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«Windows 10 ist die letzte Windows-Version»

Mit einer missverständlichen Äusserung hat sich Microsoft-Manager Jerry Nixon in die Tech-Schlagzeilen gespielt. Aber was wollte der Mann in Wirklichkeit sagen? Genau das, was er sagte.

11.05.15, 19:36 12.05.15, 09:25

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Diese Formulierung wird Microsofts Technik-Evangelist Jerry Nixon noch ein wenig begleiten: «Erstmal veröffentlichen wir Windows 10», sagte der Technik-Evangelist auf Microsofts Ignite-Konferenz. «Und weil Windows 10 die letzte Windows-Version ist, arbeiten wir immer noch an Windows 10.»

Nicht nur, dass dieser Satz tautologisch-zirkelschlüssig taumelt: Er lässt sich auch prächtig missverstehen. Microsoft stellt Windows ein; nach Windows 10 wird es kein Windows mehr geben. Aber davon kann überhaupt nicht die Rede sein. Vielmehr will Microsoft die Weiterentwicklung seines Betriebssystems künftig beschleunigen.

Was er wirklich meinte

Was Nixon mit seiner Aussagen eigentlich meinte ist, dass es nach dem Windows 10, das in diesem Sommer veröffentlicht werden soll, ein weiteres Windows 10 geben wird. Und danach noch eins und noch eins und so weiter.

Denn mit der kommenden Windows-Version soll der Rhythmus enden, in dem der Konzern neuen Betriebssystemversionen neue Bezeichnungen (Windows XP, Windows Vista) oder Versionsnummern (Windows 7, Windows 8) gegeben hat.

Statt in wenigen grossen, soll es mit Windows 10 in vielen kleinen Schritten weitergehen: Das Betriebssystem soll ab Version 10 ständig weiterentwickelt werden, mit regelmässigen Updates und monatlichen Veröffentlichungen. Neue Versionsnummern oder Namen werden deshalb nicht mehr gebraucht.

Was Windows 10 schon kann – und was noch nicht

Microsoft fliesst in die Zukunft

Windows soll also quasi ein Stream werden, eine sich ständig an die Nutzer und deren Bedürfnisse anpassende Dienstleistung. «Windows as a Service» heisst das im Branchen-Jargon. Man könnte sagen: Ab Windows 10 schreitet Microsoft nicht mehr voran, sondern fliesst in die Zukunft.

In der Welt der App-Stores und Webdienste ist dieser Modus längst üblich: Angebote ändern sich fortlaufend, ständig gibt es neue Funktionen, werden alte abgeschafft, muss man umlernen.

Das Ende von den grossen Versionssprüngen ist aber auch eine Notwendigkeit: Microsoft wird Windows 10 für viele unterschiedliche Hardware-Plattformen anbieten, zum Beispiel Smartphones, Tablets, Laptops, Mikrocomputer und Desktop-PC. Einheitliche Versionssprünge würden ein solches Modell nur behindern.

(fkn)

So sieht Windows 10 auf einem Android-Smartphone aus

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Brikne, 20.7.2017
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • WhySoSerious? 12.05.2015 13:40
    Highlight Es sind schon ähnlichkeiten zu sehen zum mac-prinzip: windows 10, apple OS X (X=röm. für 10) und die updates, welche nicht einem "patch-day" folgen sondern dann rauskommen wenn sie fertig und geprüft sind... Aber wir leben ja eh in einer Zeit wo alles von allen abgeschaut wird, da gibt es keine ausnahme....
    0 0 Melden
  • Zeit_Genosse 12.05.2015 07:25
    Highlight Soll man sich jetzt ein Sommer-Schnäppchen-Notebook mit W 8.x kaufen oder warten auf ein Gerät wo W10 vorinstalliert ist?
    1 2 Melden
    • Sir Jonathan Ive 12.05.2015 09:20
      Highlight kauf es. Das Upgrade zu Windows 10 ist für jeden Win8 Nutzer gratis...
      3 0 Melden
    • ast1 12.05.2015 09:20
      Highlight Das Update soll sowieso gratis sein...
      1 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.05.2015 22:35
    Highlight Wird auf dauer nichts, der entwickler muss wissen mit was er es zu tun hat.
    Nach aussen kanns eine gewisse zeit "W 10" heissen, angefangen z.b. mit Windows 10 (V 1.0.0.0) Ists dann intern mal bei V 99.18.5.1 werden die marketingfritzen mit garantie eine anpassung beim namen verlangen.
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  • JoSchtz 11.05.2015 20:01
    Highlight Interessant, dass Microsoft jetzt das Prinzip von OS X übernimmt...
    17 28 Melden
    • Thanatos 11.05.2015 20:30
      Highlight Also die sind auch nummeriert und benannt (Mavericks oder Yosemite)...
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    • konstruktor 11.05.2015 22:48
      Highlight Bevor jetzt die Apple Fraktion erzählt was OS X schon lange macht oder gar erfunden hat. Seit es Linux gibt, gibt es dieses Modell von Rolling Updates. Es ist auch Lustig wie MS die Strategie gewechselt hat. Sämtliche Vorgehen welche diese Firma noch vor wenigen Jahren verflucht hat, wendet sie heute an. Der Packetmanager ist ja auch schon in Vorbereitung.
      6 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.05.2015 23:25
      Highlight Habe ich mir auch gedacht. Sogar den Namen übernehmen sie.
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    • JoSchtz 12.05.2015 07:07
      Highlight @Thanatos
      Ja. das ist so aber immer 10.XX. Yosemite ist z.B. 10.10. Mavericks war 10.09 usw...
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    • saukaibli 12.05.2015 07:18
      Highlight Ich würde eher sagen Microsoft hat in der Linux-Welt abgeschaut, dort gibt es bereits solche Rolling Release Distros. Auch was Updates angeht wird M$ in Zukunft die Linux-Strategie fahren und Updates raus bringen sobald sie fertig sind, nicht erst irgendwann zum Patch Day. Grundsätzlich finde ich es gut dass jetzt auch M$ bei Open Source gute Sachen abguckt, wie Apple das schon lange macht, immerhin basiert deren komplettes OS auf Open Source. Bei M$ hat sich vieles positiv verändert seit Ballmer weg ist, weiter so!
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    • Dr. Zoidberg 12.05.2015 07:25
      Highlight interessant, das osx das prinzip von linux übernommen hat...
      4 2 Melden

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