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«Wer im Jahr 2015 Pornos schaut, muss wissen, dass seine Porno-Vorlieben früher oder später veröffentlicht werden»

In fast allen grossen Pornoseiten stecken Überwachungs-Dienste, die jedes Video aufzeichnen, das du schaust. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Hacker die Porno-Vorlieben von Promis, Politikern oder dir veröffentlicht.

08.04.15, 11:45 09.04.15, 15:42

Schaust du Pornos im Internet? Ja? Dann haben wir jetzt eine unerfreuliche Nachricht. Als Freund der gepflegten Erwachsenen-Inhalte wirst du im Netz auf Schritt und Tritt oder besser von Video zu Video überwacht. Nicht primär die Pornoseiten selbst, vielmehr Google, Facebook und unzählige andere Werbefirmen aus dem Umfeld der Pornoindustrie verfolgen mit jedem Klick, welche Pornos über deinen Bildschirm flimmern. Kleine Tracking-Tools in den Webseiten verraten den Werbefirmen bis ins Detail, welche Filmchen du in einsamen Nächten geschaut hast.

Das Problem dahinter: Die meisten Pornoseiten übertragen die Namen der aufgerufenen Videos unverschlüsselt in der Internet-Adresse, was im Adressfeld des Browser ungefähr so aussieht: http://www.beispielporno-webseite.com/view/peinliches-pornovideo. Im Klartext: Diverse Werbefirmen können die Namen jedes einzelnen Videos mitlesen. Sollten solche Pornodaten von Prominenten in die Hände von Hackern fallen und veröffentlicht werden, wäre der Skandal perfekt. 

«88 Prozent der 500 grössten Pornoseiten haben Überwachungs-Dienste installiert.»

medium/Tim Libert

Genau dieses unheilvolle Szenario beschreibt der Softwareentwickler Brett Thomas in seinem Artikel «Online-Pornos könnten der nächste grosse Privatsphäre-Skandal werden». Thomas schreibt: «Wer im Jahr 2015 Pornos schaut, sollte sich bewusst sein, dass seine Porno-History früher oder später mit seinem Namen veröffentlicht wird.» 

Dass diese Befürchtung nicht aus der Luft gegriffen ist, bestätigen andere IT-Sicherheitsexperten wie der Schweizer Stefan Friedli. Laut Sicherheitsexperte Tim Libert haben 88 Prozent der 500 grössten Pornoseiten sogenannte Tracking-Dienste installiert, die das Surfverhalten der Besucher analysieren. Zu den gängigen Überwachungs-Tools zählen die Teilen-Button von Facebook, Google und Twitter, aber auch pornospezifische Tracking-Dienste von einschlägigen Werbefirmen wie Pornvertising. 

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Solche Tracking-Dienste, die auch von watson und fast allen anderen Newsportalen genutzt werden, sind per se weder gut noch schlecht. Sie können für personalisierte Werbung genutzt werden oder optimieren die Webseiten – dies auch zum Vorteil des Nutzers. Brisant wird es, wenn sich die dunkle Seite der Macht der äussert persönlichen Daten bedient.

Was würde wohl passieren, wenn ein Hacker an die gesammelten Daten gelangt? Einem prominenten Politiker könnten gewisse Pornovorlieben die Karriere kosten. Für einen Homosexuellen könnten Schwulenpornos in einem homophoben Staat noch weit gravierende Konsequenzen haben.

«Der Privatmodus im Browser hilft gegen Überwachung rein gar nichts.»

Das Perfide: Wer glaubt, er könne seine Spuren im privaten Modus des Webbrowsers oder mit dem Löschen von Cookies verwischen, ist schief gewickelt. Der Privat- oder Inkognito-Modus von Chrome, Firefox und anderen Webbrowsern hilft gegen die Überwachung rein gar nichts (siehe Interview weiter unten). Die Internet-Firmen haben inzwischen Überwachungsmethoden wie den digitalen Fingerabdruck entwickelt, die sich kaum mehr umgehen lassen.

So funktioniert die Fingerprint-Überwachung im Netz

Jeder Webbrowser wie Chrome, Firefox etc. gibt einer besuchten Webseite Informationen zu Betriebssystem, Bildschirmauflösung, installierten Schriften und unzähligen kleinen Datenhäppchen bekannt. Sammelt man all diese Informationen, entsteht ein digitaler Fingerabdruck des Webseitenbesuchers. In unserem Beispiel heisst dies, dass der Pornonutzer eindeutig und dauerhaft identifizierbar ist – unabhängig davon, ob er seine Cookies löscht, privat surft oder die Browser History löscht. Mittels digitalem Fingerabdruck können Werbeanbieter wie Google einen Internetnutzer auf allen Webseiten wiedererkennen, die den entsprechenden Tracking-Dienst nutzen.

Der digitale Fingerabdruck zur Überwachung des Surfverhaltens ist viel mächtiger, als es Cookies je waren. Wer selbst prüfen will, ob er im Netz einen eindeutig identifizierbaren Fingerabdruck hinterlässt, kann dies hier testen. Eine Liste mit bekannten Seiten wie Youporn oder Kinox, die digitale Fingerprints ihrer Besucher anlegen, findet sich hier.

Browser Fingerprinting 

In diesem Artikel wird erklärt, wie Online-Werbefirmen jede besuchte Webseite oder jedes geschaute Video überwachen können. grafik: spectrum

Das sagt Pornhub

Pornhub, eine der grössten Pornowebseiten, beteuert gegenüber dem Newsportal Vice, dass man keinen digitalen Fingerabdruck seiner Besucher erstelle. Das darf man Pornhub gerne glauben, zumal Pornoseiten vermutlich kein Interesse haben ihre Besucher, die auf Privatsphäre bedacht sind, zu überwachen. 

Ganz anders sieht dies bei den zahlreichen Tracking-Diensten von Online-Werbefirmen wie Google, Pornvertising oder AddThis aus, die in zahlreichen Webseiten versteckt sind und das Surfverhalten, inklusive der geschauten Pornos, überwachen. Allenfalls ist den Pornoseitenbetreibern gar nicht bewusst, welche Nutzerdaten von Dritten heimlich gesammelt werden. YouPorn etwa warf eigenen Angaben zufolge den Tracking-Dienst AddThis raus, als Mitte 2014 bekannt wurde, dass AddThis digitale Fingerprints anlegt. Mit der Browser-Erweiterung Ghostery lässt sich übrigens leicht nachvollziehen, dass das umstrittene «Browser Fingerprinting» von AddThis weit verbreitet ist.

Wie real ist die Gefahr wirklich?

Der Schweizer Computer-Sicherheitsexperte Stefan Friedli dringt beruflich in fremde Firmennetzwerke ein, um Schwachstellen zu finden. Im Interview erklärt er, welche Gefahr von «Browser Fingerprinting» wirklich ausgeht.

Stefan Friedli ist Sicherheitsexperte bei der Scip AG. bild: zvg

Herr Friedli, wie realistisch ist es, dass wir bald einen Porno-Skandal aufgrund von «Browser Fingerprinting» erleben? 
Stefan Friedli: Als Person öffentlichen Interesses ist man sicherlich ein prioritäres Ziel für derartige Angriffe. Nach heutigem Kenntnisstand muss man das aber dennoch etwas relativiert betrachten: Die Parteien, die derartiges Datensammeln betreiben könnten, sind in erster Linie Werbeanbieter, soziale Netzwerke und, bis zu einem geringeren Grad, die Pornoseiten selber.

Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis Hacker die Pornovorlieben von Prominenten veröffentlichen?
Natürlich ist denkbar, dass solche Daten gezielt gesammelt und dann von Hackern gestohlen werden – aber einen direkten Angriff halte ich nicht für das prioritäre Risiko. 

Warum?
Ich vermute, dass die gesammelten Nutzerdaten zum jetzigen Zeitpunkt für gezielte Werbeeinblendungen vermutlich profitabler sind, als für Erpressungsversuche oder dergleichen.

Wie kann man sich die Überwachung des eigenen Surfverhaltens durch einen digitalen Fingerabdruck (Browser Fingerprinting) vorstellen?
Ein Webbrowser gibt einer Webseite auf Anfrage verschiedene technische Daten bekannt, mit der Absicht, dass sich die Webseite dem Gerät des Besuchers (PC, Tablet, Smartphone) anpassen kann. Die besuchte Webseite erfährt so Dinge wie eingesetztes Betriebssystem, Bildschirmauflösung, installierte Schriften und Plugins sowie zahlreiche andere kleine Informationsfetzen. Sammelt man all diese Informationen und kombiniert sie, dann ergibt sich eine Art digitaler Fingerabdruck, der sich auch nur relativ selten ändert. Ein Werbeanbieter wie Google kann diesen Fingerprint nun auf verschiedenen Webseiten abfragen und kommt dann gegebenenfalls zum Schluss, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um denselben Besucher handelt. 

Wie kann man sich gegen Browser Fingerprinting schützen?  
Sich umfassend zu schützen ist relativ schwierig, vor allem ohne sich dabei relativ stark einzuschränken. Man kann sicherlich gewisse Symptome behandeln in dem man Browser-Addons wie Ghostery und Adblock einsetzt – und für ‹Erwachsenen-Interessen› einen alternativen Browser wie TorBrowser nutzt. Einen umfassenden Schutz vor Fingerprinting bieten diese Massnahmen allerdings nicht. 

Warum schützt der Private-/Inkognito-Modus im Chrome oder Firefox die Privatsphäre nicht, wie es der Name vermuten lässt?  
Öffnet man in Google Chrome einen Inkognito-Tab, so taucht folgender Satz in fetter Schrift auf: «Der Inkognito-Modus verhindert nicht, dass Informationen zu Ihren Webaktivitäten von Ihrem Arbeitgeber oder Ihrem Internetanbieter erfasst werden.» Diese Funktion ist ausschliesslich darauf ausgelegt, keine lokalen Spuren von besuchten Webseiten auf dem PC oder Handy zu hinterlassen. Für alles weitere ist der Privatmodus gänzlich ungeeignet. 

Kann man bei mobilen Webseiten oder Apps ebenfalls durch Fingerprinting überwacht werden?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Möglichkeiten des Trackings hängen von der individuellen App ab. Konkret davon, wie die Applikation aufgebaut ist und ob sie, wie das bei Gratis-Apps oft der Fall ist, Werbung enthält. Werbedienste können problemlos ein gewisses Tracking vornehmen – unter Umständen sogar mit Zugriff auf lokale Daten. Im Hinblick auf die im obigen Artikel genannte Art von Fingerprinting sind mobile Plattformen eher weniger gefährdet.  

quelle: Motherboard
quelle: brettpthomas

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Auch interessant: Die Top 10 Porno-Suchbegriffe von Frauen

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Brikne, 20.7.2017
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50Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spötter 04.08.2017 10:34
    Highlight Habe noch selten so wenig Blitze gesehen...., muss wohl am Thema liegen. Einigkeit, Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit ist gefragt. Passt gut zum vergangenen 1. August:-)
    1 0 Melden
  • Spötter 04.08.2017 10:32
    Highlight Die jungen Leute sagen: F....dich selber. Genau! Das ist die Lösung. Filmt euch selber mit einer alten Videokamera und das Problem ist gelöst:-)
    1 0 Melden
  • kliby 30.08.2016 20:18
    Highlight «Wer im Jahr 2015 Pornos schaut, muss wissen, dass seine Porno-Vorlieben früher oder später veröffentlicht werden»
    Zum Glück ist schon 2016....

    Fingerprinttester, zum Beispiel:
    https://amiunique.org/
    für einmal ist uniqe nicht positiv.
    10 0 Melden
  • max the mechanic 30.08.2016 06:43
    Highlight Da schafft wohl nur die gute Alte Videothek um die Ecke, mit der "ab 18" Abteilung Anonymität. Kaputze tief ins Gesicht gezogen, den Film der "feuchten Träume" auf den Tresen der Kasse gelegt... sagt der Kassierer: ah salli Sepp... alle anderen Kunden in der Videothek drehen sich um und grüsse freundlich, hoi Sepp... das war Anonymität 1.0 irgendwie familiärer...
    33 0 Melden
  • Emperor 30.08.2016 04:11
    Highlight "Solche Tracking-Dienste, die auch von watson und fast allen anderen Newsportalen genutzt werden, sind per se weder gut noch schlecht."

    Wenigstens steht ihr zu dem Scheiss den ihr macht, da überleg ich mir gerade 2x ob ich jetzt wirklich Addblock, Ghostery und Co. deaktivieren will solche Tracking-Dienste sind zu 90% negativ für den User!
    28 0 Melden
  • SuicidalSheep 30.08.2016 00:14
    Highlight Bukakke, Lesbian, Threesome, Masturbation, Public Agent... Bitteschön! Das wären Sachen von letzter Woche.
    38 0 Melden
  • Pana 29.08.2016 23:56
    Highlight Schon mal den Hammer suchen gehen.
    12 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 20.05.2015 21:20
    Highlight hey, wo sind die ich habe nichts zu verbergen leute? ;)
    18 1 Melden
    • herschweizer 22.05.2015 11:50
      Highlight das sind die noscript und ghostery Leute
      2 3 Melden
    • C0BR4.cH 30.08.2016 00:54
      Highlight Schlechte Nachricht für jene Leute, noscript und ghostery hilft da auch nicht.
      2 0 Melden
    • Mia_san_mia 29.10.2016 17:04
      Highlight Ich habe nichts zu verbergen.
      1 6 Melden
    • C0BR4.cH 31.10.2016 07:56
      Highlight Gegen Privatsphäre zu argumentieren, weil man nichts zu verbergen hat, ist dasselbe, wie gegen freie Meinungsäusserung zu sein, weil man nichts zu sagen hat.
      12 0 Melden
    • Mia_san_mia 31.10.2016 08:15
      Highlight Kommt drauf an was für eine Meinung man hat 😊
      1 6 Melden
  • Zeit_Genosse 09.04.2015 08:40
    Highlight Wenn ein Manager oder Politiker im Internet nach "Burnout"-Hilfe sucht, die TV-Moderatorin sich über Brustkrebs informiert, der Nati-Coach nach Viagra ausschau hält und der Bachelor sich in Schwulenchats bewegt, die Bundespräsidentin nach Depression googelt und Antidepressiva sucht, der Verteidigungsminister IS-Videos anschaut, der Lehrer in Schülerchats spioniert, dann sind das in falschen Händen Informationen mit Potenzial. Werden die Cyber-Paparazzi hier bald aktiv und Leute mit ihrem Internetverhalten konfrontieren? Die paar Pornobildli wirken darüber schon fast harmlos. Müssen solche Leute zukünftig über einen VPN-Zugang sich verschleiern und ihren Internetkonsum auf explizite Geräte verteilen? Was braucht es, um diesem Tracking zukünftig zu entkommen?
    28 1 Melden
    • smoe 09.04.2015 11:18
      Highlight «Was braucht es, um diesem Tracking zukünftig zu entkommen?»

      Es ist praktisch unmöglich zu entkommen. Selbst wenn man sämtliche technischen Vorkehrungen trifft, besteht dann einerseits das Problem, dass man zu den vermutlich weitaus weniger als 1% der Nutzer gehört, die solche Vorkehrungen treffen und man somit bedeutend auffälliger ist (und gegebenenfalls auf Watchlists von Geheimdiensten landet) als der Standardnutzer, anderseits kann man auch rein durch menschliches Verhalten (Aufenthaltsdauer, Mausbewegungen, Tippgeschwindigkeit, …) auf Webseiten eindeutig identifiziert werden.

      Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, das Tracking zumindest enorm zu erschweren, wäre, wenn ein bedeutender Teil der Internetnutzer ihr System so einrichten würde, dass die Tracker mit willkürlichen Informationen bombardiert werden. Das heisst, man klinkt sich zufällig über verschieden Regionen der Welt ein, Browserdaten werden pro Seitenaufruf neu generiert und während dem man surft werden im Hintergrund andere Seiten inkl. Porno- und Extremistenseiten aufgerufen, auf IS-Foren Kommentare erstellt, etc. Auch dann besteht aber die Gefahr, dass das eigene Verhalten im Gemisch statistisch heraussticht. Man müsste also effektiv neuste Machine Learning Methoden mit den neusten Machine Learning Methoden bekämpfen:)
      24 2 Melden
    • Zeit_Genosse 09.04.2015 21:00
      Highlight Danke smoe
      So habe ich das gar nicht betrachtet, dass man gerade durch spezifisches Verhalten aus den vielen Mustern geradewegs heraussticht. Also, rein ins Vergnügen;)
      13 1 Melden
    • Zuagroasta 09.04.2015 21:41
      Highlight @smoe Gute Erklärung.Die Machine Learning Method wäre ein probates Mittel um Tracking zu entkommen.
      Da aber diese Methode auf Logik aufgebaut ist und wir Menschen eher zum Gegenteil neigen, wirds schwer.
      Eigentlich ist unlogisches Verhalten bzw Querdenkerei unser grösster Vorteil gegenüber Maschinen,
      weil es viel zu viele unberechenbare Eventualitäten (eher Zufälle) gibt, aber in diesem Fall eher unser Nachteil.
      5 0 Melden
    • smoe 10.04.2015 16:58
      Highlight Der Mensch als Individuum ist zwar kaum berechenbar, aber er ist praktisch nie willkürlich. Er kann ohne Hilfsmittel nicht mal eine zufällige Reihe von Zahlen aufschreiben und selbst unlogisches Verhalten kann teilweise kategorisiert werden. Und das ist alles, was man braucht. Sobald ich in einer Datenmenge etwas messbar von Zufall unterscheiden kann, kann ich angefangen es zu identifizieren. Ob das nun Wetterdaten, Gensequenzen oder Serverlogs sind. Schlussendlich sind alles Zahlen und Computer sind ganz gut mit Zahlen.

      Erschwerend für uns kommt dazu, dass wir nur einen Teil unserer Entscheidungen bewusst fällen/wahrnehmen. Von unserem Hirn werden Myriaden an Entscheidungen gefällt und Befehle ausgesprochen ohne, dass wir etwas davon mitbekommen, geschweige denn diese gross beeinflussen könnten. Diese sind oft stark mit den persönlichen biologischen Eigenschaften und Lebensgeschichte verbunden. Beispielsweise können mit handelsüblichen Bewegungssensoren ala Xbox Kinect Menschen anhand ihrer Gangart eindeutig identifiziert werden. Oder, auf das Internet übertragen, z.B. durch ihren Schreibstil (Wortwahl, Satzaufbau, durchschnittliche Länge, …)

      Deshalb die im letzten Kommentar beschriebene Idee die Tracker mit Daten zu bombardieren, die sie statistisch nicht von purem Zufall unterscheiden können. Das Schwierige daran ist, einen nicht zufälligen Menschen im Rauschen zu verstecken. Zum Beispiel wenn von 100 Seitenaufrufen, 10 echt und der Rest vom System generiert werden soll, muss es dafür sorgen, dass meine 10 kompensiert werden. Also insgesamt u.a. nicht mehr Porno- oder Katzenseiten aufgerufen werden, als bei zufälligen Aufrufen zu erwarten wären. Hier käme nun Machine Learning ins Spiel. Ein Programm lernt lokal meine einzigartigen Verhaltensweisen und generiert für jeden meiner Seitenaufrufe einen oder mehrere Anti-Seitenaufrufe, die diesen neutralisieren. Auch meine Kommentare müssten entsprechend automatisiert umgetextet werden.

      Wirkungsvoll wird dies wie erwähnt aber erst, wenn es eine kritische Masse von Nutzern machen würde. Aber dann wäre dieser Block de facto unsichtbar.

      In dem Sinne, auf dass wir nicht bald im Migros aufgrund unserer Bewegungsmuster erkannt werden, sollten wir schon mal anfangen, diese zu randomisieren:)
      10 0 Melden
  • Michael Mettler 08.04.2015 21:28
    Highlight @ Oliver W.: Ich lese Pornstorys, was habe ich in diesem Zusammenhang zu befürchten?
    7 4 Melden
  • Michèle Seiler 08.04.2015 14:10
    Highlight Und die Schnüffelei geht weiter und weiter ... Ich frage mich langsam, ob die Leute, die schnüffeln, überhaupt Moral besitzen. Und, ob ich es schaffen würde, auf einen privaten Internetzugang zu verzichten.
    18 4 Melden
    • Sandromedar 08.04.2015 20:15
      Highlight es sind nicht leute die schnüffeln sonder super computer die alles aufzeichnen... böse sind die leute die es veröffentlichen. daher kannst du davon ausgehen, dass, auch wenn deine lieblings internet rezepte noch nicht veröffentlicjt wurden, sie schon löngst gespeichert worden sind
      13 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 13:08
    Highlight Laut Ghostery laufen auf dieser Seite hier mit:
    Adition, ChartBeat, Facebook Connect, Google Analytics, NET Metrix, Twitter Advertising, Twitter Button.
    Die kann ich dank Ghostery alle blocken.
    Ob es auf watson überhaupt Werbung gibt, weiss ich gar nicht, da ich seit Jahren AdBlock auf allen Systemen habe.
    45 12 Melden
    • amade.ch 08.04.2015 13:36
      Highlight Toll, so hilfst Du natürlich aktiv mit, dass watson ganz viel Geld verdient.
      26 27 Melden
    • Aurel 08.04.2015 13:46
      Highlight Hoi Rhabarber,

      Wir achten bei allen Diensten auf Datenschutz, zB erlauben wir Google die Nutzung deiner IP nicht. Ich persönlich finde es auch nicht ideal, dass man Userdaten nach Übersee schickt - aber es gibt nun mal berechtigte Analysebedürfnisse. Beispielsweise, ob Features auf watson.ch genutzt werden oder nicht. Davon profitierst du als User letztendlich auch.
      WEMF ist die offizielle Schweizer Zählung, die ist garantiert unproblematisch. Bitte einschalten. Das ist für uns, wie wenn du im Migros an der Kasse vorbeischleichst ;)

      Bei der Werbung/Adblock geben wir uns Mühe, es erträglich zu halten. Werbung, die zB ungefragt losdudelt gibt es nicht (oder wird sofort entfernt, sollte es doch mal passieren). Daher bitte ich dich, Adblock für watson zu deaktivieren. Ich lade dich dann auch mal zu einem Cüpli auf meine Yacht ein! ;)

      Danke und Gruss,
      Aurel Stevens
      Leiter IT
      95 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 13:53
      Highlight :)
      11 2 Melden
    • smoe 08.04.2015 14:52
      Highlight @Aurel
      Analysebedürfnisse sowie Werbung sind durchaus gerechtfertigt und ich habe nicht das geringste Problem damit. Diese Tools sollten aber auch funktionieren, ohne mich durch das ganze Internet zu verfolgen.

      Das Plugin «Privacy Badger» – welches nur Dienste blockiert, die mich gegen meinen Willen über mehrere Webseiten hinweg tracken – schmeisst aber deswegen leider eure ganze Werbung und die WEMF raus. Was nicht nötig wäre.
      8 1 Melden
    • Bowell 08.04.2015 15:44
      Highlight Ja gibts denn sowas, da blockiert jemand Werbung!
      Da das Angebot aber laut watson selbst gratis ist, (http://www.watson.ch/!473354387) und die meisten sich wahrscheinlich nicht um die "Analysebedürfnisse" scheren, gehts m.E. in Ordnung wenn man sich an der Kasse vorbeischleicht;)! So ist Sie eben, die "digital native, kaufkräftig, urban, vernetzt – und vor allem mobile" Zielgruppe von Watson.
      11 6 Melden
    • amade.ch 08.04.2015 16:14
      Highlight Weil man nichts für die erstellten Inhalte bezahlen muss, weigert man sich auch, die Werbung anzuschauen? Bisschen krude Logik, nicht?
      4 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 18:37
      Highlight Hoi Aurel :-)
      Ich habe keine Ahnung, was WEMF sein soll. Das erscheint nicht in meiner Ghostery-Liste. Sonst hätt ich es für watson erlaubt.

      @amade
      Ich will keine Werbung sehen. Nirgendwo. Ich gehöre zu den Leuten, die lieber gelegentlich etwas spenden. Auch an Seiten oder Programme, die man kostenlos haben kann. Denn natürlich möchte ich die Arbeit anderer, die mir zu Nutzen kommt, auch mal unterstützen.

      Wenn also watson z.B. einen Spendenknopf via Paypal einrichtet oder sowas wie ein Abo in freiwilliger Höhe mit kleinen Goodies lanciert, bin ich dabei.
      28 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.04.2015 18:39
      Highlight ps: Ich mach überall Werbung für Watson. Hab schon zig Leute von der Konkurrenz hergelockt. Das ist doch auch was :-)
      31 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.04.2015 11:10
      Highlight Rhabarber, ich auch :) @ weglocken
      10 2 Melden
    • Da Coda 30.08.2016 10:05
      Highlight Ich gehöre auch zu den Menschen, die sich nur ungern Werbung anschaut. Wenn es ein Ad-Free Abo gäbe auf Watson, würde ich keine Sekunde zögern.
      3 0 Melden
  • thorbjornsonn 08.04.2015 12:18
    Highlight Ich dachte dass man im Tor Browser keine filme, videos etc. streamen kann?
    1 7 Melden
    • rYtastiscH 08.04.2015 13:52
      Highlight War das nicht so, dass der Tor-Browser Java nicht unterstützt. Seit aber HTML5 auf dem Vormarsch ist, sollte dies wohl auch hinfällig sein.
      5 0 Melden
    • tschoo 08.04.2015 15:23
      Highlight Was hat Java mit HTML5 zu tun?
      1 2 Melden
    • rYtastiscH 08.04.2015 16:18
      Highlight Sorry, meinte Flash, welcher ja auf JavaScript basiert (ist nicht Java, weiss ich)...
      3 4 Melden
    • Alnothur 12.04.2015 13:06
      Highlight Flash ist nicht JavaScript-basiert, sondern wie das Java-Plugin ein externes Browser-Plugin, und genau deshalb sollte man es im Tor-Browser nicht aktivieren, da der Tor-Browser keine Kontrolle darüber hat, wie Plugins mit dem Internet kommunizieren und damit deren Daten nicht verschlüsseln und verschleiern kann.
      4 0 Melden
  • Zuagroasta 08.04.2015 12:17
    Highlight Es gibt zwei Möglichkeiten sich gegen Canvas Fingerprinting zu wehren.
    Entweder man schaltet JavaScript im Browser komplett ab oder
    man installiert einen JavaScript Blocker.
    Beide Möglichkeiten sind aber mit Vorsicht zu geniessen, da man damit viele Webseiten teils unbrauchbar macht.
    Adblocker bringen da gar nichts.
    9 6 Melden
    • Alnothur 12.04.2015 13:05
      Highlight Addons wie Privacy Badger jedoch helfen hier.
      1 0 Melden
    • Zuagroasta 14.04.2015 18:32
      Highlight @dziltener: Bedingt. Lies mal die FAQ von Privacy Badger genau durch.
      "But we will be adding fingerprinting countermeasures in a future update!"
      Wann ist unklar.
      Ergo, das Einzigste was jetzt hilft, ist ein JavaScriptBlocker.

      Dass der Experte das nicht erwähnt, find ich ehrlich gesagt ziemlich schräg. Entweder weiss er es nicht oder ihm ist es egal. Beides lässt ihn als Experten nicht in einem guten Licht erscheinen.


      2 1 Melden
    • Alnothur 18.04.2015 00:46
      Highlight Man kann einen Browser auch ohne Javascript "fingerprinten". Schon nur mit den Daten, die die meisten Browser standardmässig im Request mitschicken, kann ein manchmal (fast) eindeutiges Nutzerprofil erstellt werden. Fingerprinting ist jedoch glücklicherweise noch schwach verbreitet, weil herkömmliches Tracking bis jetzt effizienter ist. Ein JavaScript-Blocker macht momentan vor Allem per Default Webseiten kaputt und ist somit den Standardnutzern nicht zumutbar.
      1 0 Melden
    • Zuagroasta 20.04.2015 00:22
      Highlight Das stimmt, nur bläst dein Browser ohne JavaScript Blocker noch weitaus mehr Daten ins Netz als mit.
      Bei watson zum Beispiel Google Analytics,Facebook,Twitter,
      Chartbeat Tracking (eindeutiger Name, oder? ;) ), Adfarm und so weiter.
      Re Standartnutzer: mit genügend Erklärung und eventueller Hilfestellung ist das kein Problem.Wenn meine Eltern, beide schon in Rente und 100% keine Geeks, das managen können,
      dann sollte für jüngere Leute locker zumutbar sein.
      Alles andere ist nur eine faule Ausrede nichts zu tun.
      Man bezahlst ja nur mit seinen Daten. Who cares?
      0 1 Melden
  • Quool-Puut 08.04.2015 12:05
    Highlight Vielleicht sollten alle Promis und Politiker präventiv offenlegen, welche Videos und Bildli sie angucken?
    21 2 Melden
    • iss mal ein snickers... 08.04.2015 13:15
      Highlight Mmhh...die Kehrseite der Medaille: wollen wir das wirklich wissen auf was Blocher & Co abfahren?
      40 0 Melden
    • elivi 08.04.2015 14:15
      Highlight oh gott der horror, das ganze gerigate war schon zu viel des guten
      28 2 Melden
    • Marco Gilgien (MarcoGG) 30.08.2016 09:19
      Highlight Ich währe froh wenn mir mal jemand meine Filme und Bilder zeigen kann. Ich finde das eine oder andere nicht mehr ^^
      5 1 Melden
  • jebbie 08.04.2015 12:03
    Highlight es gibt keine worte um zu beschreiben, wie egal mir das ist..
    20 41 Melden
    • Dubio 08.04.2015 13:12
      Highlight Aber dennoch interessant genug, um einen Kommentar zu verfassen?
      69 7 Melden
    • jebbie 08.04.2015 15:12
      Highlight nein, ich musste mir eher luft machen für die tatsache, dass man diesem non-sense einen ganzen artikel widmen muss ;)
      7 24 Melden
    • Dubio 08.04.2015 15:56
      Highlight Warum schreibst Du denn etwas anderes, als Du meinst?
      9 8 Melden

Seriensucht, Wein, verruchte Romane: Das hat uns die Romandie voraus

Jenseits des Röstigrabens warten Glück und Inspiration! Hier ein paar Bonbons, ausgewählt nach enorm subjektiven Kriterien wie «macht Spass», «macht was mit Leichen», «macht was im ‹Bachelor›» oder «macht was mit Royals».

Dieser Input kommt von unserer Lina Selmani. Einer Frau, die ihr Leben ausserhalb von watson dem schönen Tattoo und der guten Musik widmet. Viiiiiel besser sei die Musik aus der Romandie als die aus der Deutschschweiz, sagt sie, aber auf die Frage hin, was sie denn konkret meine, kam zuerst: «Vor allem Puts Marie!» Die Bieler also. Haben wir schon einmal gross gefeiert. Sie sind aber auch toll. Androgyne Avantgarde oder so. Melancholische Masochisten. Süss.

Und dann hatte Lina noch viele weitere, …

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