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«Peinlich»: Bundesrätin Leuthard schimpft über Handy-Empfang in Zügen

21.04.16, 07:40 21.04.16, 11:51

Wer schon einmal versucht hat, im Zug zu telefonieren, kennt das Problem: Der schlechte Handy-Empfang führt dazu, dass ein simpler Vorgang zu einem nervenzehrenden Kampf gegen Rauschen und ständige Unterbrüche wird.

Bundesrätin Doris Leuthard kennt das. An der gestrigen Medienkonferenz «Digitale Schweiz» antwortete die Verkehrsministerin auf eine entsprechende Frage von Radio SRF 3 kurz und knapp: «Das ist peinlich». 

Leuthard kann nicht nachvollziehen, weshalb die SBB und die Telekommunikationsanbieter nicht schon längst eine Lösung gefunden haben  «Nach einem Jahr Diskussion ohne Resultat haben wir uns bereit erklärt, über den Bahnkredit einen gewissen jährlichen Beitrag zu leisten, damit die Umstellung erfolgt. Ich verstehe das ehrlich gesagt auch nicht.»

Findet es «peinlich», dass die Schweiz in Sachen Handy-Empfang in den Zügen hinterherhinkt: Bundesrätin Doris Leuthard.
Bild: KEYSTONE

Offenbar herrsche zwischen der Bahn und den Telekommunikationsanbietern Uneinigkeit, wer die Kosten tragen sollte. Über die Ankündigung der SBB, die Aufrüstung von 1700 Regionalzügen auf Eis zu legen, sagte Leuthard: «Das ist ein grosses Ärgernis.»

Leuthard verspricht, Abhilfe zu schaffen, dämpft aber die Erwartungen, dass der Bund alleine viel ausrichten könne: «Das müssen wir unbedingt schnellstens beheben. Als Bund können wir unsere Wünsche äussern und schauen, dass diese in die Strategien und Vorgaben für die SBB einfliessen. Aber umsetzen muss sie das mit den Telekomgesellschaften.»

Die Verkehrsministerin zeigt sich grundsätzlich zuversichtlich, dass das Problem behoben werden kann, weist aber gleichzeitig auf die Dringlichkeit hin:, «Technische Probleme müssen in einem Land wie der Schweiz in nützlicher Frist lösbar sein. Dieses Echo müssen die Unternehmen aber hören und sagen: Es ist 5 vor 12.» (wst)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 23:47
    Highlight Verbesserte IP Natel-Verbindungen ist nicht dringend nötig, vielmehr braucht es beim Bahnfahren ein sozial freundlicheres ausbauen für Rollstuhlbenützer zum einparken im Wagon einer ICN und IC Zugkomposition. Es ist erschwert oder sogar unmöglich, selbständig in den ICN und den IC Zug-Wagon hinein zu gelangen. Wegen Gehschwierigkeiten haben auch Pensionisten es sehr schwer in den Wagon zu steigen.
    1 0 Melden
  • karl_e 21.04.2016 17:11
    Highlight Ich würde es begrüssen, wenn das Zugfahren wieder so wäre wie zu meiner Jugendzeit: kein Telefonieren, keine Musik, keine blöden überflüssigen Durchsagen, keine Füsse auf den Polstern, Raucherabteile. Da packt mich die Nostalgie😢
    7 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.04.2016 12:15
    Highlight Frau Leuthard hat schon recht. Immerhin gehört der lückenlose Empfang in den Zügen zur Grundversorgung der schweizer Bevölkerung. Und bitte, min. 4G muss es schon sein.
    12 5 Melden
  • Gurkensalat23 21.04.2016 12:14
    Highlight Peinlich ist, wenn das unser grösstes Problem ist.
    14 5 Melden
  • FrancoL 21.04.2016 11:44
    Highlight Peinlich sind nur die Gespräche die man sich anhören muss ausser man sei immer mit einem Kopfhörer unterwegs und nehme die Umwelt nicht mehr wahr.

    Der Raum im Zug ist zu eng für "TELEFONITIS".

    Man sollte einen klaren Unterschied in der Nutzung des Netzes im Zug machen: Netz für stille Arbeiten geht iO und sollte auch ausgebaut werden, Handy könnte eingeschränkt werden.
    11 2 Melden
  • Reed R. 21.04.2016 11:06
    Highlight Ärgerlich sind lediglich die Zug-Telefonierer.
    26 2 Melden
  • Thomas_v_Meier 21.04.2016 09:50
    Highlight Ich habe kein Problem im Zug, fahre freiwillig Zug um zu arbeiten. Habe in den letzten 10 Jahre mitbekommen wie der Empfang im Zug ausgebaut wurde. Gerade in den mir wichtigen Bereich Daten wurde viel getan. Habe gerne Musik zum arbeiten, kann seit 2-3 Jahren Spotify ohne Probleme Streamen bis auf den Lötschberg, Gotthard und der Strecke Bellinzona- Lugano habe nie Probleme.

    Als Tourismusland wäre WLAN für unsere Gäste eine gute Sache, musste schon ab und an Touris via Tethering aushelfen....
    13 2 Melden
    • oXiVanisher 21.04.2016 11:51
      Highlight Lass mich raten. Du fährst die "grossen", "wichtigen" Strecken und nicht die Regionalen.
      2 1 Melden
    • Thomas_v_Meier 21.04.2016 13:15
      Highlight Definiere "grossen" und "wichtige" Strecken. Ja Vermutlich fallen meine Strecken unter diesen.

      Aber auch auf "kleinern" Strecken ist es kein Problem.
      Z.b wurden an den letzten Wochenende die Züge BS - ZH via Frick, Brugg, Baden umgeleitet, kein Problem!
      Auch die Rheintal Strecke, Chur - St.Gallen oder Brienz-Luzern, kein Problem.
      Sind das auch "Wichtige" Strecken?

      Bin öfters im Jahr in Zinal VS, Sierre - Zinal im Postauto kein Problem. Habe damals im Bus von Zinal nach Sierre das Spiel Stan vs Nadal am AUS Open auf dem Natel geschaut ohne Probleme.... etc etc
      1 2 Melden
    • oXiVanisher 21.04.2016 14:25
      Highlight Region Bern in richtung Mitelland ist eine Wüste was das angeht.
      1 0 Melden
  • amore 21.04.2016 09:34
    Highlight Vielleicht wäre es besser, wenn die Menschen während dem Zugfahren wieder in Ruhe denkten. Der Welt wäre damit besser gedient.
    13 11 Melden
    • wolkenesser 21.04.2016 12:27
      Highlight Oder etwas sinnvolles, entspannendes machen Gespräche führen, ein Nickerchen machen, lesen, stricken etc. da findet jeder was für sich 😉 ich z. Bsp zeichne wieder eiffrig in meinem Skizzenbuch 😊
      1 0 Melden
  • Asmodeus 21.04.2016 09:27
    Highlight Tjaja. Die Politik interessiert sich halt nur für den Service Publique wenn man auch selbst betroffen ist.

    Darf ja nicht sein, dass man mit Gratis 1. Klasse GA keine super Verbindung hat. ;)
    17 2 Melden
  • Maya Eldorado 21.04.2016 09:21
    Highlight Ich staune immer wieder über die technischen Fortschritte. Von meinen Grosseltern hatte niemand je ein Telefon gehabt.
    Und jetzt ist der Anspruch von überall her jederzeit telefonieren zu können.
    Ist die Welt dadurch besser geworden? Nein! Einfach anders.
    Die Anspruchshaltung beginnt sich ins Unermessliche zu steigern.
    14 10 Melden
  • Dexta 21.04.2016 08:50
    Highlight Ich fuhr vor kurzem nach Österreich und war total überrascht das die ÖBB gratis wlan in den zügen anbietet. Die SBBsollte sich mal ein Beispiel nehmen.
    19 6 Melden
    • Thomas_v_Meier 21.04.2016 09:52
      Highlight WLAN in einem Zug/Postauto wird über Mobilfunk hergestellt. Wenn sich da Bahn und Telco uneinig sind wird das leider nichts.

      Die ÖBB bieten, soviel ich weiss, nur im Railjet WLAN an. Ist ihr vorzeige Zug.....sonst nun ja bin ich froh das wir die SBB haben ....
      13 1 Melden
    • Spi 21.04.2016 11:18
      Highlight Geh mal in die USA. Da gibt's praktisch überall Free-WiFi! Nur in der Schweiz versucht man überall noch ein paar Fränkli raus zu schlagen.
      5 2 Melden
  • Muenzh 21.04.2016 08:44
    Highlight Mein Gott... Haben wir keine anderen Probleme in diesem Land?!?!
    21 16 Melden
  • Zeit_Genosse 21.04.2016 07:57
    Highlight Wenn wertvolle Infrastrukturen (z.B. Telekommunikation) privatisiert sind und über Konzessionen der Leistungsauftrag nicht präzise definiert ist, passiert das. Ob bei Wasser, Strom. Kommunikation, usw. ist es schon wichtig, welchen staatlichen Auftrag die Privaten im Leistungsheft haben. wenn da nicht explizit etwas vereinbart wurde, dann regiert nicht der Staat, sondern die Aktionäre. Und wenn es um Kosten geht, bekommen Aktionäre Allergien und wenn es um Profit geht, wird 1,2 gehandelt. Der Staat soll investieren, die Konsumenten Gebühren und die Bürger doppelt noch Steuern zahlen.
    29 3 Melden
  • oXiVanisher 21.04.2016 07:50
    Highlight Danke! Endlich nennt jemand das Problem beim Namen!
    12 10 Melden

Fertig gepafft auf dem Perron? SBB prüfen schweizweit komplett rauchfreie Bahnhöfe 

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