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Unverzichtbarer Begleiter mit Tücken: Smartphone. Bild: Shutterstock

Was das Smartphone mit deinem Gehirn macht, ist nicht gut

12.03.18, 20:21 13.03.18, 15:36


Für die meisten Leute ist es längst ein unverzichtbarer Begleiter geworden: Ohne Smartphone geht heute kaum mehr jemand aus dem Haus – laut einer Studie aus dem Jahr 2012 nahmen in Deutschland über 90 Prozent der Befragten ihr Smartphone immer mit.

Doch fast jeder klagt ab und zu über die smarten Geräte, die so viel mehr sind als Telefone. Wir bemerken, dass dem Nutzen Kosten gegenüberstehen – auch wenn wir nicht genau sagen können, welche das sind. Den meisten von uns käme dabei wohl die Ablenkung durch das Gerät in den Sinn.

Den ganzen Tag lang bricht eine Flut von Benachrichtigungen über uns herein. An sich ist das in unserem Sinn; schliesslich wollen wir nichts Wichtiges verpassen. Doch für unseren Körper bedeuten diese permanenten Reize Stress. Der Herzschlag beschleunigt sich, die Atmung wird schneller und der Blutdruck steigt. 

Solche physischen Reaktionen, schreibt «Business Insider», bereiten uns darauf vor, vor einer Gefahr zu fliehen – nicht die Sprachnachricht eines Freundes zu beantworten. Mittlerweile kennen neun von zehn amerikanischen Studenten das Phänomen der Phantom-Vibration, also das Gefühl, das Smartphone vibriere in der Tasche, obwohl es dies in Wahrheit gar nicht tut. 

Umfrage

Kennst du das Phänomen «Phantom-Vibration» beim Handy?

  • Abstimmen

2,742 Votes zu: Kennst du das Phänomen «Phantom-Vibration» beim Handy?

  • 6%Ja, das gibts bei mir dauernd.
  • 33%Ja, aber nur ab und zu.
  • 34%Ja, das hatte ich auch mal.
  • 28%Nein.

Nicht weniger als 86 Prozent der Amerikaner gehört zur Gruppe der «constant-checkers», die unablässig oder sehr oft ihre Social-Media-Accounts, Nachrichten und Mails auf Neuigkeiten überprüfen – und deswegen gestresst sind. 

Entgegen der landläufigen Meinung sind Menschen nicht wirklich zum Multi-Tasking geboren. «Business Insider» zitiert aus einer Studie,  gemäss der sogenannte Multi-Tasker eher abgelenkt sind und schlechtere Leistungen erbringen als Testpersonen, die stärker auf eine Aufgabe fokussieren. Das Smartphone macht uns indes tendenziell zu Multi-Taskern, weil es uns ständig ablenkt und in unserem Tun unterbricht. 

20 Jahre Smartphone in Bildern

Bei jedem Unterbruch zahlen wir jedoch einen Preis. Psychologen sprechen hier von «switch cost» – die Zeit, die wir zum Umschalten benötigen. Diese Zeit beträgt oft nur einige wenige Zehntelsekunden, doch im Laufe eines Tages kann da Einiges zusammenkommen. Ein Experte schätzt, dass das Gehirn so bis zu 40 Prozent der eigentlich produktiven Zeit durch «switch costs» verliert. 

Dass wir trotz dieser Nachteile dem Lockruf des Smartphones so schwer widerstehen können, liegt daran, dass dabei das Hormon Dopamin ausgeschüttet wird. Dopamin – oft wie Serotonin als «Glückshormon» bezeichnet – kann zu Suchtverhalten führen. Und Menschen mit hoher Dopaminkonzentration sind nicht nur ängstlicher, sie haben auch mehr Mühe, zwischen wichtigen und unwichtigen Empfindungen zu unterscheiden. 

Als wäre das noch nicht schlimm genug, gibt es Anzeichen dafür, dass Smartphones unsere Gehirnleistung reduzieren – und zwar sogar dann, wenn sie gar nicht eingeschaltet sind. Zu diesem Schluss kam jedenfalls eine Studie von Wissenschaftlern an der University of Texas. Die Forscher liessen die Testpersonen am Computer Aufgaben lösen, die volle Konzentration benötigten. Eine Gruppe hatte dabei das – auf stumm gestellte – Smartphone mit dem Display nach unten neben sich auf dem Tisch, eine zweite in der Tasche und eine dritte schliesslich im Nebenraum. 

Das Ergebnis war eindeutig: Am besten schnitten jene Probanden ab, deren Smartphone sich im Nebenraum befand. Die Testpersonen, die ihr Smartphone auf dem Tisch hatten, zeigten die schlechtesten Leistungen. Allein die Präsenz des Smartphones reduziert also die kognitive Leistungsfähigkeit, und dies auch bei Personen, die denken, dass sie sich voll und ganz auf ihre Aufgabe konzentrieren. 

(dhr)

Umfrage

Bist du Smartphone-süchtig?

  • Abstimmen

1,830 Votes zu: Bist du Smartphone-süchtig?

  • 9%Ja, und wie!
  • 40%Ich glaube, ja.
  • 32%Nein, nicht wirklich.
  • 11%Überhaupt nicht!
  • 8%Ich will nur das Resultat sehen.

Ein Fotograf hält den Tod der Konversation durch Smartphones in Bildern fest

Wie das Smartphone unseren Alltag verändert hat

Video: srf/SDA SRF

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • .:|GüggoldKukuk|:. 13.03.2018 10:45
    Highlight Das Telefon hat den Hund als besten Freund des Menschen offenbar abgelöst.
    7 6 Melden
  • .:|GüggoldKukuk|:. 13.03.2018 09:13
    Highlight Immer smartere Telefone für immer dümmere Menschen. Genau mein Ding!
    15 1 Melden
  • Sarkasmusdetektor 13.03.2018 09:01
    Highlight Nachrichtenflut? Das kenn ich. Erst kürzlich hab ich mal 10 Nachrichten bekommen. An einem einzigen Tag! Zum Glück war das nur ein Ausreisser, normalerweise sind es höchstens 2-3.
    10 1 Melden
  • Nominator 13.03.2018 05:28
    Highlight Ich habe kein Smartphone. Aber einen Desktop der sich im Moment als Nexus 7 Tablet ausgibt. Wenn die das überhaupt checken, ha, ha.. Ok, zu Hause bin ich immer online, aber sobald ich das Haus verlasse bin ich offline. Und bei heiklen Missionen schalte ich auch mein 2G-Netz-Phone aus (läuft immer noch).
    4 1 Melden
  • Toaster97 13.03.2018 01:31
    Highlight Es ist eigentlich ziemlich krass wie viel Zeit man am Smartphone verbringt wenn man es sich mal vor augen führt.. z.B. in den Einstellungen den Akkuverbrauch bestaunen und die Zeit die man in welcher App verbrachte.. aber es würde mir nie in den Sinn kommen am Handy zu sein wenn ich mit Freunden oder dem Partner etwas unternehme. Ist das heute wirklich die Ausnahme? (Ja ich schreibe diesen Beitrag auf meinem Smartphone und manchmal werde ich selbst wütend darüber, während ich Zeit vor dem Bildschirm verschwende)
    14 0 Melden
  • Djinn 12.03.2018 22:23
    Highlight Stimmt schon, in meiner Jungend habe ich mich Stunden lang im Zimmer eingeschlossen und Sportkataloge durch gearbeitet. Heute hätte ich nicht mehr die Zeit hunderte Sportsocken zu waschen. Böses aber sehr unterhaltsames Smartphone.
    5 3 Melden
  • Siebenstein 12.03.2018 22:09
    Highlight Da muss man ehrlich zu sich selbst sein, ich kann mich jedenfalls nicht davon freisprechen zu sehr vom Handy abhängig zu sein 💩
    6 0 Melden
  • Madison Pierce 12.03.2018 21:57
    Highlight War früher zu oft am Smartphone im Bett. Ist mir beim Einschlafen etwas eingefallen, habe ich sofort im Internet Informationen dazu gesucht. Auf Wikipedia gelandet, pro Artikel drei neue Tabs, stundenlang, wie es halt so ist...

    Seit einigen Jahren nehme ich keine elektronischen Geräte mehr mit ins Schlafzimmer. Will ich etwas nachlesen, tue ich das am nächsten Morgen. Habe ich es bis dann vergessen, war es nicht wichtig. Kann ich nur empfehlen.

    Und tagsüber: Anrufe und SMS auf laut, restliche Benachrichtigungen stumm. Man muss ja nicht jedes Mail sofort lesen.
    20 0 Melden
  • morax 12.03.2018 21:43
    Highlight Vielleicht bescheuert, aber wegen diesen Phantom-Vibrationen habe ich mir eine Smartwatch gekauft, seither sind sie weg...
    6 11 Melden
  • Zwerg Zwack 12.03.2018 21:36
    Highlight Ich frage mich, wie viele von jenen, welche bei der Umfrage zur Smartphone-Sucht "Nein, nicht wirklich" gewählt haben, dies auf dem Smartphone getan haben. 😉
    65 18 Melden
    • R. Peter 12.03.2018 22:48
      Highlight Was wäre der Widerspruch? Sagt ja keiner, er würde sein Smartphonenicht benützen. Sucht hat eine Definition.
      15 1 Melden
    • leno 12.03.2018 23:00
      Highlight und wenn dies etwas vom wenigen war, das sie heute via smartphone taten...
      5 0 Melden
    • Der Tom 12.03.2018 23:38
      Highlight muss man ja wählen wenn man ein Smartphone nutzt?
      3 0 Melden
  • Matrixx 12.03.2018 20:45
    Highlight Seit ich sämtliche Benachrichtigungen von Apps abgeschaltet habe, vorallem von jenen, die zuviele Push-Nachrichten versenden (wie etwa Watson), fühle ich mich viel weniger abgelenkt.
    182 2 Melden

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