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Happy Birthday, Interwebs 🎂 Vor genau 25 Jahren ging das WWW an den Start

Katzenvideos, Gratis-Pornos und vieles mehr: Was haben wir dem World Wide Web nicht alles zu verdanken. Heute vor einem Vierteljahrhundert wurde es in der Schweiz lanciert. Ein spannend-informativer RĂŒckblick.

06.08.16, 05:20 06.08.16, 08:59

In diesem Beitrag erfÀhrst du unter anderem:

Und los geht's!

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Internet ein Buch mit sieben Siegeln, genutzt von einer Handvoll Computerfreaks. Zugang hatten nur ein paar Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Wer ein Dokument aus dem Netz holen wollte, musste genau wissen, auf welchem Rechner dieses gespeichert war. Voraussetzung fĂŒr das Herunterladen von Dokumenten war zudem, dass man ĂŒber den identischen Computertyp und die gleiche Software verfĂŒgte.

FĂŒr die breite Masse war dies nicht praktikabel. Anfang der 1990er-Jahre waren weltweit erst rund 200'0000 Computer ans Internet angeschlossen. Heute nutzen es fast 3,5 Milliarden Menschen, knapp die HĂ€lfte der Weltbevölkerung.

Ohne WWW gÀbe es nicht solche 404-Fehlermeldungen.

Geburtsort: Genf

Ein entscheidender Katalysator fĂŒr diese Erfolgsgeschichte war eine gemeinsame «Sprache», mit der am Internet angeschlossene Rechner kommunizieren und Daten austauschen konnten. Diese Sprache – das Hypertext Transfer Protocol, kurz HTTP – geht auf den britischen Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee zurĂŒck.

Sir Tim Berners-Lee, bei einer frĂŒheren Ehrung in London.
Bild: Getty Images Europe

Ab 1989 tĂŒftelte Berners-Lee am EuropĂ€ischen Kernforschungsinstitut CERN in Genf an einem weltweiten Informationsmanagement-System, das den Datenaustausch vereinfachen sollte. UnterstĂŒtzung bekam er von seinem Kollegen Robert Cailliau.

Das in den 1970er Jahren von MilitĂ€rs entwickelte Internet sollte fĂŒr einen grösseren Kreis nutzbar gemacht werden. Im Blick hatte Berners-Lee aber noch nicht Privatnutzer, sondern primĂ€r die Forschergemeinde.

Fast hÀtte das WWW den Namen «Mesh» erhalten

Sein Projekt nannte Berners-Lee anfĂ€nglich «Mesh» (engl. Geflecht). Der Name wurde aber schnell verworfen, da er zu sehr an «Mess» (engl. Unordnung) erinnerte. Schliesslich legte er sich auf «World Wide Web» fest, obwohl er von Kollegen gewarnt wurde, dass die im Englischen zungenbrecherische AbkĂŒrzung WWW den Projekterfolg gefĂ€hrden wĂŒrde.

Doch «Web» erschien ihm als Bild besonders passend, da dies in der Mathematik ein Netz von Knoten bezeichnet, von denen jeder mit jedem verbunden sein kann.

Bist du bereit fĂŒr eine weitere «Perle» aus den Tiefen des Interwebs?

gif: giphy

Die Geburtsstunde des Surfens

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit war es dann am 6. August 1991 soweit. Tim Berners-Lee veröffentlichte in verschiedenen Newsgruppen im Internet eine Beschreibung seines Projekts «World Wide Web». Der Post erklÀrte, wie Interessierte den von ihm entwickelten Browser herunterladen konnten und schlug ihnen vor, Berners-Lees erste Website aufzurufen.

Diese war zwar bereits im Jahr zuvor aufgeschaltet worden, wurde aber mit Berners-Lees digitaler Einladung erstmals ausserhalb des CERN zugĂ€nglich. Sie erklĂ€rte, wie das Hypertext Transfer Protocol funktionierte, wie das Internet nach Informationen abgesucht werden konnte und gab einen Leitfaden fĂŒr das Programmieren eigener Websites.

Damit kommen wir zu HTML

Die Seite umfasste auch sogenannte Hypertext-Links, digitale Querverweise auf weitere Dokumente. Die dazu notwendige Seitenbeschreibungssprache HTML war ebenfalls von Berners-Lee entwickelt worden.

Auf diese Weise konnten Nutzer leicht von einem Dokument zu einem anderen weitergeleitet werden. Es genĂŒgte, per Mausklick den Link auf der ersten Seite anzuklicken, die der Browser anzeigte. So gelangte man zu einer anderen Seite, die vielleicht noch gar nicht bekannt war: Das «Surfen» war geboren.

Einer der modernen Helden des Interwebs

Mosaic bringt den Durchbruch

Im April 1993 legte das CERN dann mit einem wichtigen formalen Akt das Fundament fĂŒr den Erfolg von Burners-Lees Erfindung. Das Institut gab das Web fĂŒr die Öffentlichkeit frei und verzichtete auf Lizenzzahlungen oder eine Patentierung.

Berners-Lee verzichtete auf viel Geld

Das ganz grosse Geld machte der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, nie. Er verzichtete auf die Patentierung und daraus resultierende Einnahmen, um die Entwicklung des Web nicht durch Copyright-Auseinandersetzungen und konkurrierende Techniken zu behindern.

Immerhin erhielt Berners-Lee fĂŒr seine Erfindung den mit einer Million Euro dotierten Millennium-Technologiepreis. FĂŒr seine Verdienste wurde der Brite von Königin Elisabeth II 2004 zudem in den Ritterstand erhoben und erhielt den Orden «Knight Commander of the Order of the British Empire».

Sir Tim Berners-Lee lebt heute in den USA und lehrt am Massachusetts Institute of Technology. Dort leitet der 61-JĂ€hrige auch das World Wide Web Consortium (W3C). In diesem Gremium werden die technischen Entwicklungen des Web standardisiert. Der Einsatz fĂŒr ein freies Internet und fĂŒr einen Netzzugang fĂŒr alle Menschen prĂ€gt seine Arbeit bis heute. (sda)

Der Siegeszug des World Wide Web Mitte der 90er-Jahre fand dann vor allem in den USA statt. Zu PopularitĂ€t weit ĂŒber den Kreis von Physikern und Informatikern hinaus verhalf dem WWW der Browser «Mosaic», den der damalige Student Marc Andreessen 1993 entwickelte.

Mosaic, ein VorlĂ€ufer des Programms «Netscape», war auch fĂŒr Laien geeignet und konnte zudem erstmals Texte mit Grafiken anzeigen. Schon Ende 1994 surften weltweit zehn Millionen Menschen im Web.

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FĂŒr Microsoft-GrĂŒnder Bill Gates war das WWW damals noch «nur ein Hype». Doch bald erkannte auch der Softwaregigant das Internet als strategisches Feld – und ab 1995 war der Browser «Internet Explorer» von Microsoft, kurz IE genannt, auf Rechnern mit dessen Software automatisch installiert.

Den folgenden «Browser-Krieg» mit Netscape entschied der Internet Explorer fĂŒr sich und erreichte eine dominierende Position. Heute sehen die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse nicht zuletzt wegen der MobilgerĂ€te wieder anders aus: Dort fĂŒhren Apples Safari und Chrome von Google. Und bei den Desktop-Browsern hat Chrome die Microsoft-Browser (IE und Edge) im Mai dieses Jahres laut Medienberichten an der Spitze abgelöst.

(dsc/sda)

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Zum Schluss ein Quiz:

1.In welchem Unternehmen gibt es einen Chief Happiness Officer?
Bei einem US-Online-HĂ€ndler.
Gibt es nicht. Ist ein Witz.
Bei Mc Donald's.
2.Was denkst du – wo arbeitet ein Chief Privacy Officer?
Nirgends. Ist ein erfundener Titel.
Bei Google und Facebook, natĂŒrlich.
Bei der CIA.
3.Gibt es irgendwo einen Chief of Open Source Globalization Coordination?
Ja, den gibt's bei der Uno.
Nein, der ist erfunden.
Facebook hat sicher so einen.
4.Was macht ein Chief Listener?
Er scannt alle Netzwerke nach Namensnennungen seines Unternehmens.
Gar nichts. Weil es ihn nicht gibt.
Er hört andere Unternehmen ab.
5.Wo arbeitet ein Chief Internet Evangelist?
Bei Google!
Nur in deinem Kopf!
Bei Apple!
6.Der Principal Digital Imaging Philosopher arbeitet wo?
Bei Coca-Cola.
Bei Google natĂŒrlich! Und bei Apple! Und bei Tesla gibt's auch einen!
Bei keinem Unternehmen.
7.In welchem Unternehmen arbeitet der Chief of Permanent Loo Coordination?
Bei Buzzfeed.
Bei der Abwasserbehörde von New York City.
Nirgends.
8.Was macht der Head of the Go Fuck Yourself Unit?
Er baut Menschen im Unternehmen wieder auf, die einen Anschiss bekommen haben.
Es ist eine neue Bezeichnung fĂŒr den Leiter der Personalabteilung.
Es gibt ihn gar nicht – leider!
9.Der Head of Storytelling: Wo arbeitet er?
Nirgends.
Bei der NZZ.
Bei der New York Times.
10.Wo gibt es den Chief Digital Officer?
Bei der City of New York.
Bei Apple! Und bei Google!
Nirgends.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 06.08.2016 13:48
    Highlight Hach waren das doch herrliche Zeiten als das 28k Modem noch "Musik" machte beim einwÀhlen :-D
    Und nach dem Upgrade auf ein 56k Modem fĂŒhlte man sich mit 48kb/s wie auf der Datenautobahn :-D
    12 0 Melden
  • Syptom 06.08.2016 11:42
    Highlight Du hast 2 von 10 Punkten
    Wohoo! Du verstehst was von Titelhuberei! Lass uns raten: Du bist sicher Chief Knowledge Officer.

    Ähm ja, danke. Sarkasmus?
    4 1 Melden
  • JoJodeli 06.08.2016 11:14
    Highlight Bin seit 20 Jahren online, wie die Zeit vergeht... Ach, und ICQ... Das waren Jugendzeiten 😄
    7 1 Melden
  • .jpg 06.08.2016 10:52
    Highlight Ist aufjedenfalls ein sehr wichtiges stĂŒck Technologie.
    Jedoch mĂŒssen wir Leute aufmerksam damit umgehen.
    Die Freiheit Informationen schnell und einfach austauschen zu können, dĂŒrfen wir uns nicht entnehmen lassen.
    Anderseitig mĂŒssen wir lernen Informationen richtig enzuschĂ€tzen und damit umgehen zu können.
    Anders können wir die Informationsfreiheit sonst lÀngerfristig nicht sicherstellen.
    5 1 Melden
  • SVARTGARD 06.08.2016 10:18
    Highlight Und was hat's gebracht?
    1 31 Melden
    • .jpg 06.08.2016 10:37
      Highlight Du gibst deinen Senf zu einem Artikel auf einer Newsplatform.
      25 1 Melden
    • .jpg 06.08.2016 10:43
      Highlight Aber eigentlich must du nur um dich schauen und du siehst sofort was es gebracht hat.
      Aufgrund deines Kommentars gehe ich nÀhmlich nicht davon aus das du in einem Wald ohne elektronischen gerÀte noch Netzverbibdung lebst.
      12 1 Melden
    • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 06.08.2016 11:17
      Highlight Es hat gemacht, dass wir nicht mehr im mittelalter lebeb. Aber wenn du das unbedingt willst kannst du ja auswandern. Nordkorea wĂŒrde dir wahrscheinlichgefallen
      3 7 Melden
    • Bowell 06.08.2016 12:14
      Highlight Das Internet ist fĂŒr uns alle Neuland.
      4 2 Melden
    • MaskedGaijin 06.08.2016 12:36
      Highlight Steht im Artikel. Katzenvideos und Gratis-Porno. Was will man mehr...
      12 2 Melden
  • Charlie7 06.08.2016 10:15
    Highlight Ich nutze Winamp immer noch als Standard-Player fĂŒr MP3's (siehe Bildstrecke).
    Konnte mich mit anderen Playern noch nicht richtig anfreunden.
    10 1 Melden
  • Phrosch 06.08.2016 08:17
    Highlight Schade eigentlich, hat sich Mesh nicht durchgesetzt. Gerade die Ähnlichkeit mit Mess scheint Ă€usserst zutreffend.
    28 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.08.2016 08:06
    Highlight Hmm, bin erst seit 18 Jahren online. Aber immerhin.
    14 3 Melden

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