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FILE - In this Wednesday, March 18, 2015 file photo, on a cell phone in New York, the Uber app displays cars available for a pick up at 100 Centre St., a few blocks from City Hall. A deal has been struck between New York City and Uber on the eve of a highly watched City Council vote that could have placed a cap on the number of the ride-hailing company's cars on the streets of the nation's largest city. (AP Photo/Mary Altaffer, file)

Die Uber-App. Bild: Mary Altaffer/AP/KEYSTONE

Apple hat Uber beim Schummeln erwischt – und beinahe aus dem App Store geschmissen

Beinahe hätte Apple Uber von seinen iPhones verbannt: Die App des Fahrdienstleisters hatte unerlaubt Daten gesammelt. Tim Cook bestellte Uber-Chef Kalanick zum Rapport.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Als ein «Spiel mit dem Feuer» bezeichnet die New York Times die Geschäftspraktiken von Uber-CEO Travis Kalanick. Mehr als einmal habe der Chef des Fahrdienstleisters sein Unternehmen mit riskanten Manövern an den «Rand der Implosion» getrieben. Ein solches Manöver war etwa der Versuch, Anfang 2015 Apples Geschäftsbedingungen mit Programmiertricks zu umgehen.

Uber hatte damals in China und weiteren Ländern ein Betrugsproblem. Manche Uber-Fahrer besorgten sich damals gestohlene und gelöschte iPhones, auf denen sie sich mit gefälschten E-Mail-Adressen als Uber-Kunden registrierten und Fahrten anforderten. Für die Fahrer waren das lukrative Scheingeschäfte, weil sie besser bezahlt wurden, je mehr Fahrten sie annahmen.

Um des Problems Herr zu werden, griffen Ubers Programmierer dem Bericht zufolge zu einem Trick: Sie entwickelten eine Methode, mit der sie iPhones auch dann noch eindeutig erkennen konnten, wenn die Uber-App deinstalliert, das Gerät zurückgesetzt und die App mit neuen Nutzerdaten neu installiert worden ist. Die «New York Times» bezeichnet die Methode als «Fingerprinting», also als eine Art digitalen Fingerabdruck.

So trickste Uber Apple aus

Besonders gross war der Aufwand dafür offenbar nicht, ein paar Zeilen Programmcode sollen ausgereicht haben. Schwieriger sei es dagegen gewesen, die Überwachungserweiterung vor Apple zu verschleiern. Der Konzern nämlich verbietet es Entwicklern, digitale Fingerabdrücke seiner Geräte anzufertigen.

Dem Bericht zufolge wies Kalanick seine Programmierer deshalb an, in die Uber-App einen virtuellen Grenzzaun um Apples Hauptquartier in Cupertino einzubauen. Diese sogenannte Geofencing-Funktion schaltete Ubers Überwachungsfunktion im Umkreis der Apple-Zentrale ab, sodass sie bei Kontrollen durch Apples Spezialisten nicht entdeckt würde. Uber hatte dabei aber wohl nicht bedacht, dass Apple auch ausserhalb seines Hauptquartiers Büros betreibt – und die Entwickler dort die Schummelei entdeckten.

Wenig später wurde Travis Kalanick zu einem Treffen mit Apple-Chef Tim Cook gebeten. Der sagte ihm in ruhigen Worten: «Ich habe gehört, dass Sie einige unserer Regeln brechen.» Doch so ruhig Cook bei dem Gespräch auch gewesen sein mag, so deutlich machte er offenbar klar, dass er Ubers App aus dem App Store entfernen lassen würde, wenn das Unternehmen sich nicht an Apples Regeln zur Privatsphäre halten würde. Uber hätte damit auf einen Schlag Millionen Kunden verloren.

FILE - In this July 10, 2012 file photo, Uber CEO and co-founder Travis Kalanick arrives at a conference in Sun Valley, Idaho. In February 2017 Uber came under fire after a driver posted video of Kalanick berating him. Like a recent video of a ticketed passenger dragged forcefully off a United Express flight, the Uber incident is another example of bad behavior by a company or its employees called out by witnesses with a smartphone. (AP Photo/Paul Sakluma, File)

Uber-CEO Travis Kalanick. Bild: Paul Sakuma/AP/KEYSTONE

Jetzt macht's Uber anders

Welche Methoden Uber benutzt hat, um einzelne Geräte zu identifizieren, ist unklar. Dem Tech-Portal «Techcrunch» gegenüber äussert ein Experte die Vermutung, das Unternehmen habe die Seriennummern der Geräte ausgelesen. Tech-Blogger John Gruber vermutet, es seien die sogenannten UDID-Nummern – ebenfalls einzigartige Erkennungsnummern – verwendet worden. Doch welche dieser Methoden Uber tatsächlich verwendet hat, ist unerheblich, da beide gegen Apples Regeln zum Schutz der Privatsphäre verstossen.

Offensichtlich falsch sind jedoch Vermutungen, wonach Uber mit dieser Methode Bewegungsmuster seiner Nutzer aufzeichnen konnte, auch wenn diese die App schon gelöscht hatten. Ob so etwas technisch möglich wäre, ist ohnehin zu bezweifeln.

In einer Reaktion auf den Artikel in der «New York Times» gesteht Uber nun ein, immer noch ähnliche Technologien zu verwenden – nun aber offenbar auf Apple-konforme Weise und ohne die Privatsphäre der Nutzer zu verletzen. Man nutze solche Methoden, «um verdächtige Logins zu erkennen und zu blockieren», heisst es in einer Stellungnahme. So könne man sich gegen bekannte Betrüger und Betrugsmethoden schützen.

Apple investiert in die Konkurrenz

Der Fahrdienstleister scheint sich damit vorerst aus der Schusslinie ziehen zu können. Doch bleibt ein bitterer Beigeschmack, aus dem Wissen, dass Firmenchef Kalanick durchaus bereit ist, nach fragwürdigen Methoden zu greifen und Regeln und Vorschriften zu umgehen, um sein Unternehmen weiterzubringen.

Schliesslich ist es nicht das erste Mal, dass Uber wegen seines laxen Umgangs mit den Daten seiner Nutzer kritisiert wird. So wurde 2014 bekannt, dass Uber-Angestellte über eine «God-View»-Funktion die Wege aller Passagiere live verfolgen konnten. Wenig später warf ein Sicherheitsexperte der Firma vor, mit seiner Android-App deutlich mehr Daten zu sammeln als nötig. Ein Jahr späte stellte sich Uber selbst bloss, als es in einem Blog-Eintrag eine Analyse vorstellte, die aus dem Fahrverhalten seiner Kunden auf One-Night-Stands schliessen liess.

Kein Wunder also, dass Apple mit Uber nicht viel gemein haben will. In China hat der iPhone-Konzern sich vor einem Jahr mit einer Milliarde Dollar am Uber-Konkurrenten Didi Chuxing beteiligt. Ausgeschlossen wird Uber von Apple deshalb aber noch lange nicht. Wer mit einem Uber-Auto gefahren werden will, kann es sowohl in Apples Karten-App als auch per Siri-Sprachkommando bestellen.

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5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ShadowSoul 25.04.2017 09:54
    Highlight Highlight Ich denke, es wird eh alles überall gesammelt. Sei es jetzt mit der Cumulus Karte oder was weiss ich.

    Wenn man nicht ausspioniert werden möchte, sollte man am besten gar kein Handy haben, nie mit Karte bezahlen, bei keiner Bank und keiner Versicherung gemeldet sein.

    Ansonsten wird man überall überwacht. Mich stört es einfach nicht, aber toll finde ich es auch nicht.
  • Tschedai 24.04.2017 22:30
    Highlight Highlight Menschen mit Macht können nun offenbar tun und lassen was sie wollen, es geschieht genau nichts. Ob Kalanick, Trump oder irgendwelche Firmen und Banken. Das Volk ist zu faul um sich zu erheben und lässt alles mit sich machen.
    • .jpg 25.04.2017 08:19
      Highlight Highlight Naja es geht immer darum was denn die Konsequenz daraus ist. Und es gibt halt dinge die interessieren niemand auch wenns schlimm klingt.
      Mir ist das ehrlich gesagt egal ob Uber mein Gerät identifizieren will oder nicht und wie die das machen ist mir auch so etwas von Schnuppe mal ehrlich jetzt denn es schränkt mich selber und die art wie ich Uber nutze nicht ein sondern verbessert möglicherweise sogar die Funktionsweise für mich selbst.
    • Alnothur 25.04.2017 12:20
      Highlight Highlight Ich andererseits hab keinen Bock eine Firma zu unterstützen, die jede Gelegenheit packt, gegen Regeln und Gesetze zu verstossen und dies so gut wir möglich zu verschleiern. Zeugt von hoher krimineller Energie.
  • super_silv 24.04.2017 20:05
    Highlight Highlight Wenn Apple Uber aus dem Store heworfen hätte, hätte wohl auch Appme viele Kunden verloren.

    Ich frage mich auch wie Uber den Code verschleiern konte mit Geo-fence. Apple hat ja zugang zum code der Apps, dachte ich zumindest

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Es gibt für alles eine Lösung. Zumindest in der Handywelt.

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