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Die Initianten vor dem Gastrobetrieb in Zürich-Oerlikon. archivbild: bitcoin.csg.uzh.ch

Schweizer Studenten lancieren Bezahl-App «CoinBlesk»

Wenn das Menü mit Salat 0,02 Bitcoin kostet

In der Mensa Binzmühle in Oerlikon können Studierende probeweise ihr Mittagessen mit digitaler Währung bezahlen. Drei Studenten der Uni Zürich haben dafür eine Android-App entwickelt, die mittels NFC funktioniert.

04.09.14, 11:49 04.09.14, 12:40

Die Bitcoins können die Benützer vor Ort an einem Bitcoin-Bankomaten kaufen, der von der Firma SBEX zur Verfügung gestellt wird. Die Zahlung werde verlässlich innert weniger als einer Sekunde erledigt, heisst es in einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag auf der Website der Universität Zürich. Dies sei sogar dann möglich, wenn die Geräte gar keinen Internetanschluss haben.

Near Field Communication, oder kurz NFC, ist ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten. Die Übertragung funktioniert per Funktechnik über kurze Strecken von wenigen Zentimetern. Entsprechende Chips sind bereits in manche Kreditkarten eingebaut und können zum Bezahlen in Supermärkten benützt werden.

Für Android 4.4

Die Android-App wurde von Studenten in Zusammenarbeit mit Professor Burkhard Stiller vom Institut für Informatik entwickelt. Zum Bezahlen hält man einfach sein Smartphone – das mit dem Betriebssystem Android 4.4 und einem NFC-Sensor ausgerüstet sein muss – an eine Zahlstation.

Der Betrag erscheint auf dem Display, der Käufer akzeptiert die Zahlung, die Transaktion wird durchgeführt. Ein universitätseigener Server speichert lokal (off-chain) die Transaktionen und verwaltet das Bitcoin-Geld. Der Testlauf soll in den ersten Septemberwochen stattfinden.

Erste Tests hatten bereits im Februar stattgefunden.

Blitzschnelle Überweisung

Die Überweisung funktioniere auch von Handy zu Handy, etwa um Bitcoins von seinem Handy auf das Handy eines Kollegen zu überweisen, erklärten die Entwickler der App. Der Name «CoinBlesk» (coin: engl. Münze, blesk: tschech. Blitz) sei dabei Programm: Münzen werden wie der Blitz hin und her geschickt.

Bitcoin wurde 2009 von Computerfachleuten entwickelt und gilt als weltweites Zahlungssystem in Form von virtuellem Geld; die Sicherheit wird durch kryptographische Techniken gewährt. Alle Transaktionen erfolgen direkt zwischen den Teilnehmern, werden aber im Internet anonym gespeichert. Dies vermeidet die beim herkömmlichen Bankverkehr üblichen Zwischenschritte und umgeht auch Finanzbehörden.

Von sich reden machte Bitcoin in jüngster Zeit vor allem wegen enormen Kursschwankungen. Kostete bei seiner Einführung 2008 ein Bitcoin 6 US-Cent, lag der Preis Ende 2013 bei über 1000 Dollar. Weil das so ist, hat die Mensa mit den Projektverantwortlichen ausgehandelt, dass die Bitcoins wieder in Franken auf ihrem Konto verbucht werden. (dsc/sda)



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