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Quadcopter und Co. sollen nicht an die Leine, aber wie Hunde «gechippt» werden. Bild: KEYSTONE

Gefährliche Drohnen? Schweiz prüft Registrierungspflicht

Den Piloten der unbemannten Flugobjekte drohen strengere Kontrollen.

14.07.16, 11:40 14.07.16, 14:28


Drohnen könnten in der Schweiz künftig mit einem Chip ausgestattet sein müssen. Der Bund erarbeitet derzeit die Grundlagen für eine Registrierungspflicht, um fehlbare Piloten einfacher ausfindig machen zu können. Noch vor kurzem hatte der Bund diese Idee verworfen.

Die Markierung per Mikrochip sei «kaum umsetzbar», hatte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) in einem Anfang Februar veröffentlichten Bericht geschrieben. Inzwischen hat der Wind gedreht: Das BAZL habe beschlossen, eine elektronische Registrierung einzuführen, sagte BAZL-Sprecher Urs Holderegger am Donnerstag in der Sendung «HeuteMorgen» von Radio SRF.

Markierung per Chip

Die Kehrtwende erklärt Holderegger mit den Entwicklungen in den letzten Monaten. Inzwischen würden auch andere Länder – neben europäischen auch asiatische – darüber nachdenken, eine Registrierungspflicht einzuführen, sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Auch aus der Industrie habe man diesbezüglich Signale erhalten. Dies ist wichtig, da Vorgaben wie die Markierung per Chip bereits bei der Herstellung berücksichtigt werden müssen, wie das BAZL im Bericht festhielt. «Wir müssen mit der Industrie zusammenarbeiten», sagte Holderegger.

Fehlbare Piloten im Visier

Mit der Registrierung will der Bund fehlbare Piloten ins Visier nehmen. Es gehe nicht darum, einen Überwachungsstaat aufzubauen, betonte Holderegger. Das Problem sei jedoch, dass derzeit fehlbare Piloten kaum erwischt würden.

Dank eines Chips könnte ein Pilot, der seine Drohne beispielsweise illegal über eine Menschenansammlung fliegen liess, im Nachhinein ausfindig gemacht werden.

Die Umsetzung sei allerdings komplex. Es werde «eine Weile dauern», um die Grundlagen zu erarbeiten, sagte Holderegger. Die technischen Voraussetzungen müssten geklärt und die rechtlichen Änderungen erarbeitet werden. Einen Zeitplan konnte er nicht nennen. «Wir stehen noch am Anfang.»

Derzeit dürfen Drohnen bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm grundsätzlich ohne Bewilligung geflogen werden. Der Pilot muss jedoch jederzeit Sichtkontakt zu seiner Drohne haben.

Zudem dürfen Drohnen in einer Entfernung von weniger als 100 Metern von Menschenansammlungen nur mit Bewilligung des BAZL betrieben werden.

Umfrage

Braucht es eine Registrierungspflicht für Drohnen?

138 Votes zu: Braucht es eine Registrierungspflicht für Drohnen?

  • 31%Ja
  • 62%Nein
  • 6%Weiss nicht

(dsc/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • 7immi 14.07.2016 16:04
    Highlight leider können sich einige wenige nicht an die klaren regeln halten, darum müssen nun viele daran glauben. scheinbar geht es nicht anders. es sind sich nicht alle bewusst, welche gefährlichen situationen sie auslösen. aus eigener erfahrung bin ich für diesen vorschlag. andere teilnehmer des luftverkehrs müssen sich auch registrieren. wer sich an die regeln hält hat ja nichts zu befürchten. da diese sparte immer mehr wächst, sind entsprechende regeln und anpassungen wichtig. es wäre schade, wenn es zu einem unfall mit toten kommt... vorsicht ist besser als nachsicht.
    7 0 Melden
    • oXiVanisher 14.07.2016 17:35
      Highlight "Viele" ... es wurde nie irgendwo eine Zahl genannt. Ich wüsste sehr gerne wie viel "viele" in einer rationellen Zahl ist.
      1 2 Melden
    • 7immi 14.07.2016 18:02
      Highlight ist "alle" besser?
      4 0 Melden
  • Olaf! 14.07.2016 15:26
    Highlight Ja, her mit noch mehr unnötigen Gesetzen.
    8 3 Melden
    • 7immi 14.07.2016 16:10
      Highlight Unnötig? in der luftfahrt gibt es noch manche "unnötigen" gesetze. zb. muss auf jedem wc ein aschenbecher sein. unnötig, da rauchverbot, richtig? nicht ganz: es gibt immer deppen, die trotzdem rauchen. daher will man, dass diese dann die kippe in den aschenbecher werfen und nicht in den papierkorb, da dies einen brand auslösen könnte. also gar nicht so dumm dieses gesetz. nur weil es auf den ersten blick nicht gerade einen sinn ergibt, ist es also noch lange nicht unnötig. in der luftfahrt rechnet man nicht mit dem wahrscheinlichen, sondern mit dem möglichen...
      5 0 Melden
    • oXiVanisher 14.07.2016 17:34
      Highlight Die Gesetze sind seit Jahren da und ziehen auch bei den Drohnen. Es ist nicht so, dass das Fliegen über Menschen legal wäre, btw.
      Mit dieser Lösung werden einfach alle unter Generalverdacht gestellt. Aber somit kommen hoffentlich auch bald Blackboxen für alle Autofahrer mit automatischem Upload der Geschwindigkeitsdaten. Das wäre nämlich das selbe.
      4 0 Melden
    • 7immi 14.07.2016 17:54
      Highlight die gesetze wurden damals beschlossen, als ein fluggerät unter 30 kg sich nicht weit vom piloten entfernten. es hatte auch keine autopilot-funktionen. die modellfliegerei war extrem teuer und man musste es über jahre erlernen. man bewegte sich in entsprechenden kreisen und tauschte sich aus. inzwischen sind professionell aufgebaute drohnen für 2000 franken zu haben und vergleichsweise einfach zu fliegen. sie haben enorme reichweiten und können auch ausser sichtweite fliegen. durch diese änderung wird ein handeln erforderlich. der generalverdacht besteht jetzt, nachher herrscht klarheit.
      3 0 Melden
    • Olaf! 14.07.2016 20:27
      Highlight Ganz nach dem Motto, wer nichts zu verbergen hat ,kann sich ja auch eine staatlich überwachte Kamera an die Stubendecke schrauben lassen.
      0 1 Melden
    • 7immi 14.07.2016 22:54
      Highlight @olaf
      nein, das sind zwei verschiedene dinge. hier geht es um eine registrierung mit transponder. ähnlich wie eine autonummer. diese zeigst du ja lokal beschränkt auch jedem und es ist auch kein problem. der chip dient nur der identifizierung und zeichnet nichts auf. ich nehme auch nicht an, dass diese dinger allzu stark senden werden, also die daten nur lokal (z.b. um den flughafen, zürifäscht) benutzt werden, um fehlbare piloten zu finden. läuft ja im strassenverkehr auch so: wirst du geblitzt, kriegst du eine busse. fährst du zu schnell und niemand siehts, hast du glück gehabt.
      1 0 Melden
    • oXiVanisher 15.07.2016 00:15
      Highlight @7immi Das Gesetzt sagt ganz klar, dass das Fluggerät (auch eine Drohne) im Sichtfeld des Piloten sein muss. Simpel, klar und immer noch genau gleich passend.
      1 1 Melden
    • 7immi 15.07.2016 10:46
      Highlight @oxi
      ja, es sagt auch klar, dass andere verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden dürfen und man flugplätze meiden soll. dennoch halten sich nicht alle dran, obwohl es so einfach wäre. daher auch die geforderte registrierungspflicht.
      dennoch sind die gesetze veraltet. die heutigen akkus und motoren haben ein vielfaches an leistung. mit einem ni-mh akku waren 30 kg nicht viel. mit li-po oder li-ion akkus kann man beim bruchteil des gewichts gigantische leistungen freisetzen. eine drohne wäre damals nicht möglich gewesen, die akkus waren zu schwer und zu teuer. deshalb sind die gesetze veraltet.
      1 0 Melden
    • oXiVanisher 15.07.2016 11:06
      Highlight @7immi:
      Also bist du auch für die Blackbox im Auto, die alle Location-Daten automatisch für die Polizei hochlädt und dir Bussen somit vollautomatisch geschickt werden können? Das wäre nämlich das selbe, und bei Autounfällen sterben unzählige Menschen jedes Jahr, durch Drohnen noch keiner.
      Und nur weil die Drohnen mehr Leistung haben, müssen doch die Gesetze nicht angepasst werden... ich sehe da keinen Zusammenhang oder Logik in der Überlegung.
      1 1 Melden
    • 7immi 15.07.2016 11:36
      Highlight @oxi:
      Nein, da es nicht vergleichbar ist. drohnen laden keine daten hoch und zeichnen nichts auf. der chip macht sie lokal kontrollierbar. wie ein nummernschild. derzeit bewegen sich drohnen quasi im rechtsfreien raum, da sie gar nicht identifiziert werden können.
      es muss ja nicht etwas passieren, bis man reagiert. es gab schon genügend zwischenfälle. denn wenn etwas passiert, müssen dutzende personen daran glauben.
      die registrierungspflicht für drohnen wäre eine gesetzesänderung. scheinbar ist es nötig, mit modellflugzeugen (bis 30kg) gabs nie entsprechende zwischenfälle...
      1 1 Melden
    • oXiVanisher 15.07.2016 12:01
      Highlight Ach immer das selbe. Was ist denn passiert? Gestern wurden mehrere Meldungen im Zusammenhang mit dieser News verbreitet, welche falsche bilder und sogar gefälschte Youtube-Videos verwendet haben. SRF hat sogar das gefälschte Video im Bericht verwendet.
      Und doch, mit dem Chip wird die Location und somit auch Dinge wie Geschwindigkeit usw. gespeichert. Also das selbe wie wenn diese Daten von der Blackbox hochgeladen werden würden.
      1 1 Melden
    • 7immi 15.07.2016 20:16
      Highlight @oxi
      es gibt immer wieder medienwirksame beinahzusammenstösse und enge begegnungen. zb in münchen,london paris,etc.es gibt aber eine weit grössere dunkelziffer.nächstes jahr soll angeblich die erste statistik der schweiz veröffentlicht werden (BAZL).mir persönlich begegnete vergangenes jahr 4 (!) mal eine drohne. der zwischenfall wurde anschliessend gemeldet.
      nein, das wird es nicht. es werden einzig nutzerdaten ersichtlich sein (autokennzeichen). das was du aber beschreibst ist bereits tatsache in der allgemeinen luftfahrt. bin ich als pilot unterwegs, wird alles aufgezeichnet und geahndet.
      1 0 Melden
    • 7immi 15.07.2016 20:20
      Highlight @oxi
      es gibt übrigens auch noch andere bereiche, in denen gesetze aufgrund des technischen fortschritts abgeändert werden mussten. so gab es früher keine geschwindigkeitsbegrenzung auf schweizer autobahnen. später, als sich leistung der motoren verfielfachte und autos günstiger wurden, musste man die sache überdenken.

      nach wie vor bin ich der meinung, dass man fehlbare piloten eruieren können muss. nur so kann man den ruf der drohnenpiloten positiv beeinflussen.
      1 0 Melden
  • Gaspadin 14.07.2016 14:20
    Highlight Da will wohl einer sich eine goldene Nase verdienen, mit dem Verkauf des Registrierungschips, als einziger, konzessionierter Anbieter. Juhui, in der Alpenrebublik wachsen Bananen!
    16 6 Melden
    • 7immi 14.07.2016 16:06
      Highlight wie genau das ganze funktionieren soll ist ja noch nicht klar. in der allgemeinen luftfahrt gibt es auch mehrere transponderhersteller. das wird hier ähnlich verlaufen.
      5 0 Melden
    • 7immi 14.07.2016 17:58
      Highlight @ grey:
      die genauen details stehen noch in den sternen. das nimmt mich auch wunder. es wurde beschlossen, dass was gemacht wird. wie genau wird sich zeigen...
      1 0 Melden
  • oXiVanisher 14.07.2016 14:07
    Highlight @Watson: Können wir einen weitere Abstimmungspunkt haben? "Ja, aber nicht mit Chip"
    2 2 Melden
  • oXiVanisher 14.07.2016 13:49
    Highlight Danke Watson, dass ihr als fast einzige Online-Platform nicht das Bild aus dem eigentlich positiven Beitrag http://blogs.strategygroup.net/wp2/news/2016/02/03/why-we-should-call-in-the-drones-when-theres-an-emergency-nextgov-com/ als negativ (Drohnen filmen Kinder beim Baden) verwendet. Merci!
    3 1 Melden

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