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epa05917252 Eugene Kaspersky, CEO of Kaspersky Lab, attends a press conference in Moscow, Russia, 20 April 2017. The current news conference was devoted to the organization of the Moscow chess tournament of FIDE Grand Prix Series, for which Kaspersky Lab is a partner.  EPA/YURI KOCHETKOV

Firmenchef Eugene Kaspersky war nach seiner Ausbildung als Kryptografie-Experte auch beim sowjetischen Geheimdienst KGB tätig. Bild: EPA/EPA

Darum kommt der russische Antivirenhersteller Kaspersky in die Schweiz



Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky wird nach US-Spionagevorwürfen die Daten von Kunden unter anderem aus Europa und Nordamerika von Russland in die Schweiz verlegen. Ein neues Rechenzentrum in Zürich solle dafür bis Ende 2019 eingerichtet werden, wie Kaspersky am Dienstag ankündigte.

Zudem werde die Produktion der gebrauchsfertigen Software noch in diesem Jahr nach Zürich verlagert. Das neue Rechenzentrum will Kaspersky von unabhängigen Kontrolleuren beaufsichtigen lassen. Dort sollen auch Daten von Kunden aus Singapur, Australien, Japan und Südkorea gespeichert und verarbeitet werden. Weitere Länder würden folgen, hiess es.

Kaspersky war im vergangenen Herbst unter Druck geraten, nachdem es in US-Medienberichten hiess, die Firma habe eine Rolle dabei gespielt, dass geheime Angriffs-Werkzeuge der NSA in die Hände russischer Geheimdienste geraten seien. Ein Mitarbeiter des US-Abhördienstes hatte die geheime Software regelwidrig auf seinem privaten Computer geladen, auf dem auch Kaspersky-Sicherheitssoftware lief.

Kaspersky räumte damals ein, dass die Angriffsprogramme dadurch auf den Servern der Firma in Moskau gelandet seien. Man habe sie jedoch mit niemandem geteilt und gelöscht, erklärte Gründer und Chef Eugene Kaspersky. Dennoch wurden Kaspersky-Programme von Computern in US-Behörden verbannt. Die US-Regierung hatte ihren Verwaltungsstellen angeordnet, die Kaspersky-Software aus ihren Netzwerken zu entfernen.

Kaspersky hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und eine Klage gegen das US-Verbot eingereicht. Auch die britische IT-Sicherheitsbehörde warnte Ministerien vor der Verwendung von Kaspersky-Programmen.

Die Kritik, Kaspersky könne Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben, ist nicht neu. Sie begleitet das Unternehmen fast seine 20-jährige Geschichte lang. Genährt werden die Vermutungen durch die Biografie des Gründers und Chefs Eugene Kaspersky, der nach seiner Ausbildung als Kryptografie-Experte auch beim sowjetischen Geheimdienst KGB tätig war.

(sda/dpa)

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