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Über WhatsApp Kinderpornos verbreitet – Dutzende Männer festgenommen

18.04.17, 14:41 18.04.17, 15:42

Die spanische Polizei hat zusammen mit Europol und Interpol einen internationalen Pädophilenring zerschlagen. Über 100 Mitglieder seien in 18 Ländern aktiv gewesen und hätten über private WhatsApp-Gruppen Kinderpornografie ausgetauscht, teilte die «Policía Nacional» am Dienstag in Madrid mit.

Insgesamt seien bei der Operation Tantalio 39 Verdächtige in Europa sowie Zentral- und Südamerika festgenommen worden, darunter 17 in Spanien, sechs in Kolumbien, vier in Italien, zwei in Deutschland und einer in Portugal.

In der Europol-Mitteilung ist von bislang 38 Verhaftungen die Rede. 25 WhatsApp-Gruppen würden noch untersucht – es könnte also zu weiteren Festnahmen kommen.

Die Untersuchung der spanischen Polizei habe Mitte 2016 begonnen und sich zunächst auf das TOR-Netzwerk konzentriert, also auf die Verbreitung der Inhalte im Darknet. Dann seien die Ermittler auf die privaten WhatsApp-Gruppen gestossen.

Opfer im Baby-Alter

Im Rahmen der Ermittlungen sind laut Medienmitteilung der spanischen Polizei 96 solcher WhatsApp-Gruppen beobachtet und analysiert worden. Das sichergestellte Material sei «extrem erniedrigend» und «übermässig brutal» gewesen, hiess es. Die Opfer seien zum Teil noch Babys gewesen, die ältesten Kinder waren acht Jahre alt.

Vertreter der spanischen Polizei und von Interpol informierten am Dienstag über die erfolgreiche Operation. Bild: EPA/EFE

Die Operation Tantalio wurde von der «Joint Cybercrime Action Taskforce» koordiniert, die 2014 unter dem Dach von Europol gegründet worden war.

Die Europol-Medienmitteilung zitiert einen Experten, der sagt, dass mit solch erfolgreichen Aktionen eine starke Botschaft ausgesendet werde an die Kriminellen, die diese abscheulichen Verbrechen begingen oder davon profitierten.

«Criminals will continue to exploit new technologies to share videos and images of child abuse around the world at the push of a button. But actions like Operation Tantalio send a strong message: police worldwide remain united in their efforts to identify, locate and bring you to justice for engaging in or benefiting from these heinous crimes.»

Bjorn Sellstrom, Interpol

Im April 2016 hatte WhatsApp die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt. Seither können Nachrichten und Anrufe laut der US-Betreiberfirma nur noch von Sendern und Empfängern der Nachricht entschlüsselt und gelesen werden. Allerdings lässt sich nicht durch unabhängige Stellen überprüfen, ob Hintertüren bestehen, weil WhatsApp eine proprietäre Software ist.

(dsc/sda/dpa)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 18.04.2017 20:28
    Highlight Die immense Wut auf Pädophile ist höchst verständlich. Kenne ich bestens. Trotzdem hat in einem rechtsstaatlichen Strafverfahren Selbstjustiz/Lynchjustiz keinen Platz.

    Auch wenn auch ich publizierte Urteile manchmal zum Schreien finde.
    11 0 Melden
  • elivi 18.04.2017 19:00
    Highlight Ich bin gegen selbstjustiz, auch bei solchen dingen. Ausser man lebt in einem korruptem land wo die polizei selbst täter sind.
    6 1 Melden
  • trololo 18.04.2017 18:03
    Highlight Abgesehen von der scheusslichen Tat:
    Wie konnte die Polizei die Konversationen verfolgen? War ja Ende-zu-Ende verschlüsselt. Wäre noch interessant gewesen...
    Richterlicher Beschluss? Oder eben, einfach zu "hacken"?
    17 1 Melden
    • Jaing 18.04.2017 18:52
      Highlight Waren ja Gruppen. Da kann jemand eingeschleust werden.
      9 0 Melden
    • Freddie 18.04.2017 18:52
      Highlight Habe ich mich auch gefragt. Aber evtl haben sie ein Mitglied gefasst und konnten dadurch zugreifen. Boten ihm vlt strafminderung oder so an. Vlt hatten sie auch eine Person eingeschleust.
      7 0 Melden
    • ands 18.04.2017 19:25
      Highlight Hat man Zugriff auf ein Gerät (physisch oder mittels Trojaner), nützt die beste Ende-zu-Ende Verschlüsselung nichts.
      Die Details der Ermittlungen werden vermutlich nicht herausgegeben. Sonst finden die Kriminellen wieder neue Wege, sich und ihre Machenschaften zu schützen.
      4 1 Melden
  • Dan Ka 18.04.2017 17:32
    Highlight Wäre dafür die eindeutig identifizierten Täter, dem wütenden Mob zu überlassen. Wann und wo?
    6 26 Melden
    • Rendel 18.04.2017 18:58
      Highlight Sie halten wohl nichts vom Rechtsstaat. Menschen wie sie sind auch gefährlich für die Allgemeinheit.
      19 0 Melden
    • Dan Ka 19.04.2017 06:17
      Highlight Maximales Strafmass für Kinderpornografie = 3 Jahre. (http://m.taz.de/!5033045;m/) Soviel zum Rechtsstaat und zu meiner "wütender Mob" Präferenz im Falle von brutalem Sex mit Kleinkinder und Babies.
      0 7 Melden
  • Calvin WatsOff 18.04.2017 16:41
    Highlight Ab in den Bau mit solchen ☠️💩⚠️🔪👊🏻👊🏻💩😡
    28 2 Melden
  • N. Y. P. 18.04.2017 15:09
    Highlight Sollte man die Namen und Adressen der Täter veröffentlichen?
    Ich finde schon. Oder würde dadurch die Würde der Täter verletzt? Ich denke nicht.
    20 50 Melden
    • fabsli 18.04.2017 16:12
      Highlight Denke das Fotos auch reichen würden.
      6 25 Melden

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