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Sex hautnah: Man sollte nur aufpassen, dass man nicht beobachtet wird.
bild: huccio

Wie geil sind ​Virtual-Reality-Pornos wirklich? Wir haben Hand angelegt

Vielen Menschen erschliesst sich der Reiz von Virtual-Reality-Headsets nicht. Kann man sie mit Pornofilmen überzeugen? Wie die Sexbranche versucht, aus der neuen Technik ein Geschäft zu machen – der Einblick.

11.12.15, 09:18 12.12.15, 14:52

Markus Böhm / spiegel online



Ein Artikel von

Wird in Familien jemand beim Pornoschauen überrascht, ist das meist für alle Beteiligten unangenehm. Egal, ob nun Eltern ihrem Kind begegnen oder umgekehrt. In einigen Jahren könnte die Situation sogar noch komischer werden.

Denn bis dahin könnte es eine ernsthafte Option sein, sich Sexvideos nicht nur mit einem Kopfhörer, sondern auch mit einer klobigen Brille vorm Gesicht anschauen. Dank der neuen Virtual-Reality-Brillen wie Samsungs Gear VR und der Oculus Rift kommt die Menschheit den Sci-Fi-Sexvisionen gerade ein gutes Stück näher.

Seit jeher begrüsst die Pornobranche jede technische Neuerung mit grosser Begeisterung. Und nun schwärmt man dort von den neuen Möglichkeiten, die die virtuelle Realität (VR) bietet. Dass es 3D-Pornos für 3D-Fernseher nie wirklich in den Mainstream geschafft haben, scheint kaum jemanden abzuschrecken.

Brüste versus Steckdose

Tatsächlich vermitteln VR-Videos ein überraschend intensives Mittendrin-Gefühl. Das liegt einerseits am 3D-Effekt, anderseits daran, dass die Brillen Kopfbewegungen des Zuschauers in den Film übertragen. Wer sich also beispielsweise besonders für Brüste interessiert, der kann seinen Blick darauf konzentrieren.

Genauso gut kann man während der Sexszenen zur Seite schauen und überprüfen, ob der Stecker der Lampe noch korrekt in der Steckdose steckt. Das ist keine echte Interaktivität, aber eine ungewohnte Freiheit.

Als eine der ersten grösseren Firmen gab im Juli Naughty America, der Betreiber Dutzender Pornoportale, bekannt, jetzt auch VR-Filme im Angebot zu haben. «Unsere Kunden wollen so nah an die Realität ran wie möglich - ohne, dass ihnen die Realität in die Quere kommt», liess sich der Firmenchef damals zitieren.

Los ging es mit Kamera-Gewackel

Eine Vorstellung davon, was aktuelle Produktionen bieten, lässt sich auch ohne eigene VR-Brille bekommen - zum Beispiel mit der «Vice»-Doku «Die digitale Liebesindustrie», die sich neben VR-Filmen Sexspielen widmet.

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Vorreiter im Filmsegment sind bislang Spezialfirmen wie VirtualRealPorn und BaDoink VR, die eigene Download-Plattformen betreiben. VirtualRealPorn ist seit Januar 2014 im Markt aktiv. Das Unternehmen startete mit Voyeur-Clips, samt wackelnder Kamera und einem knapp bemessenen 120-Grad-Blickfeld, das die Illusion von Blickfreiheit ziemlich zerstörte. Da half auch der Auftritt einer schlechten Lara-Croft-Kopie wenig:

REFILE - ADDING CAPTION INFO - A woman uses a Samsung's new virtual reality (VR) headset called the Gear VR Innovation Edition during the Mobile World Congress in Barcelona March 2, 2015. Ninety thousand executives, marketers and reporters gather in Barcelona this week for the telecom operators Mobile World Congress, the largest annual trade show for the global wireless industry.  REUTERS/Gustau Nacarino (SPAIN  - Tags: BUSINESS SCIENCE TECHNOLOGY BUSINESS TELECOMS)

Mit der Brille kann man Dutzende Spiele spielen, aber auch Pornos schauen.
Bild: REUTERS

Mittlerweile gibt es zum Beispiel einen Ableger für schwule Männer, die neueren Clips bieten ein 180-Grad-Blickfeld. Dadurch blickt man nur noch selten auf die schwarze Wand, an der das Bild links und rechts endet.

So kann man sich VR-Pornos vorstellen

Gefilmt sind viele VR-Pornos aus der Ich-Perspektive, also so, dass man sich meistens in der Rolle eines Mannes wähnt, der mit mal einer, mal zwei Darstellerinnen Sex hat - wobei die Frauen den aktiven Part übernehmen.

In einigen Clips wirkt der vermeintlich eigene Körper so passiv, dass man ihn kurzzeitig für eine Puppe oder eine Leiche hält. In anderen Videos wiederum bewegen sich die fremden, «eigenen» Hände so sehr, dass auch das den Zuschauer irritiert. Einige - jugendfreie - Eindrücke von VR-Pornos liefert unsere Fotostrecke.

Eine Wette auf die Zukunft

Noch sind VR-Produktionen vor allem eine Wette auf die Zukunft. Für den Download von ein paar Dutzend VR-Videos verlangen die Firmen derzeit zwischen zehn und 30 Euro im Monat: Mit diesen Preisen lässt sich noch nicht das grosse Geld machen, dafür sind zu wenige VR-Brillen im Umlauf. Die mehrere Gigabyte grossen Clips lassen sich zwar auch auf Googles Cardboard, also einer Papp-VR-Brille fürs Smartphone, anschauen, dieses Erlebnis ist jedoch weniger überzeugend, vor allem, weil die Bewegungserfassung hier weniger gut funktioniert.

Virtual-Reality-Pornos: Sex-Filme für Oculus Rift und Gear VR

Blick auf die Steckdose: Irgendwo links ist auch Sex zu sehen.
Bild: virtualrealityporn

Bis die aufwendigeren VR-Brillen im Massenmarkt ankommen, wird es noch dauern. Die Marktforscher von Gartner zum Beispiel prognostizieren, dass noch fünf bis zehn Jahre vergehen, bis die virtuelle Realität ihr Hype-Maximum erreicht.

Todd Glider, der Geschäftsführer von BaDoink sagt in einem Interview mit einem Porno-Branchendienst, er glaube nicht, dass die Technik die Branche komplett umkrempeln werde: «Nicht heute oder morgen.» Als Zielgruppe für die VR-Pornos sieht er junge Leute, die bereits im Zeitalter der Internetpornos gross wurden. Die älteren Generationen seien bereits zufrieden - für sie sei bereits das Internet «das grösste vorstellbare Porno-Geschenk» gewesen.

Doch auch das Ansprechen junger Leute wird eine Herausforderung: Etwa, weil man den Reiz der virtuellen Realität meist erst versteht, wenn man einmal eine solche Brille auf dem Kopf hatte. Viele Menschen sind zudem skeptisch, wenn es um Gadgets geht, die sowohl die Augen als auch die Ohren in Beschlag nehmen.

Beeindruckend und ein wenig unheimlich

Derzeit sind es vor allem Enthusiasten, die online Geld für VR-Pornos ausgeben. Von VirtualRealPorn heisst es auf Nachfrage, die meisten Kunden seien Menschen mit Technikkompetenz und einer Leidenschaft für VR, etwa Gamer und Programmierer.

Einer der ersten VirtualRealPorn-Clips: Eine Möchtegern-Lara-Croft zieht ihre Waffe, rechts endet das 120-Grad-Blickfeld.
bild: virtualrealityporn

Der breiten Masse dürfte die Idee des Mittendrin-Pornos bislang eher indirekt begegnet sein - etwa in YouTube-Videos wie dem Clip «VR Porn Reactions on Oculus From First-Time Virtual Reality Viewers», der bereits 13 Millionen Klicks gesammelt hat.

Setzt man eigenen Bekannten eine Oculus Rift auf und zeigt ihnen VR-Pornos, hört man viele ähnliche Sätze: ja, irgendwie beeindruckend sei das schon, und etwas anderes als YouPorn und Co. Aber das Schauen sei auch ein wenig unheimlich, etwa, wenn die Darstellerin näher kommt, um etwas zu flüstern oder wenn sie ständig Blickkontakt sucht. Oder wenn man schon wegen der Enge der Brille zu schwitzen beginnt.

Wer antwortet ehrlich?

Würde man solche Filme privat schauen? «Nee, ja, irgendwann einmal vielleicht, aber wohl eher nicht», lautet eine typische Antwort. Oder: «Die Achterbahnfahrt mit der Brille fühlte sich echter an.» Offen bleibt dabei, wie ehrlich solche Smalltalk-Antworten sind - Stichwort soziale Erwünschtheit.

Schwer abzusehen ist auch, wie sehr die Nachfrage nach VR-Pornos steigt, wenn erst einmal die Displays schärfer, die Darsteller bekannter, die Inhalte intelligenter und vielfältiger und die Brillen günstiger und vielleicht noch etwas leichter werden. Wird wirklich auch dann noch fast jeder dem «Vice»-Autor zustimmen, der nach einem Selbstversuch zum Fazit kam, «echten Sex wird eine VR-Brille trotzdem nie ersetzen können»?

«So als wäre man dabei»

Geht es nach VirtualRealPorn-Gründer Mike Kovalsky, sind die bisherigen Erlebnisse nur der Anfang. Er berichtet, sein Unternehmen arbeite an eigenen Videoplayern, die sich mit sogenannten Teledildonics synchronisieren lassen, damit diese elektronischen Sexspielzeuge im richtigen Tempo arbeiten.

Szene aus der Vice-Doku: Mit dem Bild synchronisierbares Sexspielzeug.
screenshot: vice

Konkret bedeuten könnte das: Ist im Film zum Beispiel Oralsex zu sehen, könnte ein angeschlossener Vibrator oder Masturbator versuchen, das im passenden Takt zu simulieren. «Die Idee ist es, die Erfahrungen zusammenzubringen und die perfekte Immersion zu schaffen - so als wäre man dabei», sagt Kovalsky. Auch in der «Vice»-Doku sind solche Sex-Gadgets zu sehen.

Vielleicht wird es künftig also nicht nur eine klobige Brille sein, die bei spontanen Begegnungen von Eltern und Kindern Fragen aufwirft.

Zusammengefasst: Für VR-Brillen wie die Oculus Rift und die Gear VR sind bereits Pornofilme auf den Markt: Die Videos sind meistens aus der Ich-Perspektive gedreht, was im Zusammenspiel mit den übertragenen Kopfbewegungen und dem räumlichen Effekt ein Mittendrin-Gefühl erzeugt. Weil VR-Pornos eine neue Sparte sind, findet man bislang vor allem Mainstreamfilme für Männer. Optische Eindrücke liefert unsere jugendfreie Fotostrecke.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AnCam 12.12.2015 09:09
    Highlight @dracului
    Weise, vorausschauende Worte, die ich so zu 100% unterschreiben würde.
    5 1 Melden
  • Gsnosn. 12.12.2015 08:45
    Highlight Jetzt weiss ich was mir zur Weihnacht wünsche.. :-p
    9 1 Melden
  • beaker 11.12.2015 20:46
    Highlight ich will nur mal festhalte was ihr so wered em schaffe mached : Pornos dur e vr brille luege..
    und denn wirsch fer das au no zahlt. ich ha de falsch job
    25 3 Melden
  • Ruefe 11.12.2015 10:26
    Highlight yourbrainonporn.com

    Ich sag nur so viel dazu. Keine Ahnung in wessen Interesse es liegt, dass sich das männliche Geschlecht noch mehr von der sexuellen Realität entfernt, aber ich finde dass sehr bedenklich.
    Kann mir zwar auch egal sein, mehr Chancen für mich.
    31 53 Melden
    • EvilBetty 11.12.2015 11:16
      Highlight Weil Frauen ja keine Pornos gucken... 🙄
      73 4 Melden
    • Oberon 11.12.2015 11:33
      Highlight Wieso soll dies "nur" das männliche Geschlecht betreffen?
      61 1 Melden
    • Ruefe 11.12.2015 15:41
      Highlight Hmm guter Einwand mit den weiblichen Konsumenten, daran habe ich nicht gedacht.
      Ich sehe es vorallem von der Perspektive, dass wenn man schon von sich aus als Mann zu viel Pornographie konsumiert, diese Produkte den Suchtfaktor noch verstärken. Wie gesagt ich verweise auf die obere Seite ;)
      Männer reagieren halt viel stärker auf optische Reize, und ich kann mir nicht vorstellen dass sich das positiv auf Beziehungen zu Frauen auswirkt die nicht auf Hochglanz gephotoshopt werden
      18 4 Melden
    • dracului 12.12.2015 08:33
      Highlight @Ruefe: Pornos schaden und zwar der Paarsexualität. Nur weil alle Pornos konsumieren, heisst es nicht, dass es dadurch richtiger wird. Pornografie ist durch das Internet zu einer regelrechten Epidemie geworden. Ich sehe eine grosse Leere auf uns zukommen, eine postpornografische Depression. Diese Leere können wir entweder durch noch mehr Pornos füllen oder wir schalten endlich ab und kümmern uns um unserer echten Partner pder legen uns ein Hobby zu.
      Jetzt ist Wixer-Solidarität gefragt:
      Blitz = Blödsinn - Lass mich weiterrubbeln.
      Herz = Hat schon was, aber ich rubbel trotzdem weiter.
      40 11 Melden

Einfach köstlich! 18 Dinge, die man beim Sex UND beim Grillieren sagen kann 🤣

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(sim)

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