Digital

«Better Call Saul» läuft derzeit exklusiv auf Netflix. Schweizer bezahlen aber wesentlich mehr dafür. bild: netflix

Höhere Preise für weniger Leistung

40 Prozent teurer: Netflix und Spotify schröpfen Schweizer Konsumenten

02.03.15, 14:07 02.03.15, 14:42

STEFAN EHRBAR

Ein Artikel der

Der eine Dienst macht das gewöhnliche Fernsehen überflüssig, der andere den CD-Kauf. Der Film- und Serien-Anbieter Netflix und die Musik-Streaming-Anwendung Spotify gehören mittlerweile zur Standardausrüstung vieler Schweizer. Die Spotify-App gehört sowohl im Apple- als auch im Google-Store zu den 30 meist heruntergeladenen Apps. In den USA sorgt Netflix schon für 12 Prozent des mobilen Internetverkehrs, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie des Netz-Ausrüsters Ericsson zeigt.

In der Schweiz sorgte die Lancierung von Netflix für derart viel Verunsicherung in der Branche, dass sowohl die Swisscom als auch UPC Cablecom ein alternatives Film- und Serien-Streaming-Angebot aus dem Boden stampften.

«Spotify wird keine Preisanpassung in der Schweiz vornehmen.»

Spotify-Sprecherin

Die hiesigen Nutzer kaufen die Apps nicht nur fleissig – sie finanzieren sie auch grosszügig. Bei Spotify kostet ein Premium-Abo 12.95 Franken im Monat – 20 Prozent Schweiz-Zuschlag im Vergleich zu den 9.90 Euro, welche dasselbe Angebot in Deutschland kostet. Netflix verlangt hierzulande mit 11.90 Franken für ein Monatsabo fast 30 Prozent mehr als in Deutschland, wo das gleiche Abo 8 Euro kostet. Im Vergleich zu den USA müssen hiesige Nutzer bei Netflix sogar fast 40 Prozent mehr berappen. Dort ist die TV-Alternative schon für 8 Dollar im Monat zu haben. Und das, obwohl die Auswahl in der Schweiz deutlich kleiner ist: Knapp 2000 Titel waren Ende 2014 hierzulande bei Netflix verfügbar, während Nutzer in den USA auf über 8000 Filme und Serien zugreifen konnten.

Netflix wirbt mit eigenen Serien wie «House of Cards». Bild: AP/Netflix

Keine Preissenkung wegen Euro

Obwohl beide Dienste in der Schweiz kein Personal beschäftigen, wollen sie ihre Preise auch nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses nicht anpassen. Die Kosten in der Schweiz seien hoch, sagt ein Netflix-Sprecher. Marketing und die Inhalte-Akquirierung kosteten hierzulande viel. Ähnliche Preisdifferenzen fänden sich etwa in Norwegen. Auch der Musik-Dienst Spotify hängt am Zuschlag. «Spotify wird keine Preisanpassung in der Schweiz vornehmen», sagt eine Sprecherin.

Ob die Differenz berechtigt sei oder nicht, lasse sich ohne Kostenanalyse nicht beurteilen, sagt Preisüberwacher Stefan Meierhans. Hiesige Nutzer können sich den Schweiz-Zuschlag allerdings sparen. Mit teils kostenpflichtigen Browser-Erweiterungen wie Media Hint, Unblock-US oder Zenmate kann Netflix ein Standort in den USA oder Deutschland vorgegaukelt werden. Damit lässt sich Geld sparen, und es eröffnet sich der Zugang zum grösseren US-Angebot.

Netflix akzeptiert bei US-Konten Schweizer Kreditkarten, lediglich bei der Adresseingabe muss die Fantasie spielen. Netflix verbietet diesen Trick zwar in den Nutzungsbedingungen – rechtlich dürfte er allerdings unbedenklich sein. Schliesslich findet sogar Preisüberwacher Stefan Meierhans: «Wenn es tatsächlich möglich ist», sagt er, «so ist ein Auslandaccount sicher eine prüfenswerte Alternative.»

Die Rangliste der Filmpiraten

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
23
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • quark 02.03.2015 23:40
    Highlight Kein Mensch braucht Netflix.
    5 5 Melden
    • Señor Ding Dong 03.03.2015 11:31
      Highlight klar "brauchts" niemand. aber die frage stellt sich in der heutigen wirtschaft schon lange nicht mehr.
      0 1 Melden
  • stadtzuercher 02.03.2015 21:50
    Highlight Jeweils ab dem folgenden Tag nach der Ausstrahlung ist die Episode gratis erhältlich. auf kat.ph.
    4 3 Melden
    • Triumvir 03.03.2015 08:22
      Highlight Tolle Werbung für eine Torrent Malware Schleuder. U.a. genau deshalb bin ich übrigens Netflix Kunde, denn ich will meinen PC nicht mit Malware verseuchen...
      4 2 Melden
  • chandler 02.03.2015 16:23
    Highlight Vergleicht mal andere Preise mit Deutschland, z.B. mobile Telefonie, Internet zuhause, oder andere Dienstleistungen. Da ist Netflix mit 20% CH-Zuschlag noch human.
    Zudem kostet das Angebot von Swisscom (Teleclub Play) auch CHF 11.90, und ist mit Abstand schlechter als Netflix (meine Meinung).
    19 4 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 02.03.2015 18:57
      Highlight Bin auch deiner Meinung, das Angebot von Netflix hat noch keine Konkurrenz in der Schweiz
      11 1 Melden
  • Triumvir 02.03.2015 16:22
    Highlight Na ja, so schlimm finde ich die Preisdifferenz jetzt nicht wirklich. 3 Fr. mehr kann ich mir gerade noch so leisten :-) Da werden wir Schweizer Konsumenten von ausländischen Konzernen noch viel schlimmer abgezockt... Was mich mehr ärgert, ist das (noch) kleinere Angebot gegenüber den USA. Ist aber auch klar warum das so ist. Schliesslich müssen die ganzen US-Serien erst synchronisiert werden. Ich finde Netflix trotzdem toll und werde mein Abo (noch) nicht kündigen. U.a. wegen solch genialen Serien wie etwa Better Call Saul. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung :-P
    21 3 Melden
  • droelfmalbumst 02.03.2015 16:14
    Highlight wieso jammern alle über netflix? steht ja im bericht klipp und klar dass die preise teurer sind weil auch netflix höhere kosten hat in der schweiz. arbeitet ihr auch gratis oder wie? das problem liegt nicht an netflix sondern an der schweiz wo alles was digitale medien ist, übertrieben überteuert ist. von internet über mobile bis hin zu TV und festnetz...
    17 11 Melden
    • Zappenduster 03.03.2015 08:02
      Highlight Digitale Medien werden auf Festplatten gelagert und direkt von der Festplatte verkauft. Nahezu keine Lagerkosten, keine Transportkosten, keinen Materialwert und trotzdem laberst du hier was von Löhnen die gezahlt werden wollen??? Die paar Leute die sich um den "Markt" Schweiz kümmern würden wohl auch mit einem günstigeren Preis ihren Lohn behalten können.

      Wo sind die höheren Kosten für Netflix?

      3 0 Melden
    • droelfmalbumst 03.03.2015 08:36
      Highlight netflix muss rechte und lizenzen kaufen um in der schweiz sei es was ausstrahlen zu können, am besten noch mit exklusivem recht. und das ist in der schweiz ganz bestimmt einiges teurer als z.B. in DE, FR, IT und co.
      1 2 Melden
    • Zap 03.03.2015 10:27
      Highlight Preise haben nichts oder nur marginal mit Erstellungskosten zu tun! Alle Preise in der Schweiz sind hoch, einfach weil es bezahlt wird. Sei es Digitale Medien, Medikamente, Lebensmittel, etc. Die Firmen treiben die Preise hoch und klagen danach über die hohen Lohnkosten. Der Preis von Netflix mag nur gering höher sein, aber effektiv ist es wie vieles massiv überteuert.
      1 0 Melden
  • Señor Ding Dong 02.03.2015 15:18
    Highlight Wow, in der Schweiz ist alles teurer. Ich finde den Preis immer noch recht fair im Gegensatz zu dem, was Swisscom, UPC Cablecom etc. anbieten.
    29 6 Melden
  • Hans Jürg 02.03.2015 15:09
    Highlight Ein Grund, Netflix nicht zu abonnieren und die Netflix auch mitzuteilen.
    13 26 Melden
    • droelfmalbumst 02.03.2015 16:12
      Highlight Dann gehe ich davon aus dass sie überhaupt kein TV haben denn Swisscom, Cablecom und Co. sind alle noch teurer... bünzli
      12 11 Melden
    • Hans Jürg 02.03.2015 17:52
      Highlight Meinumg ist Meinung. Sie kann auch falsch sein. Aber jemanden Bünzli zu nennen ist keine Meining, sondern eine Beleidigung. Aber was solls. Von Trollen soll man sich nicht provozieren lassen.
      21 4 Melden
    • droelfmalbumst 03.03.2015 08:26
      Highlight zählt bünzli schon als beleidigung? das wusste ich nicht und habe was dazu gelernt. sie müssen aber zugeben dass es schon bünzli haft ist? :)) böse ist es selbstverständlich nicht gemeint!
      0 2 Melden
  • Ilovepies 02.03.2015 14:43
    Highlight Darum benütz ich die US variante von netflix. Klappt tiptop und ist einfach einzurichten. Kurz googeln sagt wie.
    14 4 Melden
    • Faabiou_ 02.03.2015 14:49
      Highlight In der Schweiz kostet Netflix mehr und hat ein viel kleineres Angebot...
      17 3 Melden
    • Daylen 02.03.2015 15:15
      Highlight Wahlweise einen schweizer Account erstellen (wenn nicht alle im Haushalt gut Englisch können z.B.) und dann bei Bedarf per Browser Plugin auf die amerikanische Version zugreifen :-)
      11 2 Melden
    • Anded 02.03.2015 15:19
      Highlight Ich mach mir nicht die Mühe über Umwege US-Kunde eines Konzerns zu werden, welcher mich gar nicht als US-Kunden haben will, sondern als mich CH-Kunden will mit mehr Kosten für weniger Leistung. Vor allem wenn es Alternativen gibt. Und insbesondere wenn Alternativen nichts kosten. Ich ziehe Episoden meiner Serien gratis auf mein Media Center. Schlechtes Gewissen? Nö. s'all good man.
      18 5 Melden
    • Zwingli 02.03.2015 15:55
      Highlight @Daylen mit einem Netflix Account greift man automatisch auf das Angebot zu in dem Land in dem man sich befindet.

      Ich habe einen US Account aber wenn ich nix am DNS mache bekomme ich normal das CH Angebot.
      4 0 Melden
    • weisse Giraffe 02.03.2015 16:51
      Highlight Mich nerven auch nicht die höheren Kosten - die bin ich bereit zu bezahlen, ich verdiene ja auch mehr.

      Aber was mich *wirklich* frustriert, ist die Tatsache, dass die Gleichung "massiv schlechteres Angebot bei höherem Preis" lautet. Warum 40% mehr für 80% weniger Angebot bezahlen?

      Klar - die Crux ist, dass es endlich eine weltweite Lösung für die ganzen Lizenzrechtegeschichten gibt.
      13 0 Melden
    • Daylen 03.03.2015 16:33
      Highlight @Zwingli: Danke für den Hinweis... Dann muss ich wohl mal meinen CH Netflix Account künden ;-)
      0 0 Melden

Diese Staffel «Bachelor» ist TV From Hell. Nein, das wäre eine Beleidigung für die Hölle

Heute machen wir's ziemlich kurz, denn wir haben die Geduld mit Joel und den Ladies verloren. Aber ab nächster Woche wird alles besser. Versprochen.

Okay, wie viele Einwohner hat Thailand schon wieder? Richtig! 69,1 Millionen! Elena und Carolin haben am richtigsten geraten! Sie lagen zwar knappe 35 Millionen Einwohner unter der richtigen Antwort, aber hey, die anderen lagen noch danebener. So ist das Leben: Ein Spiel, bei dem man auch mit kreuzfalschen Antworten weiterkommt.

Aber tun wir mal, was Joel so gerne macht. Halten wir mal inne. Gehen wir in uns und fragen uns: Angenommen, wir hätten so dermassen von nichts eine Ahnung wie Elena, …

Artikel lesen