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epa04119012 A handout satellite picture provided by the European Organisation for the Exploitation of Meteorological Satellites (EUMETSAT) shows clear skies over Europe, 10 March 2014. The image, taken by Meteosat-10 geostationary satellite at 08:00 (UTC), shows almost no clouds over Portugal, Spain, France, Belgium, the Netherlands, Luxembourg, Germany, Poland, Czech Republic, Lithuania, Latvia, Belarus, Ukraine, and Slovakia.  EPA/EUMETSAT / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/EUMETSAT

Navigationssystem

Russland will GPS-Bodenstationen abschalten

Die Navigation durch das GPS-System könnte bald ungenauer werden. Die russische Regierung will elf Bodenstationen abschalten, sollten Verhandlungen mit den USA keine Einigung bringen.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Russland hat angekündigt, den Betrieb der insgesamt elf GPS-Stationen zu stoppen, die sich auf russischem Territorium befinden. Vize-Premier Dmitri Rogosin sagte laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti: «Ab dem 1. Juni setzen wir den Betrieb der GPS-Stationen aus.» Rogosins Aussage bezieht sich auf ein Abkommen mit den USA, das auf das Jahr 1993 zurückgeht und 2001 erweitert wurde. Darin, so Rogosin, seien auch Vereinbarungen über die Errichtung von Bodenstationen für das russische GPS-Pendant Glonass auf amerikanischem Boden enthalten. Die Amerikaner hätten das der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos jedoch bislang verweigert.

Nun würden für die kommenden drei Monate Verhandlungen zwischen Moskau und Washington anstehen. Blieben die Gespräche ergebnislos, würden die GPS-Stationen in Russland ab dem 1. September endgültig ausser Betrieb gesetzt.

Für Privatpersonen soll eine solche Abschaltung keine Probleme mit sich bringen. Igor Marinin, Chefredakteur der Fachzeitschrift Nowosti Kosmonawtiki, wird mit der Einschätzung zitiert, die von den Bodenstationen gelieferte Zielgenauigkeit werde nur vom Militär für Präzisionslenkwaffen benötigt: «Weder Autofahrer, noch Touristen, noch private Nutzer werden etwas merken».

Fitters of space apparatus work on the GLONASS-M space navigation satellite inside an assembly workshop of the Reshetnev Information Satellite Systems company in the Siberian town of Zheleznogorsk, some 50 km (31 miles) northeast of Krasnoyarsk, April 2, 2014. The Global Navigation Satellite System (GLONASS) is a Russian satellite navigation system similar to the Global Positioning System (GPS) of the U.S., designed to serve for military and civil purposes. Picture taken April 2, 2014. REUTERS/Ilya Naymushin (RUSSIA - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY BUSINESS)

Die Glonass-M-Satellit. Bild: Reuters

Die Bodenstationen erhöhen die Genauigkeit

Bodenstationen haben grundsätzlich den Zweck, als Korrekturmechanismus die Genauigkeit des Navigationssatellitensystem zu erhöhen. Ein GPS- oder Glonass-Empfänger bestimmt seine Position, indem er die Signale von mindestens drei Satelliten empfängt und zusammenrechnet. Doch diese Signale werden durch Turbulenzen in der äusseren Atmosphäre abgelenkt, von Stunde zu Stunde unterschiedlich stark.

Die so verzögerten Signale verändern die vom Empfänger berechnete Position. Referenzstationen am Boden, wie sie Roskosmos in Nordamerika bauen will, empfangen die Satellitensignale an einem exakt verorteten Standort. Weil diese Position bekannt ist, lässt sich die Abweichung der empfangenen Daten genau ermitteln.

Dass US-Geheimdienste die Errichtung von Glonass-Stationen auf US-Territorium nach Kräften behinderten, ist seit dem vergangenen Jahr bekannt. Als Begründung wurde damals die Sorge vor Spionage angeführt. Ausserdem sei Glonass Teil des russischen Zielerfassungssystems für Lenkwaffen.

Rogosins Ankündigung erfolgte nun zeitgleich mit der Ankündigung, dass sich Russland an der Internationalen Raumstation ISS nur noch bis 2020 beteiligen will. (meu)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Horny 14.05.2014 13:26
    Highlight Highlight Genau dafür ist die USA Bekannt. Sie unterzeichnen Verträge, die sie dann nicht Ratifiziert. Sie belauscht die Welt, obschon es selbst gegen die eigenen Gesetze verstösst. Sie erpresst andere Staaten, um zu bekommen was sie wollen. Sie unterstellt Staaten Straftatbestände, im Wissen, dass die USA selbst weltweit Führend ist, in den unterstellten Straftatbestände. Sie bezeichnen Staaten als "Schurkenstaaten" die Sie selbst Ausgebildet und mit Waffen beliefert hat.
    Die USA mischt sich in Alles und Jedes ein, um zu Profitieren und beachtet dabei weder Recht noch Unrecht, so quasi nach dem Moto, "Ich bin das Recht"
    Kein anderer Staat auf der Welt, hat in den letzten 20 Jahren so viel Schaden angerichtet, egal ob Wirtschaftlich, Finanziell, Völkerrechtlich oder Kriegerisch.
    Das hat nichts mit Hasstiraden oder Antiamerikanismus zu tun, dass sind schlicht und Einfach Fakten und Tatsachen. Wie lange schaut die Welt noch weg?
    • kiawase 14.05.2014 14:24
      Highlight Highlight hätte es nicht besser zusammenfassen können. Als Ergänzung kann man vielleicht noch anfügen dass diese Aktivitätne eine lange Tradition haben - eigene Interessen durchsetzten, überall und immer wieder, das ist die Motivation hinter allen Aktivitäten der Amis. Wer's nicht glaubt soll Howard Zinn lesen.
  • kEINKOmmEnTAR 14.05.2014 12:40
    Highlight Highlight Die sollen sich mal selbst zuhören!
    Russland soll fremde Stationen einfach tolerieren aber sobald Amerika eine Vertragsbestimmung erfüllen sollte und russische Stationen auf in ihrem Land bauen lassen sollten blockieren sie es einfach!

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