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Das Drohnen-Taxi: Fliegen wir bald ohne Pilot herum? bild: ehang

Wann fliegt der erste Mensch im Drohnen-Taxi umher? In den USA finden die ersten Tests statt

Eine chinesische Firma hat eine Drohne entwickelt, die Passagiere autonom transportieren kann. So soll einst ein öffentlicher Nahverkehr für die Luft entstehen.

21.06.16, 18:36

adrian lobe

Drohnen erleben einen Boom. Ob in der Landwirtschaft, wo Winzer Drohnen über ihre Weingüter aufsteigen lassen oder im Handel, wo Amazon Pakete bald mit Drohnen ausliefern will und Konkurrent Alibaba dies bereits tut – die unbemannten Flugobjekte erfreuen sich mannigfacher Verwendungsmöglichkeiten.

Geht es nach der Vorstellung einiger chinesischer Ingenieure, könnten schon bald die ersten Drohnentaxis abheben. Die chinesische Firma Ehang hat auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas im Januar eine Drohne vorgestellt, die einen Passagier transportieren kann.

So präsentiert Ehang die Passagierdrohne:

YouTube/EHANG

Das 200 Kilogramm schwere Fluggerät 184 AAV sieht aus wie ein Mini-Helikopter, an der Kabine sind vier Ausleger mit zwei Rotoren befestigt. Die Rotor-Arme sind einklappbar, sodass der Octocopter auf einen normalen Parkplatz passt.

Einsteigen, Ziel markieren, abheben

Der Passagier muss nur das Ziel auf einem Touchscreen eingeben, alles andere – Routenberechnung, Flug, Start und Landung – erledigt die Drohne dank Sensoren und Computersteuerung von ganz allein. Einen Piloten braucht es nicht. Einsteigen, Ziel markieren, abheben.

Nach Angaben des Herstellers besitzt die Drohne eine Reichweite von 32 Kilometern und kann eine maximale Flughöhe von 3,5 Kilometern erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h. Die elektrisch betriebene Drohne ist in zwei Stunden voll aufgeladen, mit einer Akkuladung sind 23 Minuten Flug möglich. Das reicht, um morgens über Staus und Ampeln hinweg zur Arbeit zu fliegen. Das Gerät soll zwischen 200'000 und 300'000 Dollar kosten, deutlich weniger als ein Helikopter.

Erste Testflüge bewilligt

Bislang diskutierte die Technikwelt nur über den Prototypen. Vergangene Woche erhielt Ehang nun vom Nevada Institute for Autonomous Systems eine Genehmigung für Testflüge. Der dünn besiedelte Wüstenstaat ist ein ideales Exerzierfeld.

Ziel sei es, die Testergebnisse an die Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) weiterzuleiten, um eine Zulassung zu beantragen. Sobald diese vorliegt, will der chinesische Hersteller in die Massenproduktion einsteigen.

So sieht die Passagier-Drohne aus.
bild: ehang

Google-Autos unten, Drohnen oben

Ähnlich wie Googles autonome Fahrzeuge könnte eine Octocopter-Flotte in einer Art öffentlichem Nahverkehr für die Luft Passagiere transportieren. «Ich sehne mich dem Tag entgegen, an dem Drohnentaxis Teil von Nevadas Transportsystem werden», sagte Institutsleiter Mark Barker dem Las Vegas Review Journal.

Die Drohne könnte im Verkehrswegenetz der USA, dessen Zugverbindungen traditionell schlecht ausgebaut sind, eine Lücke für mittlere Distanzen zwischen 50 und 100 Kilometern schliessen, wo es abgesehen von wenigen Bus- und Zuglinien kaum eine Alternative gibt.

Das Versprechen der Technologie ist denn auch, dass speziell in Entwicklungsländern mit schlechter Infrastruktur der ländliche Raum näher an die Zentren herangeführt wird. Im urbanen Raum könnten zudem die Pendelzeiten signifikant reduziert werden.

Regeln erst gerade verschärft

In den USA müssten für eine Flugerlaubnis aber erst die strengen Sicherheitsauflagen erfüllt werden. Die FAA hat die Regeln für kommerzielle und private Drohnen vor kurzem verschärft, nachdem es immer wieder zu Vorfällen und Beinahe-Kollisionen im zivilen Luftraum kam.

Unter der Bildstrecke geht's weiter ...

2015 war das Jahr der Drohnen

Amazon drohte aufgrund der strengeren Auflagen mit Abwanderung. Fraglich ist, ob der autonome Octocopter von Ehang den Sicherheitsvorschriften genügt. Der Autopilot lässt sich nicht abschalten, das heisst, der Passagier kann in brenzligen Situationen das Fluggerät nicht manuell steuern (wofür ihm vermutlich das Know-how fehlt, was aber immerhin ein Gefühl von Sicherheit vermittelt).

Kontrollzentren übernehmen Navigation

Laut Ehang sollen mehrere Kontrollzentren eingerichtet werden, die im Ernstfall die Navigation übernehmen. Viel beruhigender klingt das aber auch nicht. Die Frage ist auch, ob es in dem ohnehin schon überfüllten Luftraum noch Platz für Drohnentaxis gibt, wenn Amazon und Alibaba Pakete mit Drohnen zustellen.

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  • 8%Wenn es erstmal selbstfahrende Autos gibt, braucht's keine Taxi-Drohnen.

Tesla-Chef Elon Musk und Google-Mitgründer Larry Page finanzieren zudem Projekte zur Entwicklung fliegender Autos. Pages Vision ist ein elektrischer Zweisitzer, der senkrecht starten und landen kann. Es könnte in Zukunft ziemlich voll werden im Luftraum. Stau in der Luft? Die Ingenieure werden wohl bald auch für dieses Problem eine Lösung finden müssen.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ovatta 22.06.2016 09:45
    Highlight Die ETH soll mal mit der SBB über Zeppelin-Züge nachdenken..
    5 1 Melden
  • ovatta 22.06.2016 09:44
    Highlight Wenn sich der Motorisierte Verkehr in die Lüfte verzieht und der Lärmpegel sich in Grenzen hält, hat der Finanzminister und die Fussgänger etwas davon.. Es braucht dann weniger Autobahnen.
    3 1 Melden
  • Zeit_Genosse 22.06.2016 06:10
    Highlight In Ballungsgebieten eher nicht und sonst macht es dann auch nicht viel Sinn. Wird ein Gadget für Gutbetuchte.
    2 0 Melden
  • zettie94 21.06.2016 23:24
    Highlight In 23 Minuten kommt man mit 100 km/h Höchstgeschwindigkeit aber keine 50 bis 100 Kilometer weit ;-).
    8 2 Melden
    • Hand-Solo 22.06.2016 08:39
      Highlight Das behauptet auch niemand:
      "Nach Angaben des Herstellers besitzt die Drohne eine Reichweite von 32 Kilometern".
      3 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.06.2016 23:20
    Highlight Mich erinnert das ganz stark an "The Fifth Element".
    Cool, wenn das funktionieren würde.
    Manchmal wünsche ich mir, ich wäre erst in 200 Jahren geboren.
    10 2 Melden
  • demokrit 21.06.2016 22:57
    Highlight Wer je neben einer Drohne stand, der weiss wie nervend laut bereits kleine Rotorblätter sind. Kurzum: Für öffentliche Verkehrsmittel eine Bieridee.
    4 4 Melden
    • Hand-Solo 22.06.2016 08:41
      Highlight Es gilt die gleiche Formel wie bei Kühlerlüftern: je kleiner die Rotorblätter, desto lauter sind sie normalerweise. Je grösser der Durchmesser, desto geringer die benötigte Drehzahl, um dieselbe Menge Luft zu bewegen.
      3 1 Melden
    • kunubu 23.06.2016 06:35
      Highlight Im Verhältnis zu dem zu bewegenden Gewicht. Ein Helikopter macht ja auch einen hueren Meis, trotz grossem Rotor...
      1 0 Melden
    • demokrit 23.06.2016 11:47
      Highlight Stimmt, sie werden immer noch kleiner als laute Helikopterrotorblätter sein. Mit dieser Technologie sehe ich da keine Zukunft.
      0 0 Melden
  • kunubu 21.06.2016 22:52
    Highlight Die "Bevölkerung" des Luftraums durch diese Dinger ist leider nichts auf das ich mich freuen kann. Der Lärm wird unerträglich sein und jedem Idiot werden Orte erschlossen die er aus eigener Kraft gar nich erreichen würde, weil er nämlich zu faul ist sich die nötigen Voraussetzungen anzutrainieren. Damit hat man dann nicht einmal mehr auf einem Berggipfel seine Ruhe. Ich fände es schöner wir würden zu Formen von Wirtschaft und Gesellschaft finden die das Bedürfnis für diese grenzenlose Mobilität eindämmen.
    11 3 Melden
  • Matthias Studer 21.06.2016 22:49
    Highlight Ohhh, ich melde mich freiwillig als Tester.
    6 0 Melden
  • Ruffy 21.06.2016 22:30
    Highlight Der Luftraum ist dreidimensional, so schnell wird der nicht voll.
    9 0 Melden
    • Scaros_2 22.06.2016 08:07
      Highlight Täusch dich nicht. https://de.wikipedia.org/wiki/Luftraum#Luftraumstruktur Der Luftraum ist heute bereits sehr strikt gehalten und definiert welches Flugzeug usw. in welchen Höhen fliegen darf.
      1 0 Melden
    • Hand-Solo 22.06.2016 08:43
      Highlight Einzig Starts und Landungen könnten etwas eng werden. Jeder möchte möglichst neben dem Eingang landen.
      2 0 Melden
  • Stromer5 21.06.2016 21:12
    Highlight Habe nicht den ganzen Artikel gelesen - aber, Chinesen können forschen und tüfteln?? Ich dachte die können nur in Betrieben spionieren und alles kopieren. Tja, täuschen kann man sich 😉
    4 14 Melden
  • Der Tom 21.06.2016 21:03
    Highlight Da! In Zukunft geht es über den Berg anstatt durch den Berg. Also so in 20 - 30 Jahren können wir den neuen Gotthardtunnel zur höhlengereifter käse Produktion umrüsten.
    17 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.06.2016 19:40
    Highlight Solang die auf festen Routen unterwegs sind und nicht zu viel rumlärmen, soll's mir recht sein.
    14 3 Melden
  • mortiferus 21.06.2016 19:16
    Highlight Ich würde das Snowboard einpacken und einen unberührten Hang auf der Karte des Touchscreen antippen. Juuuhheee!
    20 3 Melden
    • jellyshoot 22.06.2016 08:33
      Highlight eben genau nicht ...
      5 1 Melden
    • Firefly 22.06.2016 13:44
      Highlight Und Millionen andere auch. Nix mehr mit unberührt dann. Und wieder im Stau stehen.
      3 0 Melden
    • mortiferus 22.06.2016 18:08
      Highlight Das ist die neue, schöne Welt. Wir wollen doch nicht technikfeindlich sein. Das wäre rückständig. Das wollen wir nicht sein. Big Brother wird die Staus schon managen. Die Zukunft wird toll. Macht euch keine Sorgen, unsere Politiker, Google und Apple werden das schon richten. Don't worry, be happy ;)
      0 1 Melden

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