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4K

Betriebssysteme haben immer noch Mühe mit hohen Auflösungen. bild: spiegel online

Mit der Schärfe kommen die Probleme

Wie ich 550 Franken für einen 4K-Monitor in den Sand setzte

Wow, dachte ich: eine Milliarde Farben und 71 Zentimeter Bildschirmdiagonale – diesen 4K-Monitor musste ich haben. Und das alles für nur 550 Franken. Doch die Freude währte nicht lange. Die Geschichte eines Fehlkaufs.

21.12.14, 19:55

Felix Knoke / spiegel online

Ein Artikel von

Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht. Letzte Woche habe ich mir einen 4K-Monitor gekauft, einen mit UHD-Auflösung, das steht für Ultra High Definition: 3840 x 2160 Bildpunkte bei 71 Zentimeter Bildschirmdiagonale. Das sind drei Mal mehr Pixel als ein normaler HD-Monitor hat. Statt 16,7 Millionen Farben, wie jeder andere Bildschirm, kann mein neues Gerät bis zu eine Milliarde anzeigen. Innerhalb einer tausendstel Sekunde ist ein Bild aufgebaut. Und alle Tester sagen: Was für ein schönes Bild!

Dabei ist der Monitor nicht mal teuer: 550 Franken sind für ein UHD-Modell ein Schnäppchen. Aber ach, ich war naiv. Ich wollte schnelle, bunte, viele Pixel, ein neues, glänzendes Arbeitstier. Dabei hätte ich die eiserne Faustregel beim Hardware-Kauf bedenken sollen: Kaufe nie ein Gerät der erste Generation.

Schon der Kabelkauf war eine Farce. Eine ganze Woche lang war ich auf der Suche nach einem Kabel, das gut genug für meinen Monitor ist. Aber kein Elektrohandel führte so eine Strippe. Stattdessen versuchten mir unkundige Fachverkäufer und -verkäuferinnen untaugliche, aber teure Ramschware anzudrehen. Das Kabel, das ich mir schliesslich über das Internet zuschicken liess, kostete 25 Franken, für zwei Meter. Aber immerhin, es funktioniert.

Das grosse, hochauflösende Chaos

Die Inbetriebnahme des Monitors war dann ganz einfach: Einstecken. Anschalten. Funktioniert. Aber viele Programme und auch Windows 8.1 kommen nicht mit den vielen, eng gedrängten Pixeln meines 4K-Monitors zurecht. Sie machen das Bild zwar gestochen scharf, aber vieles auch winzigklein: Symbole und Grafiken sind in meinem Fall nur noch ein Viertel so gross wie auf dem alten Bildschirm.

Erfahrungen mit einem 4K-Monitor: Viele Pixel, viel Ärger

Windows hat zwar eine automatische Vergrösserungsfunktion, aber die funktioniert nur bei entsprechend angepassten Programmen. Und das sind derzeit zu wenige: Das Resultat ist ein völlig chaotischer Desktop mit riesigen Menüs und winzigen Symbolen, verwaschenen Schriften und ineinander purzelnden Programmoberflächen. Wirklich arbeiten kann man so nicht. Richtig absurd wird es beim Anschluss eines zweiten Bildschirms mit geringerer Auflösung. Dann gerät Windows ganz aus dem Ruder.

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184 Votes zu: Welche Auflösung hat Ihr Monitor?

  • 6%1280×720 oder weniger
  • 55%1920x1080/1920x1200
  • 18%2560x1440/2560x1600
  • 4%3840×2160 oder höher
  • 6%Eine andere
  • 10%Weiss nicht

Folgekosten

Leider wird Microsoft dieses Problem in Windows 8 nicht mehr beheben. Aber es liegt auch an den Software-Entwicklern, ihre Anwendungen für hochauflösende Monitore fit zu machen. Leider nutzen manche Firmen das aus und bieten 4K-Funktionalität nur in Form kostenpflichtiger Updates an. So zieht der Monitorkauf Folgekosten nach sich.

Aber nicht nur wegen schlecht angepasster Software kann ein 4K-Monitor im Nachhinein richtig teuer werden. Um ein 4K-Bild zu erzeugen, braucht er eine aktuelle, schnelle Grafikkarte mit viel Videospeicher und einem modernen DisplayPort-Anschluss. Wer spielen will, braucht eine topaktuelle Spiele-Grafikkarte oder muss im Spiel eine niedrige Auflösung wählen.

Fazit

Extrem hochauflösende Monitore sind die Zukunft. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, will nicht mehr zurück. Texte und Bilder sind gestochen scharf, solange sie an die hohe Auflösung angepasst sind. Aber noch ist es meiner Meinung nach zu früh zum Aufrüsten – wahrscheinlich noch viel zu früh. Vermutlich wird Windows die neue 4K-Technik erst in der Version 10 richtig unterstützen, die Ende 2015 erscheinen soll.

Bis dahin lohnt sich der Kauf eines 4K-Monitors für Windows-Nutzer nicht; Mac-Nutzer haben es da besser. Meine Erfahrung: 4K-Monitore sind toll, machen aber zu viel Ärger.

Tipps für den Kauf von 4K-Monitoren

Sollten Sie einen 4K-Monitor kaufen wollen, sollten Sie folgendes beachten: 

Gegen die Alltagsbeschwerden mit 4K helfen diese beiden Software-Tricks:

Technik: Damals und Heute



Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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9
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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • P hilip 22.12.2014 03:24
    Highlight Ist Apple mit dem iMac nicht schon bei 5k angelangt? Da scheint alles zu funktionieren! ;) :-p
    21 10 Melden
    • Zappenduster 22.12.2014 13:53
      Highlight Jop für den Preis eines Kleinwagens funktioniert die Technik dort... ;) Jedoch in einem geschlossenen System und nur in diesem geschlossenen System.


      6 8 Melden
    • Schweizermacher 22.12.2014 18:04
      Highlight Suchen Sie mir bitte ein neues Auto für 2'700.-
      5 1 Melden
    • P hilip 22.12.2014 18:47
      Highlight *ein neues Auto mit Intel-Haswell Motor, 8 GB Turbo und 1 TB Fusions-Tank...
      2 1 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 22.12.2014 01:46
    Highlight Welcher Monitor ist es?
    5 2 Melden
  • Alnothur 21.12.2014 21:28
    Highlight Die Schuld daran, dass Softwareentwickler das entsprechende DPI-Interface von Windows seit Jahren (ist seit mindestens 2009 vorhanden) ignorieren, Microsoft zuzuschieben, ist ziemlich unterste Schublade. Windows selbst kommt jedenfalls tiptop zurecht. Und fürs Gamen gilt: In den Optionen die Auflösung verringern, dass mehr Pixel mehr Rechenleistung brauchen ist recht offensichtlich, oder? ;)
    12 9 Melden
    • gfc 22.12.2014 07:54
      Highlight Aufm mac gehts, bei Windows nicht. Und das auch bei Software von Drittherstellern. Das sagt alles darüber, wer hier geschlafen hat.
      9 4 Melden
    • Alnothur 22.12.2014 14:22
      Highlight Ich sitze hier an einem Windows-PC mit HighDPI-Display und kann sagen: bei Windows gehts. Windows, Office, Firefox, Thunderbird, alle Anwendungen die mit dem Windows-UI-Toolkit oder Qt geschrieben wurden, selbst Emacs: Keine Probleme. Bloss die Adobe-Air-basierten Tools von Lenovo werden autoskaliert und sehen etwas unscharf aus - Shame on you, Adobe. Adobe hat gepennt, und Entwickler, die eigene Möchtegern-GUIs verwenden (leider unter Windows häufig) haben gepennt. Microsoft nicht.
      5 0 Melden
    • Alnothur 22.12.2014 14:27
      Highlight Hierbei muss man auch noch sagen: Mit viel Freiheit kommt auch viel Verantwortung. Apple kappt nach kurzer Zeit schon jegliche Abwärtskompatibilität, ich kann hier hingegen auf einer Windows 8.1-Maschine noch Windows 1-Anwendungen aus den 80ern ohne irgendwelche Änderungen ausführen. Da fällt mir ein, ich sollte mal testen, ob Reversi High-DPI-kompatibel ist :)
      6 4 Melden

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