Digital

Nachgestellte Szene der Mondlandung: Hier springt Buzz Aldrin aus der Mondfähre – und obwohl die Szene im Schatten liegt, ist er gut ausgeleuchtet. Rechts ist das Originalfoto zu sehen, links die Simulation des Grafikkartenherstellers Nvidia. Bild: nvidia

Raumfahrt-Simulator

Grafikkarten-Hersteller beweist: Die Mondlandung war doch echt

Eine nachgebaute Mondlandung soll zeigen, dass die echte Mondlandung nicht nachgebaut war – und das mit Illuminaten-Technik. Ist das nur ein Werbegag, oder steckt mehr dahinter?

23.09.14, 16:46 23.09.14, 17:04

Ein Artikel von

Es soll da draussen immer noch Menschen geben, die nicht an die Mondlandung glauben. Was da 1969 über die Bildschirme lief, soll nicht etwa der erste Schritt eines Amerikaners auf dem Erdtrabanten gewesen sein, sondern eine Inszenierung. Apollo 11 ein Fake, nachgespielt in der Wüste Nevadas. Oder in einem Hollywood-Filmstudio.

Die Mondlandung

video: youtube/beanz2u

Die Skeptiker haben für diese Theorie allerlei Anhaltspunkte gesammelt. Zum Beispiel die unverschämt gut ausgeleuchteten, knackscharfen Fotos von der Mondoberfläche: Kann ja gar nicht sein! Mit etwas Physik lässt sich dann aber doch alles erklären. Zwischenzeitlich hat ausserdem eine Nasa-Sonde den Mond überflogen und Reste der Apollo-Landung fotografiert.

Das letzte bisschen Restzweifel will jetzt Grafikkartenhersteller Nvidia ausräumen, sozusagen mit Illumination-Technologie. Eine detailgetreue Animation der Szene mit in Echtzeit berechneten Lichteffekten soll beweisen, dass die Astronauten nicht von Studio-Scheinwerfern angestrahlt wurden – sondern nur von Sonnenlicht. Dazu kommt eine Technik namens «Voxel Global Illumination» zum Einsatz.

Marslandung ganz in echt

Voxel sind dreidimensionale Pixel, die auch Informationen über die Reflektion von Licht enthalten können. So lässt sich darstellen, wie zum Beispiel Sonnenlicht vom weissen Anzug eines Astronauten oder der glänzenden Folie der Mondfähre reflektiert wird und eine schattige Szene ausleuchten kann. Genau das haben die Nvidia-Techniker getan: Sie haben den ersten Schritt des zweiten Mannes auf dem Mond nachgestellt und illuminiert.

Fachleute von Nvidia haben die Szene mit moderner Technik nachgebaut und ausgeleuchtet, sodass man sich nach Belieben darin herumbewegen kann. Hier zu sehen ist der Fotograf Neil Armstrong, der im Sonnenlicht steht. Bild: NASA

Der Moment, in dem Buzz Aldrin die Leiter der Mondlandefähre hinunterklettert, wurde von Neil Armstrong fotografiert. Obwohl die Mondfähre von Armstrong aus gesehen im Schatten lag, ist Aldrin auf dem Foto gut zu erkennen, so als wäre er extra ausgeleuchtet. Die Erklärung: Das Sonnenlicht trifft auf Armstrongs Anzug und wird auf Aldrin geworfen.

Die Nvidia-Grafikkarte und die Rendering-Engine namens Maxwell dienen also als Simulator. Die nachgestellte Landung sieht dann auch der tatsächlichen recht ähnlich. Ob das nun der Beweis für die Mondlandung ist, oder doch eher nur ein Funktionstest für die illuminierenden Rechenroutinen der Grafikkarte, sei mal dahingestellt.

Nvidia stellt die Mondlandung nach

video: youtube/nvidia

Wer selbst eine gut ausgeleuchtete Mondlandung in Echtzeit auf seinem Computer nachspielen will, muss derzeit zwischen 400 und 600 Euro ausgeben. So viel kosten die neuen GeForce-Grafikkarten mit Mondlandungstechnologie. Damit lässt sich für diesen Preis dann sicher auch eine Marslandung nachstellen. So als hätte sie echt stattgefunden. (ore)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Bye-bye Netzneutralität, hello Zwei-Klassen-Internet – das ändert sich jetzt für dich

Der Bundesrat will offenbar genau da hin, wo Trump hin will.

Netzneutralität bedeutet, dass Videos, Musik und Webseiten von grossen und kleinen Internetfirmen wie YouTube, Facebook oder watson von den Internetprovidern gleich schnell über ihre Datennetze transportiert und nicht blockiert werden.

In den USA ist das von Barack Obama eingeführte Prinzip der Netzneutralität nun gefallen. Die von Donald Trumps Republikanern kontrollierte Telekommunikations-Aufsicht FCC hat die strikten Regeln zur Gleichbehandlung von Daten im Internet abgeschafft. Dass …

Artikel lesen