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Nintendo Switch. bild: spiegel online

Nintendos neue Konsole ausprobiert: Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten

Endlich hat Nintendo seine neue Konsole Switch vorgestellt. Wir konnten sie bereits ausprobieren. Unser erster Eindruck – in Form von zehn Antworten auf Leserfragen.

14.01.17, 18:47 15.01.17, 17:55

Markus Böhm / offenbach

Ein Artikel von

Nintendos neue Spielkonsole Switch ist ein Mix aus Handheld und Wohnzimmer-Gerät. Am 3. März soll sie in den Handel kommen, mit «The Legend of Zelda: Breath of the Wild» als Starttitel. Die Präsentation der Switch bot manche Überraschung, vor allem was die Bewegungssteuerung, die Regionsfreiheit und Online-Abos angeht.

Nintendos neue Konsole Switch ausprobiert

Enttäuschend ist die geringe Zahl zum Start verfügbarer Titel sowie die späten Erscheinungstermine erwartbarer Highlights. Das neue Spiel «Super Mario Odyssey» etwa soll erst Ende des Jahres erscheinen.

«Super Mario Odyssey»

Die wichtigsten Neuigkeiten vom Morgen haben wir hier zusammengefasst:

Am Freitagvormittag hatten wir bereits die Möglichkeit, uns die Switch selbst aus der Nähe anzuschauen und einige Titel wie «Zelda», «1, 2, Switch», «Arms» und «Super Mario Kart 8 Deluxe» auszuprobieren.

Im Vorfeld und während dieser Veranstaltung hat Spiegel-Online-Redaktor Markus Böhm per E-Mail, Facebook und Twitter Leserfragen gesammelt und vor Ort zu beantworten versucht. Hier ist eine Auswahl.

1. Leserfrage: Was wird die Switch in der Schweiz kosten?

In den USA soll die Konsole 299 Dollar plus Steuern kosten. Ein offizieller Preis für die Schweiz war am Freitag noch nicht bekannt. Amazon und weitere Händler haben die Konsole aber bereits für 330 Euro bzw. 350 Franken angeboten, in dieser Grössenordnung dürfte sich der Preis also einpendeln.

Oben: Switch als Heimkonsole. Links: Switch als mobile Konsole. Rechts: Switch als Tablet. bild: nintendo

2. Leserfrage: Laufen auf der Switch ältere Nintendo-Spiele, etwa von der Wii oder Wii U?

Es wäre zwar schön, auf der Switch direkt etwas spielen zu können, ohne erneut Geld ausgeben zu müssen. Nintendos Antwort auf diese Frage lautet allerdings: nein. Mit der Switch funktionieren alte Spielmodule oder Datenträger offenbar nicht - was die Konsole besonders für Leute, die gerade erst einen 2DS oder eine Wii U gekauft haben, unattraktiv macht. Laut Nintendo nennt man das Speichermedium, auf dem Switch-Spiele vertrieben werden, diesmal übrigens schlicht «Karten».

3. Leserfrage: Sehen die Spiele mobil schlechter aus als auf einem Fernseher?

Bei «Zelda: Breath of the Wild» hatte ich nicht den Eindruck, dass das Spiel mobil schlechter aussah: Ich hatte gefühlt denselben Weitblick in die Spielwelt und auch bei der Grafikqualität fielen mir keine sofort erkennbaren Unterschiede auf. Auf dem kleinen Bildschirm sieht «Zelda» vielleicht sogar schicker aus, denn auf dem Fernseher ist man von Playstation 4 und Xbox One Besseres gewohnt.

Mitarbeiter von Nintendo sagten mir auf Nachfrage übrigens, dass zum Beispiel «Mario Kart 8 Deluxe» auf dem TV in Full HD (1080p) läuft, mobil aber nur in HD (720p). Das sei eine bewusste Entscheidung der Entwickler mit Blick auf die Akkulaufzeit. Die soll je nach Spiel stark variieren, «Zelda» soll man rund drei Stunden am Stück spielen können.

4. Leserfrage: Wie leistungsfähig ist die Switch?

Genaue Leistungsdaten nennt Nintendo nach wie vor nicht, daher will ich nicht mutmassen. In Sachen Grafik und Leistung sollte man aber nicht zu viel erwarten, vor allem auf dem Fernseher. «Zelda» etwa sieht - ohne Fanbrille - okay und in sich stimmig aus, ist aber grafisch nicht mit aktuellen Spielen wie «The Witcher 3» auf anderen Plattformen zu vergleichen. Details der offenen Welt ploppen teils erst beim Annähern auf, Wiesen in der Ferne sind schlicht einfarbig grün. Nach einem «Game over» dauerte das Neuladen ungefähr zehn Sekunden. Das ist akzeptabel.

5. Leserfrage: Was taugen die Controller-Varianten? Wirken die Zusammensteckvarianten stabil?

Die neue Nintendo Switch, hier mit bunten JoyCons. Bild: © Kim Kyung Hoon / Reuters/REUTERS

Hier muss man zwischen den insgesamt drei Standardvarianten unterscheiden. Allgemein gilt: Die Sticks und Tasten für die Switch-Steuerung sind auffallend klein, das könnte für sehr grosse Hände ein Problem sein. Zudem fand ich die Plus- und Minus-Taste von der Haptik her unangenehm.

Bei der Variante Bildschirm plus je ein JoyCon links und rechts war ich vom Gewicht der Konstruktion überrascht - man hat hier eben die Konsole mit in der Hand, für längere Partien ist das eher nichts.

Beim zusammengesteckten Controller ohne Bildschirm wirkt der Platz in der Mitte ein wenig verschwendet. Ansonsten liegt das Pad so aber ganz gut in der Hand. Bei dieser und der vorherigen Variante hatte ich nicht den Eindruck, der Controller würde bei einer hektischen Bewegung auseinanderfallen.

Mit einem einzelnen JoyCon zu spielen, geht eine Zeit lang, ist aber wirklich nur etwas für zwischendurch oder für spontane Partien. Bei «Mario Kart» fielen mir bei dieser Variante vor allem die Schultertasten negativ auf, ihr Feedback ist seltsam schwach. Für reine Partyspiele wie «1, 2, Switch» sind die Controller einzeln okay.

6. Leserfrage: Ist der grössere Pro-Controller, den man extra kaufen kann, merklich besser?

Ich würde deutlich lieber mit dem Pro-Controller spielen als mit einer Zusammensteckoption. Schon die Sticks des Pro-Controllers fühlen sich wertiger an, er liegt besser in der Hand, hat die richtige Dicke. Mit 70 Franken ist er bemerkenswert teuer - die Investition lohnt sich daher nur für Vielspieler.

7. Leserfrage: Kann man mit einer Konsole zu zweit «Mario Kart» auf einem Fernseher spielen, ohne Zusatz-Hardware kaufen zu müssen?

Das funktioniert. Jeder Spieler benutzt dann einen JoyCon. Man kann auf diese Weise per Gerätevernetzung zum Beispiel auch gegen zwei weitere Spieler, die eine weitere Switch mit zwei JoyCons besitzen, antreten.

8. Leserfrage: Vor kurzem ging im Netz eine Liste angeblicher Switch-Spiele herum, auf der «Fifa 17», «Splatoon: Counterattack» und ein «Assassin's Creed Egypt» auftauchten. Sind diese Angaben korrekt?

Nein, nicht pauschal, aber manches war nicht schlecht gemutmasst. So kommt etwa im Sommer «Splatoon 2» heraus und auch «Fifa» bekommt im Laufe des Jahres einen Switch-Ableger, der aber vermutlich nicht 1:1 mit den «Fifa 17»-Spielen für andere Plattformen identisch sein wird. Ubisoft, die Macher von «Assassin's Creed» haben drei Switch-Titel wie «Just Dance 2017» angekündigt, aber bisher keinen «Assassin's Creed»-Ableger.

(Eine Liste aller bisher bestätigten Games für die Switch gibt es hier.)

9. Leserfrage: Hat die Switch einen Gamecube-Emulator an Bord?

Das Menü der Konsole liess sich beim Testen nicht ansteuern, daher kann ich dieses Gerücht weder verifizieren noch dementieren. Mitarbeiter erzählten mir nur, dass das neue Online-Abo – ähnlich wie Playstation Plus und Xbox Live Gold – Spiele im Preis beinhaltet. Dabei soll es sich im Fall von Nintendo um NES- und SNES-Titel handeln.

10. Leserfrage: Würde der Redaktor sich die Konsole privat kaufen?

Stand heute: nein. Der Preis der Konsole scheint zwar in Ordnung, der Mix aus Handheld und Heimkonsole ist originell und das neue «Zelda» wirkt nett. Doch «Zelda» spricht mich nicht so sehr an, dass ich nur dafür eine Konsole kaufen würde - viel mehr Launch-Spiele ausser «Zelda» und «1, 2, Switch» hat Nintendo bisher nicht gezeigt. Langfristig könnte mich wohl am ehesten «Mario Kart 8 Deluxe» mit seiner JoyCon-Multiplayer-Option zu einem Kauf bewegen - oder «Super Mario Odyssey».

So hat Nintendo die Switch präsentiert

Video: YouTube/Nintendo Deutschland

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sambeat 15.01.2017 03:26
    Highlight Also eigentlich will ich im Moment nur ein NES-Mini!
    Das andere kann warten ;)
    2 1 Melden
  • NumeIch 14.01.2017 21:54
    Highlight Ob man diese Konsole kaufen soll? Dazu reicht ein Wort - Zelda!
    27 8 Melden
    • bcZcity 15.01.2017 01:57
      Highlight Kommt ja auch auf der WiiU, und sieht dort nicht mal wirklich schlechter aus. Also nur für das neue Zelda, braucht es keine Switch!
      1 4 Melden
  • Rendel 14.01.2017 20:18
    Highlight Der gefühlt 100. Artikel zu dieser Konsole. 🙄
    5 42 Melden
    • Mia_san_mia 15.01.2017 00:53
      Highlight Richtig so, von mir aus können noch viel mehr kommen.
      25 3 Melden
    • Rendel 15.01.2017 14:44
      Highlight Ich versteh es ja für die Fans. Alles was Klicks generiert, wird bei Watson ausgeschlachtet, bis zum geht nicht mehr. Meinte es eher so.
      3 5 Melden
  • TanookiStormtrooper 14.01.2017 19:39
    Highlight Warum sollen 70 Franken für den Pro-Controller bemerkenswert teuer sein? Der PS4 Controller kostet je nach Händler etwa gleich viel (59-89 CHF). Ausserdem sollen da Rumble-Feature und die Bewegungssteuerung weitaus präziser sein.
    Hätte mir ausserdem gerade ein paar Sätze zur Bewegungssteuerung mit den Joycons gewünscht gerade wie sie sich bei Arms schlagen.
    Kamen da wirklich keine spannenderen Fragen...
    28 5 Melden

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