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Uber täuschte Behörden jahrelang mit geheimer Spy-Software. Alles ein Irrtum, sagt Uber

Nach dem Bekanntwerden der geheimen Software «Greyball» bei Uber hat das US-Unternehmen versprochen, das Programm nicht mehr gegen die Behörden einzusetzen. Es habe einen ganz anderen Verwendungszweck.



Was ist «Greyball»? Vor einigen Tagen deckte die «New York Times» auf, dass Uber über Jahre hinweg eine selbst entwickelte Software namens Greyball eingesetzt hatte, die Standortdaten, Kreditkarteninformationen und Details zu verwendeten Social-Media-Konten nutzt, um Behördenmitarbeiter zu identifizieren und Kontrollen durch Behörden zu umgehen.

Uber habe nun eine Untersuchung eingeleitet, wie die Technologie namens «Greyball» bislang genutzt worden sei, schrieb Uber-Sicherheitschef Joe Sullivan in einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag. «Ausserdem untersagen wir ausdrücklich die Nutzung der Software, um Aktionen der örtlichen Behörden auszuspähen.»

Das Unternehmen erhielt nach Bekanntwerden der Software «Greyball» Auskunftsanfragen von einer Reihe von Organisationen, wie Sullivan in dem Beitrag auf der Internetseite von Uber ausführte. Er versprach, alle zu beantworten, sobald die Untersuchung abgeschlossen sei. Zugleich erklärte er, es werde einige Zeit dauern, bis das Verbot der Nutzung der Software gegen Behördenermittlungen vollständig umgesetzt sei.

Uber hatte die Nutzung der Software in der vergangenen Woche eingestanden, nachdem die Zeitung «New York Times» darüber berichtet hatte. Das Programm weise Anfragen von betrügerischen Nutzern ab, die die allgemeinen Geschäftsbedingungen verletzten, erklärte Uber.

Es richte sich gegen Leute, die die Fahrer körperlich attackieren wollten, «Wettbewerber, die unsere Arbeit stören wollen, oder Gegner, die bei ‹Undercovereinsätzen› mit den Behörden unter einer Decke stecken, um unseren Fahrern eine Falle zu stellen».

Uber vermittelt über Smartphone-Apps und das Internet Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen. Das Unternehmen ist in dutzenden Ländern und hunderten Städten aktiv und vor allem etablierten Taxiunternehmen ein Dorn im Auge. Seit einigen Tagen läuft die Suche nach einem Stellvertreter für Konzernchef Travis Kalanick, um den Uber-Chef zu entlasten.

Zuletzt hatte es immer wieder Ärger rund um das Unternehmen gegeben. So wandten sich zehntausende Nutzer aus Protest gegen Kalanicks Tätigkeit in der Wirtschaftsberatergruppe von US-Präsident Donald Trump von dem Anbieter ab. Kalanick verliess das Gremium daraufhin. Der Chef lässt derzeit ausserdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung in seinem Unternehmen prüfen. (oli/sda/afp)

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