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Der künftige US-Präsident Donald Trump (links) mit Paypal-Gründer Peter Thiel (Mitte) und Apple-CEO Tim Cook (rechts).  Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Trump ruft – und die Tech-Bosse von Apple, Google und Co. kommen gerannt

Donald Trump und führende Tech-Chefs aus dem Silicon Valley sind am Mittwoch zu einem Versöhnungsgipfel zusammengekommen. Bei dem Treffen im Trump Tower in New York ging es angeblich um neue Jobs und Steuerprivilegien. 

15.12.16, 10:07 15.12.16, 11:56

Der künftige US-Präsident Donald Trump ist am Mittwoch mit Chefs von Tech-Konzernen zusammengetroffen. Die Runde hochkarätiger Vertreter aus dem Silicon Valley sollte sich in New York vor allem mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze und einer Steuerreform beschäftigen.

Trump hatte die Technologie-Branche im Wahlkampf scharf kritisiert. So rief er seine Unterstützer zu einem Boykott von Apple auf, weil der Konzern bei FBI-Ermittlungen zum Anschlag in San Bernardino nicht bei der Entschlüsselung eines iPhones helfen wollte. Zudem forderte er, gegen Amazon kartellrechtlich vorzugehen. Immer wieder verlangt Trump auch, dass amerikanische Konzerne ihre Produkte in den USA herstellen sollten. 

«Ruft mich einfach an»

Nun versprach Trump den Chefs amerikanischer Tech-Konzerne nach den Spannungen im Wahlkampf ein offenes Ohr. «Ruft einfach meine Leute an, ruft mich an, das macht keinen Unterschied. Wir haben hier keine formale Befehlskette», sagte Trump in die Runde am Mittwoch. Zentrale Themen des Gesprächs sollen die Schaffung neuer Jobs und das Wirtschaftswachstum gewesen sein.

Die zum Teil milliardenschweren Spitzenmanager wie Apple-Chef Tim Cook, Alphabet-Mitgründer Larry Page (Google) und Amazon-Chef Jeff Bezos waren auf Einladung Trumps nach New York geflogen.

Die Wahl von Trump hatte die Technologiekonzerne auf dem falschen Fuss erwischt. Im Wahlkampf hatte das Silicon Valley grösstenteils auf der Seite von Trumps demokratischer Widersacherin Hillary Clinton gestanden. Sein prominentester Unterstützer war der Internet-Investor und Mitgründer des Bezahldienstes Paypal, Peter Thiel, der auch das Treffen am Mittwoch mit eingefädelt hatte.

Von links: Alphabet-CEO Larry Page (Google), Facebook-COO Sheryl Sandberg, der zukünftige Vizepräsident Mike Pence, Donald Trump, PayPal-Gründer Peter Thiel, Apple-Chef Tim Cook und Oracle-CEO Safra Catz. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Trump will helfen

Er sei hier, um den Tech-Konzernen zu helfen, versicherte Trump. «Es gibt niemanden wie Euch auf der Welt.» An dem Treffen nahmen auch drei der Trump-Kinder teil: Ivanka, Donald Jr. und Eric. Ihre Anwesenheit bei offiziellen Treffen von Trump wurde wiederholt als Interessenkonflikt kritisiert.

Zu dem Treffen im New Yorker Trump Tower kamen auch Microsoft-Lenker Satya Nadella, der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla, Elon Musk, sowie IBM-Chefin Ginni Rometty und Intel-Spitzenmananger Brian Krzanich.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schickte seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Sie wurde neben dem designierten Vizepräsidenten Mike Pence platziert. Thiel sass zwischen Trump und Apple-Chef Cook.

Trump hatte die Tech-Konzerne – allen voran Apple – aufgefordert, mehr Produktion in die Heimat zu bringen. Das Treffen in New York wurde zudem mit Spannung erwartet, weil das Verhältnis mehrerer IT-Chefs mit Trump während des Wahlkampfs schwierig war.

Vor allem hatten sich der neugewählte Präsident und Amazon-Chef Bezos, dem auch die Trump-kritische «Washington Post» gehört, in den vergangenen Monaten gegenseitig attackiert. Twitter-Chef Jack Dorsey war laut Medienberichten nicht eingeladen – obwohl der Kurznachrichtendienst als Plattform eine zentrale Rolle für Trump im Wahlkampf gespielt hatte.

Amazon-Chef Jeff Bezos (links) neben Google-Mitgründer Larry Page. Bild: SHANNON STAPLETON/REUTERS

Hoffen auf neue Jobs

Die Schaffung neuer Jobs ist eines der grossen Versprechen, mit denen Trump zum Präsidenten gewählt wurde. Nahezu die gesamte Elektronik-Branche weltweit lässt aber schon seit langem vor allem in China produzieren.

Die Unternehmen betonen, Gründe seien nicht nur die niedrigeren Lohnkosten, sondern auch die Nähe zu Zulieferer-Ketten und das grosse Angebot an motivierten jungen Arbeitskräften.

Zugleich können Apple-CEO Tim Cook und Co. durchaus gemeinsame Interessen mit Trump finden: Die Tech-Firmen machen sich schon lange für eine Steuerreform stark. Vor allem geht es darum, dass für die Auslandsgewinne ein niedrigerer Steuersatz als die aktuellen 35 Prozent gilt.

Die Steuern werden erst fällig, wenn das Geld tatsächlich in die USA kommt – also stapeln sich die Milliardengewinne im Ausland. Allein Apple sitzt auf einem Geldberg von über 230 Milliarden Dollar, von denen sich über 90 Prozent ausserhalb der USA befinden.

Zeit Online fasst die Plauderrunde wie folgt zusammen

«Die Bosse von Apple, Google und anderen Tech-Konzernen haben Donald Trump in New York getroffen. Doch statt für liberale Grundwerte einzustehen, betreiben sie Smalltalk.»

Zeit Online

(oli/sda/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 15.12.2016 15:18
    Highlight Ich dachte, der Typ sei erst gewählt, aber noch nicht im Amt... der scheucht die ganze Welt auf, noch bevor er dazu authorisiert ist. Wie wird's dann wohl, wenn er im Amt ist? Ich ahne nichts gutes.
    5 17 Melden
  • Pana 15.12.2016 14:19
    Highlight Interessenkonflikte interessieren Trump nicht. Seine Kinder übernehmen sein Geschäft, und sind bei Regierungstreffen anwesend. Per Gesetz ist das nicht verboten. Oder um es in seinen Worten auszudrücken: "That makes me smart."
    9 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.12.2016 12:16
    Highlight Hey übrigens, die Auszählungen waren ein Flop! Hmm, dann wars wohl Putin? Kann ja nicht sein, was nicht sein darf ... und jetzt noch die Börsenkurse, die gegen oben zeigen?! Ölpreis der steigt?! Hmmm Hmmm. Mimimimi.
    12 39 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 15.12.2016 13:47
      Highlight Was willst du uns nun genau mitteilen? Du weisst schon, wie korrektes Schreiben funktioniert, oder? Dass man sich klar ausdrückt, ist ein, nicht zu unterschätzender, Teil davon. Und an wen geht das, rhetorisch meisterhaft benutzte, mimimi? An diejenigen, die sich über den Chauvinisten, Rassisten und Choleriker Trump negativ geäussert haben?
      9 7 Melden
    • unejamardiani 15.12.2016 13:48
      Highlight Der steigende Ölpreis hat nichts mit den Amis zu tun sondern mit damit das die anderen Ölländer eine künstliche verknappung durchführen.
      14 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.12.2016 14:37
      Highlight lol sehr richtig King Louie
      4 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 15.12.2016 11:02
    Highlight und es gibt "TRUMP"-Mineralwasser... herrlich
    31 3 Melden
  • _haebi 15.12.2016 10:58
    Highlight "Spanungen" sorry, musste darauf hinweisen
    7 2 Melden
    • Lucas Schmidli 15.12.2016 11:49
      Highlight Wo gehobelt wird fliegen Spänne ;) Danke für den Hinweis.
      18 6 Melden
  • bcZcity 15.12.2016 10:39
    Highlight Ein neuer G-Gipfel, viel Geplapper und wenig Produktives. Was interessieren diese CEOs ein paar hundert oder tausend Jobs? Hauptsache der Rubel rollt.....
    17 1 Melden
  • Prof.Farnsworth 15.12.2016 10:31
    Highlight Ich muss gleich Kotzen!
    13 16 Melden
    • Hiroto Inugami 15.12.2016 12:08
      Highlight Bitte spülen, danke!!
      17 0 Melden
    • Beobachter24 15.12.2016 14:25
      Highlight @Prof.Farnsworth

      Bitter erklären Sie mir, warum Ihnen grad übel geworden ist.
      Ernsthaft.
      Was ist problematisch an dieser Diskussionsrunde?
      10 2 Melden
  • Scaros_2 15.12.2016 10:28
    Highlight Es ist ziemlich abwertend das ganze direkt auf Smalltalk zu reduzieren. Ich bin mir sicher das es bei diesem Treffen jetzt erst einmal darum ging sich auch ein wenig zu finden. Es gibt so viele Menschen die das Gefühl haben man könne dinge wie Grundwerte gleich bei einem ersten Meeting festhalten was einfach blanker Müll ist. Zum einen muss Trump erst einmal erläutern was genau er jetzt möchte und die Techgiganten ihrerseits ihre Requirements angeben und dann muss man sich finden. Das ist ein Prozess der mit einer 1. Runde beginnt.
    28 4 Melden
    • Menel 15.12.2016 12:20
      Highlight Wahrscheinlich macht Trump ihnen Steuerversprechen, sie sichern dafür zu, dass sie die Produktionsstätten in die USA verlagern und reinvestieren das so gesparte Geld in Roboter, die die Arbeit dann leisten. 😂
      22 4 Melden
    • Beobachter24 15.12.2016 14:32
      Highlight @Menel

      Guter Punkt!
      Ich meine, Trump hätte im Wahlkampf gedroht, er würde die Mega-IT-Konzerne in Sachen Steuern mehr zur Kasse bitten. Entgegen seiner anderer Steuerversprechen.
      Übrigens: Viel weniger Steuer zahlen, als sie das derzeit tun (die grossen IT Firmen), geht fast nicht.

      Ich bin wirklich gespannt, wie diese Konzerne in Zukunft besteuert werden.
      Sicher kann er sie nicht völlig vergraulen. Diese Firmen sind mega mächtig und enorm wichtig für die US-Wirtschaft.

      An ein iphone "(greatly) made in USA" glaube ich vorerst nicht.
      6 0 Melden

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