Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05952394 Employees show an Enigma M4 cipher machine from 1942 during a press preview at the Deutsches Museum in Munich, Germany, 09 May 2017. The Deutsches Museum received a cryptography collection from a German donator. The 30 exhibits will be part of an exhibition in late 2019.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Eine Enigma M4 von 1942 im Deutschen Museum in München. Bild: CHRISTIAN BRUNA/EPA/KEYSTONE

Sammler kauft Nazi-Chiffriermaschine für 100 Euro – und verkauft sie nun für 45'000 Euro

Auf einem Flohmarkt kaufte ein Sammler für 100 Euro ein Gerät, das angeblich als alte Schreibmaschine angeboten wurde. Tatsächlich war es eine historische Chiffriermaschine.

13.07.17, 14:53 13.07.17, 15:57


Eine 1941 gebaute Chiffriermaschine der deutschen Wehrmacht ist im Bukarester Auktionshaus Artmark für 45'000 Euro an einen nicht genannten Online-Kunden verkauft worden. Der Startpreis hatte bei 9000 Euro gelegen.

Der frühere Besitzer hatte das seltene Objekt Marke «Enigma» zuvor auf einem Bukarester Flohmarkt für umgerechnet 100 Euro gekauft, teilte Artmark der Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch mit. 

Ein Vertreter des Auktionshauses sagte, der Sammler und Flohmarktgänger sei ein Kryptografieprofessor gewesen: «Er hat genau gewusst, was er da kaufte.»

epa05952392 An employee shows an Enigma M4 cipher machine from 1942 during a press preview at the Deutsches Museum in Munich, Germany, 09 May 2017. The Deutsches Museum received a cryptography collection from a German donator. The 30 exhibits will be part of an exhibition in late 2019.  EPA/CHRISTIAN BRUNA

Sieht nur aus wie eine Schreibmaschine. Bild: CHRISTIAN BRUNA/EPA/KEYSTONE

Natürlich war es keine antike Schreibmaschine, sondern eine Enigma-Verschlüsselungsmaschine von 1941. Der bei Heimsoeth & Rinke in Berlin gebaute Apparat vom Typ 1 mit drei Rotoren wurde von Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs zur Weitergabe verschlüsselter militärischer Informationen verwendet.

Das Gerät funktioniere noch einwandfrei, der letzte Besitzer – von Beruf Mathematiker und Ingenieur – habe es gewissenhaft gepflegt. «Die Lichtlein gehen an, die Rotoren drehen sich», sagte Artmark-Sprecher Vlad Georgescu.

«Rumänien war im Zweiten Weltkrieg bis 1944 Verbündeter Hitler-Deutschlands gewesen. Historiker gehen daher davon aus, dass es in dem Land noch viel mehr nicht identifizierte Enigma-Maschinen geben könnte», schreibt Spiegel Online. (oli/sda/dpa)

Abonniere unseren Daily Newsletter

8
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • derEchteElch 16.07.2017 23:23
    Highlight Man muss es den Deutschen schon lassen, mit der Enigma haben sie eine bemerkenswerte Maschine gebaut, welche den Alliierten viel zu lange Kopfzerbrechen verursacht hatte.

    Die Konstruktion der Maschine ist genial und doch recht simpel. Einer der grössten Fehler war aber, dass ein Buchstabe nie in sich selbst verschlüsselt wurde. Das machte sie berechenbarer.

    Schön zu sehen, dass ein Stück Geschichte noch so gut erhalten geblieben ist.
    6 2 Melden
  • pedrinho 15.07.2017 13:17
    Highlight "der letzte Besitzer – von Beruf Mathematiker"

    zu viele unbekannte - die rechnung ging nicht auf ;)
    14 2 Melden
    • derEchteElch 17.07.2017 07:32
      Highlight @Blake.. lass ihnen die Freude, wenns sonst nichts Interessantes in ihrem Leben gibt.. ;-)
      3 14 Melden
  • dmark 13.07.2017 16:26
    Highlight Das mechanische PGP vergangener Tage...
    37 2 Melden
  • Mia_san_mia 13.07.2017 15:47
    Highlight Das ist mal ein gutes Geschäft :-)
    32 3 Melden
    • Baba 13.07.2017 16:28
      Highlight Tolle Story.

      Aber so aussergewöhnliche Funde komme immer wieder mal vor. Wie zB der Altmetallhändler, der auf einem 'Flohmi' ein Fabergé Ei erstanden hat 😊. Das Unglaubliche an jener Geschichte finde ich, dass er beim Kauf nur den Materialwert im Auge hatte, also keine Ahnung hatte, welches Schätzchen er hier zu einem vergleichsweisen Spottpreis erstanden hatte...

      http://www.cbsnews.com/news/scrap-dealer-finds-faberge-egg-at-midwest-flea-market/
      13 1 Melden

Tschüss Telefonkabinen – der lange Abschied von den Festnetz-Leitfossilien

Seit Anfang Jahr ist die Swisscom nicht mehr verpflichtet, in jeder Gemeinde einen öffentlichen Telefonanschluss zu unterhalten. Die Folge: Das Gros der Telefonkabinen wird rückgebaut. Die Kleinarchitekturen verschwinden aus unserer Gegenwart. Abgelöst durch das Mobiltelefon in der Hosentasche. Zeit für einen Rückblick auf die Ära der Telefonkabinen.

2016 definiert der Bundesrat die Grundversorgung im Fernmeldebereich neu. Etwas fehlt dabei: Die verabschiedete Verordnung enthält keinen Passus mehr, der in jeder Gemeinde eine öffentliche Sprechstelle (Publifon) vorschreibt. Damit entfällt ab 2018 für die Swisscom die Pflicht, landesweit Telefonkabinen zu unterhalten.

Sie sind ohnehin Auslaufmodelle – ausgehungert durch einen boomenden Mobiltelefonmarkt. Laut Swisscom ging die Anzahl Publifon-Gespräche zwischen 2004 und 2016 um 95 …

Artikel lesen