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Weniger Selbstvertrauen: Im Zweifelsfall fragen wir schnell bei Google nach.
Bild: Shutterstock

Wir vertrauen unserem eigenen Wissen weniger, wenn wir googeln können



Wer tut es nicht? Etwas googeln, obwohl man es eigentlich schon weiss. Es scheint, als würde uns die Möglichkeit, etwas schnell im Internet nachzuschlagen, gewissermassen dümmer machen. Man denkt an das Schlagwort von der «Digitalen Demenz», das der Psychiater und Buchautor Manfred Spitzer vor ein paar Jahren populär machte. 

«Durch das omnipräsente Internet sind wir beinahe ständig mit riesigen Informationsbeständen verbunden. Und wenn sich diese Daten in Reichweite befinden, scheinen die Leute weniger auf ihre eigenen Kenntnisse zu vertrauen.»

Evan Risko, Psychologe

Spitzer ist wegen seiner – sagen wir mal: überspitzten – These zu Recht kritisiert worden. Doch eine kanadische Studie zeigt nun, dass Menschen weniger auf ihr vorhandenes Wissen vertrauen, wenn sie Zugang zum Internet haben. 

Experiment mit 100 Testpersonen

Die Forscher um den Psychologen Evan Risko von der Universität von Waterloo (Ontario) führten ein Experiment an 100 Versuchspersonen durch: Sie stellten ihnen Wissensfragen, beispielsweise nach der Hauptstadt von Frankreich. Darauf mussten die Probanden angeben, ob sie die Antwort kennen. Falls nicht, durften sie im Internet danach suchen. In einem zweiten Durchgang wurden die Testpersonen erneut befragt, doch diesmal durften sie das Internet nicht nutzen. 

The illuminated Eiffel Tower is seen in Paris, Thursday July 14, 2011 at sunset.  (AP Photo/Thibault Camus)

Wie heisst sie schon wieder, die französische Hauptstadt?
Bild: AP

Hatten die Probanden Zugang zum Internet, gaben sie um fünf Prozent häufiger an, dass sie die Antwort auf eine Frage nicht wussten. «Durch das omnipräsente Internet sind wir beinahe ständig mit riesigen Informationsbeständen verbunden», sagt Professor Risko. «Und wenn sich diese Daten in Reichweite befinden, scheinen die Leute weniger auf ihre eigenen Kenntnisse zu vertrauen.» 

«Wir hoffen, diese Studie trägt zu unserem wachsenden Verständnis bei, wie der einfache Zugang zu enormen Informationsmengen unser Denken und Handeln beeinflusst.»

Evan Risko

Irrtümer weniger akzeptabel

Die Forscher vermuten, dass der Zugang zum Internet dafür sorgt, dass es weniger akzeptabel ist, wenn man behauptet, man wisse etwas, dann aber falsch liegt. Eine andere Möglichkeit ist, dass Leute, die etwas im Internet suchen können, sich weniger auf ihre Kenntnisse verlassen, weil sie die zuerst online bestätigen wollen – und zudem den Vorgang des Suchens und Findens im Web als angenehm erfahren. 

«Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass der Umstand, ob wir Zugang zum Internet haben oder nicht, einen Einfluss darauf hat, wie wir einschätzen, ob wir etwas wissen oder nicht», sagt Risko. «Wir hoffen, diese Studie trägt zu unserem wachsenden Verständnis bei, wie der einfache Zugang zu enormen Informationsmengen unser Denken und Handeln beeinflusst.» (dhr)

Passend dazu: 20 Tipps zur Google Suche

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«Googeln wie ein Profi.»
YouTube/neuland.tips

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    Alle Leser-Kommentare
  • TschGadEis 12.12.2015 13:38
    Highlight Highlight Nur 5%? Bei lediglich 100 Probanden? So eine Studie sagt doch kaum was aus. Ob das Ergebnis signifikant ist, zweifel ich deshalb stark an. Ausserdem sind 100 Personen niemals repräsentativ. Wie soll man daraus irgendwelche Schlüsse ziehen?
    • Big_Berny 12.12.2015 13:49
      Highlight Highlight Du hast recht bezüglich der Signifikanz. Aber grundsätzlich kann ein Versuch mit 100 Pernen durchaus repräsentativ sein.
    • TschGadEis 12.12.2015 14:21
      Highlight Highlight Theoretisch ist es möglich, jedoch ist es dennoch nur beschränkt möglich, Rückschlüsse auf alle Menschen zu ziehen aufgrund von 100 Probanden.
    • Duweisches 14.12.2015 10:51
      Highlight Highlight Natürlich ist es wenig, aber wenn ich ehrlich bin kann ich das genau so bestätigen. Wenn ich googlen kann, dann lieber versichern das man recht hat. Auch wenn ich weiss, was die Antwort sein wird, man hat eine Quelle der man notfalls die Schuld geben kann...

«Wer Antworten von Menschen statt bezahlte Google-Links will, ist bei uns goldrichtig»

Ask Mask ist eine Frage-und-Antwort-App, von der du vermutlich noch nie etwas gehört hast. Die Schweizer App-Entwickler glauben, dass Menschen bessere Antworten liefern als die Algorithmen von Google, Facebook und Co. Das funktioniert aber nur, wenn der Schwarm an Usern genug gross ist.

Das Prinzip ist simpel: User stellen anonym beliebige Fragen, andere Nutzer können sie ebenfalls anonym beantworten. Der App-Name spielt darauf an, dass bei Ask Mask alles in einem privaten Eina-zu-eins-Chat abläuft. Die Identität der User ist quasi durch eine digitale Maske geschützt. Das heisst, der Dialog aus der Frage und den Antworten ist nur für die direkt Beteiligten sichtbar.

Natürlich könnte man auch googeln oder in einer Facebook-Gruppe um Rat fragen. Die App-Entwickler glauben …

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