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Fotos aus den Ferien auf Facebook posten: Mit ein paar kleinen Kniffs bleibt die Rechnung trotz Surfen und Telefonieren im Ausland niedrig. Bild: Shutterstock

Smartphone-Nutzung im Ausland

Wie Sie unnötige Handy-Kosten vermeiden: 9 Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Roaming

27.06.14, 15:11 03.07.14, 12:17

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Gute Nachrichten für alle mit Fernweh: Für die Roaming-Nutzung bezahlen Schweizer Kunden diesen Sommer bis zu 73 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, wie Comparis errechnet hat. Doch es gibt noch einige Tricks, wie Sie Ihre Roaming-Kosten noch weiter reduzieren können. Wir verraten, wie es geht.

1. Wie kann ich im Ausland günstig surfen? 

Bei der Internetnutzung über ein ausländisches Mobilfunknetz können je nach Vertrag happige Roaming-Gebühren anfallen. Wer sich über kostenlose WLAN-Netze (im Hotel, Restaurant etc.) einwählt, zahlt nichts fürs Surfen. Ein Verzeichnis mit weltweiten kostenlosen Hotspots gibt es auf dieser Website. Allerdings ist bei öffentlichen WLANs Vorsicht geboten. Es sollten keine sensiblen Daten unverschlüsselt übertragen werden.

Mitunter aber ist in den Ferien kein WLAN verfügbar – zum Beispiel am Strand. Hier ist klar im Vorteil, wer eine Roaming-Option bestellt respektive Datenpakete kauft. Vorsicht: Bei Orange und Sunrise gelten die Preissenkungen nur für Konsumenten, die VOR ihren Ferien aktiv ein Paket gebucht haben. Bei Swisscom kann dies auch noch während des Auslandsaufenthalts erworben werden. 

2. Kann ich für Roaming-Gebühren eine Obergrenze setzen?

Swisscom- und Sunrise-Kunden haben die Möglichkeit, über eine sogenannte Cockpit-Seite (cockpit.swisscom.ch und cockpit.sunrise.ch) Kostenlimite für Roaming einzurichten. Ist dieses erreicht, erfolgt eine automatische Benachrichtigung via SMS. Wer ein Swisscom-Abo hat, wird ausserdem jeweils nach 50 CHF darauf hingewiesen, wie viel Geld man schon «versurft» hat. Orange-Kunden sollten vor den Ferien die «Orange Go»-Option bestellen – und wichtig: Nach den Ferien nicht vergessen, die Option wieder abzubestellen.

3. Lohnt sich der Kauf einer lokalen SIM-Karte für zwei Wochen Badeferien am Meer?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Prepaid-Karten fürs Surfen und Telefonieren sind in vielen Ländern günstig. Der Nachteil: Man ist nicht unter der gewohnten Nummer erreichbar und unter Umständen funktionieren die Karten nicht, wenn das Handy ein Sim-Lock hat. 

Deutlich komfortabler ist es, sich im Vorfeld über die Auslandspakete zu informieren. Mittlerweile gibt es aber bei vielen Schweizer Anbietern spezielle Paketangebote fürs Ausland auf Tages-/Wochen- oder Monatsbasis. Diese enden mit Ablauf der gebuchten Zeit oder wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist – allerdings ist das von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Unbedingt vorher informieren. 

Übrigens: Auch in regulären Abos sind Gesprächsguthaben und Datenvolumen fürs Ausland mitunter bereits enthalten.

4. Ich werde mit einem Mietauto unterwegs sein und möchte meine TomTom-App auf dem iPhone zum Navigieren benutzen. Zahle ich mich dafür dumm und dämlich?

Bild: Shutterstock

Nein. Die Apps von TomTom und Navigon funktionieren mit Offline-Karten. Diese benötigen, nachdem sie auf das Gerät geladen wurden, keine weitere Datenverbindung. So stehen die Karten auch bei schlechter Netzabdeckung in vollem Umfang zur Verfügung – im Gegensatz zu den Kartendiensten von Google und Apple

5. Muss ich beim Musik-Streaming mit dem Smartphone mit hohen Kosten rechnen?

Shutterstock

Ja, falls das Gerät nicht über WLAN mit dem Internet verbunden ist. Das Streaming von Musik oder Videos über die Mobilfunkverbindung kann sehr sehr teuer werden. Eine Stunde Musikhören im Ausland kann je nach Provider und Mobilfunkabo mehrere hundert Franken kosten – zumindest wenn es keine automatische Benachrichtigung gibt, nachdem ein gewisses Budget aufgebraucht ist. 

Tipp: Speichern Sie Musik oder Videos noch in der Schweiz oder bei bestehender WLAN-Verbindung (im Hotel etc.) auf dem Smartphone. So stehen die Songs und Videos offline zur Verfügung und bei der Nutzung werden keine Daten übertragen werden. Oder Sie erwerben ein Datenroaming-Paket, dass genügend gross ist. Übrigens: Eine Minute Musik-Streaming erzeugt ein Datenaufkommen von grob 1 MB. Mit 1 GB kann man also etwa 16 Stunden Musik via Streamingdienste hören. 

6. Kann ich WhatsApp oder den Messaging-Dienst iO im Ausland ohne hohe Kosten nutzen? 

Auch hier gilt es aufzupassen. WhatsApp oder iO von Swisscom (kann auch von Kunden anderer Mobilfunkanbieter in der Schweiz und dem Ausland genutzt werden) sollte man im Ausland nur über eine WLAN-Verbindung nutzen, sonst fallen Roaming-Gebühren an – sofern man nicht ein Datenpaket gebucht hat. Vor allem dann, wenn Videos oder andere grosse Dateien (Fotos, Musik etc.) via Mobilfunknetz übertragen werden. 

7. Entstehen Roaming-Kosten, wenn ich SMS nur empfange?

Nein. Der Empfang von SMS im Ausland ist überall kostenlos. Dies gilt aber nicht für kostenpflichtige «Mehrwertdienste» wie Wetteralarme und dergleichen: Wer einen solchen Dienst abonniert hat, bezahlt sowieso für den SMS-Empfang, auch wenn man sich in der Schweiz befindet.

8. Von Facebook über E-Mail bis Youtube – was verbraucht eigentlich wie viel Daten

Schnell mit einer Karten-App sich zu einer unbekannten Adresse lotsen lassen oder von unterwegs die News auf dem Smartphone oder Tablet lesen, das verbraucht unterschiedlich viele Megabytes. Hier ein Grobüberblick über die die ungefähren Daten, die dabei hin- und hergeschaufelt werden. 

• Einen Post auf Facebook (inkl. Ferienfoto) hochladen: ca. 0.5-2 MB

• Google Maps laden und einen Standort bestimmen: ca. 0.5 – 1 MB

• 30 E-Mails lesen (ohne Attachments): ca. 0.5 MB

• 1 Minute Youtube Video anschauen: ca. 2-3 MB

9. Was muss ich beim Verlust meines Smartphones tun?

Der Verlust der SIM-Karte muss sofort der Hotline des Schweizer Mobilfunkanbieters gemeldet werden. Dies ist rund um die Uhr möglich.

Swisscom: +41 62 286 12 12 (kostenpflichtig)
Sunrise: +41 58 777 01 01 (kostenpflichtig)
Orange: +41 78 700 70 00

Für den Polizeirapport braucht man die IMEI-Nummer des verschwundenen Geräts. Tipp: Notieren Sie sich vor der Abreise die 18-stellige IMEI-Nummer, die in der Regel unter dem Akku steht oder beim iPhone auf der Geräterückseite zu finden ist. Die IMEI-Nummer kann auch mit der Tastenkombination *#06# angezeigt werden. (dsc/oku)

Diese Infobox stammt von unserem Werbepartner:

Mit den Datenpaketen von Swisscom unbeschwert surfen

Dank den attraktiver Datenpaketen ab CHF9 (50 MB) und den günstigen Gesprächstarifen ist das Smartphone auch in den Ferien der ideale Begleiteter. Im kostenlosen Swisscom Cockpit können Datenpakete gekauft werden, die verbrauchte Datenmenge abgefragt und das Kostenlimit angepasst werden. Jetzt Datenpakete und Angebot abchecken – damit Sie in den nächsten Ferien unbeschwert surfen und telefonieren können >>

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    Alle Leser-Kommentare
  • gaba 03.07.2014 09:16
    Highlight Bei einem solchen Artikel würde ich mir dann schon eine unabhängige Berichterstattung wünschen.
    3 1 Melden
  • scream 02.07.2014 23:04
    Highlight Erster Guter Artikel zum Thema. Die Datenpakete finde ich leider noch viel zu teuer. In Spanien eine PrePaid SIM für 15.- mit 1GB geholt. Für 1GB wird dann noch 9€ fällig. Ich werwende das ganze in einem kleinen handlichen Mobile Hotspot von Huawei. So können doe Verbindung mehrere Geräte nutzen und man bleibt unter seiner Nummer erreichbar. Dann mit iO von Swisscom telefonieren. Funktioniert Perfekt und ist kostengünstig. (Schon mehrfach getestet!)
    3 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.07.2014 22:32
    Highlight Egal in welchem Land ich schon war (Indonesien, Kenia, Thailand, Holland, Deutschland, England, Frankreich, Australien, Italien, Kroatien, ....) nirgends ist das Internet so teuer wie in der Schweiz, es lohnt sich *immer* eine Prepaid Simkarte zu kaufen. Ohne Ausnahme.
    Unter meiner Schweizer Nummer möchte ich eh nicht erreichbar sein, weil mich das mehr Geld kostet, als aus dem Ausland mit der Prepaid Karte in die Schweiz anzurufen......
    Ganz ehrlich, die Schweizer Provider betrieben eine Abzocke mit den Roaming Gebühren, die weltweit keinen Vergleich findet.
    4 0 Melden
    • MM 03.07.2014 08:33
      Highlight Da bin ich absolut einverstanden. Aber wie ich das verstehe, ist der Artikel nicht von Swisscom gesponsert, sondern VERFASST.

      Natürlich ist eine Prepaid-Karte immer günstiger. Meistens geht es eher um Bequemlichkeit, das ist natürlich ein Argument. Wegen der paar Franken – verglichen mit den restlichen Ferienkosten.

      Was mich stört ist, dass Swisscom hier unter Mithilfe von Watson effiziente Überzeugungsarbeit leisten kann. Gesponserte Artikel ok. Aber nicht so einseitig oder gar nicht mehr selbst verfasst. Bitte.
      1 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.07.2014 17:09
      Highlight Nein, im Ernst?! Eine Firma wie die Swisscom darf Watson Artikel unterschieben? NEIN, Watson, macht das bitte nicht :'-(
      0 1 Melden
    • MM 03.07.2014 18:32
      Highlight Et voilà, der nächste: http://wat.is/-64xrKAyB

      Schade. Seeehr schade, Watson!!
      1 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.07.2014 10:41
      Highlight Die müssen ja sehr gut Zahlen.... aber klar, die Datenpakete sind das neue "Roaming".
      0 1 Melden
  • Jaing 02.07.2014 16:09
    Highlight Der erste Artikel über Roaming, der nicht von einem Bikini-Girl am Strand illustriert wird.
    5 0 Melden
    • Olaf 02.07.2014 16:26
      Highlight Stimmt. Das Girl macht grad einen Roadtrip - deshalb das Auto-Bild. :-)
      4 0 Melden

20 Jahre Abzocke beim Roaming – watson blickt zurück (und macht das Beste draus)

Auf dieses «Jubiläum» hätten wir sehr gern verzichtet, liebe Telekom-Anbieter.

Als Roaming-Gebühren hierzulande erstmals für (negative) Schlagzeilen sorgten, war die Swisscom noch Monopolistin – und hiess Telecom PTT: Vor ziemlich genau 20 Jahren berichtete die «SonntagsZeitung» über das «Tarif-Chaos im weltweiten Handy-Netz» und mahnte mitten im Handy-Boom, dass sich «beim drahtlosen Telefonieren im Ausland» ein Preisvergleich lohne...

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