet, weil er selbst aus der Geek-Kultur kommt.»

Snowden mit Zauberwürfel im Hotel

D'Orazios Comic zeigt Snowden in verschiedenen Lebensphasen: als 19-jährigen Jugendlichen, der Ponys, Schusswaffen und Mädchen mag, mit einer Schüssel Asia-Nudeln in der Hand. Als jungen Soldat, der sich bei einem Trainingsunfall beide Beine gebrochen hat. Als mysteriösen Informant, der in einem Hotel in Hongkong mit einem Zauberwürfel in der Hand Glenn Greenwald erwartet. Als Bewohner des Moskauer Flughafens, wie er sich langweilt.

«Beyond: Edward Snowden» dreht sich vor allem um Snowdens persönliche Wandlung, die Auswirkungen seiner Enthüllungen werden kaum thematisiert. Er wird als jemand porträtiert, der bereit ist, sein geregeltes Leben für das Allgemeinwohl aufs Spiel zu setzen. Optisch ist der Comic nett anzusehen, inhaltlich wirkt er zumindest halbwegs authentisch: So werden zum Beispiel echte Presseartikel oder Online-Kommentare aus Snowdens Jugend zitiert.

Snowden ist übrigens nicht der erste Prominente, dem der Verlag Bluewater Productions eine Veröffentlichung gewidmet hat: Zum Verlagsprogramm gehören zum Beispiel Graphic Novels über Prinz Harry, Lady Gaga und «Harry Potter»-Autorin Joanne K. Rowling. Das ist die Prominenzliga, in der Snowden mittlerweile spielt. (mbö)



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