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«Niemand wurde dank Ashley Madison flachgelegt»: Männer auf dem Seitensprungportal chatteten mit 70'000 Bots

Gibt es auf dem Seitensprungportal Ashley Madison doch mehr Frauen als gedacht? Eine Bloggerin musste sich jetzt korrigieren. Allerdings würden Männer statt mit echten Frauen oft nur mit Programmen chatten.



Ein Artikel von

Spiegel Online
FILE - A June 10, 2015 file photo shows Ashley Madison's Korean web site on a computer screen in Seoul, South Korea. Contrary to the hacked Ashley Madison cheaters' site that offers anonymous opportunities for affairs, infidelity more often includes somebody a child actually knows: a family friend, a neighbor, a parent from Little League or the PTA, therapists and divorce attorneys said. That means the third party may become a permanent fixture in the lives of children going forward, forcing an entirely new context on young people as they attempt to sort out villains from victims. (AP Photo/Lee Jin-man, File)

Bild: Lee Jin-man/AP/KEYSTONE

Es gibt wohl mehr Frauen auf dem Seitensprungportal Ashley Madison als angenommen – und jede Menge Bots. Das legt eine neue Analyse der Bloggerin Annalee Newitz nahe. Vergangene Woche hatte sie die gehackten und veröffentlichten Nutzerprofile analysiert und war zu dem Ergebnis gelangt, nahezu alle weibliche Accounts auf dem Portal seien gefälscht.

Das Unternehmen widersprach dieser Darstellung auf seinem Blog: Die Auswertung basiere auf der falschen Annahme der Autorin, aus den gehackten Daten liessen sich Rückschlüsse auf die Anzahl der weiblichen Ashley-Madison-Nutzer ziehen. Ashley Madisons Betreiberfirma Avid Life Media betonte, auf der Seite seien fast so viele Frauen wie Männer aktiv, die Quote betrage 1:1,2.

Nun hat Bloggerin Newitz den Programmcode des Portals analysiert und festgestellt, dass sie tatsächlich Daten falsch interpretiert hat. Das schreibt sie in einem Beitrag des Blogs Gizmodo. Als Basis für ihre Schätzung des Frauenanteils habe sie unter anderem die Notiz verwendet, wann der Account das letzte Mal auf eine E-Mail geantwortet hat. Sie nahm an, so auf menschliche Aktivität schliessen zu können.

«Es ist viel bizarrer»

«Ich lag falsch», schreibt sie. «Es ist viel bizarrer.» Aussagen über den tatsächlichen Frauenanteil bei Ashley Madison liessen sich auf Basis der gehackten Daten nicht treffen, die ausgewerteten E-Mail-Aktivitäten stammten nicht von Menschen, sondern von einer «Armee aus Bots», so Newitz.

70'529 solcher Bot-Profile will sie identifiziert haben, nur 43 davon imitieren männliche Nutzer. Die Bot-Accounts würden automatisiert Nachrichten versenden und Männer so verleiten, immer weiter Geld an das Portal zu überweisen. Bei Ashley Madison kostet der Versand von Nachrichten virtuelle Credits, die für reales Geld nachgekauft werden müssen.

Unterstützung erhält Newitz von Software-Milliardär John McAfee. In einem Beitrag des britischen Business Insider mit dem Titel «No one got laid on Ashley Madison» (in etwa: Niemand hatte dank Ashley Madison Sex) erklärt er, in einer eigenen Analyse auf lediglich 1400 echte Frauenprofile gekommen zu sein. Er habe ausserdem einen Aufruf gestartet und nach erfolgreichen Ashley-Madison-Nutzern gesucht. Niemand habe sich gemeldet.

Das kann Bloggerin Newitz nicht bestätigen. Nach ihrer ersten Analyse habe sie E-Mails von Männern und Frauen erhalten, die Positives über das Portal zu berichten hatten, berichtet sie. Besonders Frauen, die angegeben hatten, auf der Suche nach Frauen zu sein, hätten gute Erfahrungen mit Ashley Madison gemacht.

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mos

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