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Munteres Beisammensein von Digital Natives. bild: shutterstock

Vom «Neuland» zum Hauptmedium

WhatsApp, Instagram und Zalando: Das sind die wichtigsten Internet-Trends der Schweiz

Eine aktuelle Studie zeigt spannende Unterschiede zwischen Digital Natives und der älteren Bevölkerung. Und kennen Sie «Showrooming»?

17.09.14, 12:59 17.09.14, 16:04

Die Schweizer Studie Media Use Index untersucht das Mediennutzungs- und Informationsverhalten der hiesigen Bevölkerung. Um interessante Quervergleiche bezüglich Alter anzustellen, ist die Online-Bevölkerung in drei Generationen aufgeteilt worden: 

«Digital Natives» (14 bis 29 Jahre)

«Digital Immigrants» (30 bis 54 Jahre) und 

«Silver Surfers» (ab 55 Jahren).

Hier sind die wichtigsten Trends:

Ein eigenes Smartphone ist Standard

Mehr als 80 Prozent der unter 55-Jährigen verfügen über ein Smartphone. Mit einem Anstieg von 21 auf 63 Prozent holen die Silver Surfers beim Smartphone-Besitz jedoch rasant auf. 

Tablets wiederum sind bei den Digital Immigrants am stärksten verbreitet. Bereits jeder Zweite besitzt eines. Aber auch bei den Silver Surfern erfreuen sich iPad und Co. mit einem Plus von 60 Prozent einer konstant steigenden Beliebtheit. 

Der Unterschied zu den Digital Natives begründe sich damit, dass die Digital Immigrants und Silver Surfers eher die finanziellen Mittel haben, um sich ein Tablet als Zweit-Gerät zu leisten.

Android überholt Apples iOS

Nachdem Android im letzten Jahr mit iOS gleichzog, zieht es in diesem Jahr vorbei. Insgesamt vertrauen 49 Prozent auf die Software aus dem Hause Google. Bei Apples iOS sind es 42 Prozent. 

Besonders beliebt ist Android bei den Digital Natives. In diesem Segment nutzen 53 Prozent Android und 37 Prozent iOS. Interessant ist auch der Sprung von 6 Prozent auf neu 9 Prozent von Windows Phone.

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Fast alle surfen mobil

Die Internetnutzung per Smartphone konnte 2014 nochmals zulegen und beträgt neu 75 Prozent. Bei der Internetnutzung per Tablet gehören die Schweizer mit 42 Prozent gar zur Weltelite. Insgesamt greifen bereits vier von fünf Personen über mobile Geräte auf das Internet zu.

45 Prozent der Digital Natives geben an, häufiger mit dem Smartphone als mit dem Desktop-PC online zu sein. Bei den Digital Immigrants trifft dies auf 27 Prozent zu und bei den Silver Surfers sind es 13 Prozent.

WhatsApp hängt alle ab

Bei der Beliebtheit der Smartphone-Apps gibt es bei den Schweizern einen klaren Favoriten: WhatsApp. 50 Prozent der Konsumenten wählen den Chat-Service zu den drei wichtigsten Apps auf ihrem Smartphone. 

Mit einem deutlichen Abstand folgt Facebook. Nur bei 23 Prozent der Konsumenten taucht die Facebook-App noch unter den Top 3 auf. Dafür schafft sie es aber auf beiden Devices, Smartphone und Tablet, unter die Top 5 der beliebtesten Apps.

Facebook verliert deutlich an Relevanz

Für die Digital Natives ist WhatsApp mittlerweile das wichtigste soziale Online-Netzwerk. 69 Prozent bewerten die App als wichtig bis sehr wichtig. Im Gegensatz dazu verliert Facebook bei den aktivsten Social-Media-Nutzern kontinuierlich an Bedeutung. Während 2012 noch 67 Prozent der Digital Natives Facebook als wichtig beurteilten, bewerteten es zwei Jahre später nur noch 44 Prozent als relevant. 

Instagram ist wichtiger als Twitter

Twitter konnte in der Schweiz bei den Digital Natives bisher nicht wirklich Fuss fassen. Der Kurznachrichtendienst wird lediglich von einem kleinen Nutzerkreis als wichtig empfunden. Zum Vergleich: Instagram wird bereits von einem Fünftel als wichtig bezeichnet.

TV: Vom Zapping zum Choosing

Neu bietet Netflix seinen Streaming-Dienst auch in der Schweiz an. Das Potenzial ist real: Schon heute streamt jeder zweite Digital Native mehrmals wöchentlich TV-Inhalte. Bei den Digital Immigrants trifft dies bereits auf 30 Prozent zu, und auch die Silver Surfers halten laut der Studie mit erstaunlichen 28 Prozent mit. 

Fernsehinhalte werden immer häufiger «On Demand» konsumiert. Was früher das Zappen war, sei heute das Choosing; das bewusste Auswählen von TV-Inhalten. Bei den Digital Natives zählt bereits jeder Fünfte zu den Heavy Usern von Mobile Streaming, die täglich TV-Inhalte per Smartphone schauen. 

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Im Trend: «Showrooming»

Nahezu jeder Schweizer hat laut Online-Befragung schon einmal online eingekauft: 94 Prozent tätigten bereits einen Kauf über das Internet. 87 Prozent haben dazu einen PC genutzt, 65 Prozent ein Tablet und 57 Prozent ein Smartphone. 

Ein neuer Trend beim Kaufverhalten, das «Showrooming», wird dabei immer populärer: Über alle Produktkategorien hinweg informieren sich bereits 26 Prozent der Schweizer gelegentlich zuerst im Laden über ein Produkt, kaufen dieses dann aber online beim günstigen Anbieter. Von diesem Effekt sind vor allem Unterhaltungselektronik und Computer sowie Haushaltsgeräte und Elektrogeräte betroffen. Fazit: «Die Verkaufsfläche wird immer mehr zur Inspirationsfläche.»

Online-Shops: Zalando rückt vor

Bei den bekannten Online-Verkaufsplattformen halten sich die Top 10 über die letzten zwei Jahre konstant. Weiterhin liegt Ricardo.ch an erster Stelle. Die einzige echte Veränderung gelingt Zalando mit dem Sprung von Platz sechs auf die dritte Position. Die junge Marke ist somit der grosse Gewinner des Jahres 2014.

14- bis 69-Jährige befragt

Die Studie wurde 2009 erstmals durch die Kommunikationsagentur Y&R Group Switzerland durchgeführt. 2014 erfolgte die sechste Auflage der Studie. Hierfür wurden 2000 Personen zwischen 14 und 69 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz online zur Mediennutzung befragt. Die Stichprobe sei «repräsentativ gemäss den offiziellen Strukturdaten der Schweiz», heisst es.

Werbung muss unterhalten

Werbung soll und muss sogar unterhalten, um anzukommen. Dies findet die Hälfte der Befragten, und zwar über alle Altersklassen hinweg. Daneben werde der Inhalt immer relevanter. Ausserdem soll sich Werbung klar differenzieren, interessenspezifisch sein und informieren.

Mediennutzung: klassisch vs. online

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Print war gestern

78 Prozent lesen Zeitung zumindest gelegentlich per Smartphone. Der Relevanzverlust von Print zeigt sich laut Studie besonders deutlich bei der NZZ. Während im Vorjahr noch 61 Prozent die Printversion lasen, informieren sich heute noch 42 Prozent über die gedruckte Ausgabe. 

Das zu erwartende Fazit der Studienverfasser: «Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Medienmarken aufhören, Tages-News in gedruckter Form zu publizieren.»

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