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Brack, elektronikverkäufer

Brack 1997. Damals nannten sie den Verkauf noch Cybershopping. Bild: Brack

Aargauer Selfmademan Brack

Vom Dachstock der Eltern zur 500-Millionen-Firma 

1994 begann Roland Brack mit Computern zu handeln. Durch zahlreiche Firmenübernahmen entstand später eines der führenden IT-Unternehmen der Schweiz.

11.08.14, 09:41 11.08.14, 12:12

Ein Artikel der

Als Schüler half Roland Brack in der Freizeit in einem Computerladen aus. Während der Elektromechaniker-Lehre fängt er dann selber an mit Computern zu handeln, ähnlich den grossen Vorbildern im kalifornischen Silicon Valley. Doch statt der Garage wie im Fall von Steve Jobs diente der Dachstock im Elternhaus im Fricktaler Ort Bözen als Werkstatt: Hier schraubt der Teenager Computerteile zusammen, verpackt sie und verkauft die Ware. Die Geschäfte liefen gut, 1994 gründete er eine Einzelfirma. «Meine Kunden waren Verwandte und Freunde», erinnert sich Brack heute. Die Waren bestellt der Computer-Pionier direkt in Taiwan und holt sie am Flughafen ab.

Roland Brack hat eine Dachboden-Firma in ein riesiges Unternehmen verwandelt.  Bild: Brack

Es wird eng auf dem Dachboden

Heute ist das Label Brack.ch vielen Schweizern ein Begriff: Fernsehwerbung und das Sponsoring der Challenge League sorgten in letzter Zeit für die nötige mediale Präsenz. Doch Brack Electronics, wie die Betreiberfirma der Onlineplattform Brack.ch heisst, ist nur ein Pfeiler von Bracks Firmenkonglomerat. Wer heute im Online-Geschäft erfolgreich sein will, kommt ohne Logistik und weitere Dienstleitungen nicht mehr aus: Competec Logistik, Competec Service und Alltron, ein Distributor für den Fachhandel im Bereich IT, Consumer Electronics, Telekom und Elektro runden deshalb die Gruppe mit Sitz im aargauischen Mägenwil ab. Kernstück bildet das 55'000 Quadratmeter grosse Logistikzentrum in Willisau (LU), das von 90 kleinen Robotern bewirtschaftet wird.

1999, fünf Jahre nach dem Start, boomt das Geschäft und der Platz wird eng. Bild: Brack

Insgesamt erzielte die Gruppe im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 450 Millionen Franken, in diesem Jahr sollen es mehr als eine halbe Milliarde Franken werden. Mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt die Gruppe heute. «Den ersten Mitarbeiter habe ich 1996 eingestellt», so Brack. Er arbeite heute noch in der Firma. 1999, fünf Jahre nach dem Geschäftsstart, erzielte sein Unternehmen bereits einen Jahresumsatz von 16 Millionen Franken.

Für die weitere Expansion sorgte eine Reihe von Neugründungen und Firmenübernahmen: 2002 wird die Einkaufsniederlassung in Taiwan gegründet. 2006 übernimmt Brack COS Distribution von der defizitär wirtschaftenden COS-Gruppe und tauft sie in Alltron um. Der Namenswechsel bringt neuen Schwung: 2007 schafft Alltron den Turnaround.

2012 wurde das Logistikzentrum in Willisau in Betrieb genommen. Bild: Brack

Wachstum durch Übernahmen

Im Herbst 2007 übernimmt Alltron den Konkurrenten Wyscha Computer aus Brugg, einen weiteren Grosshändler für PC-Komponenten. Und Ende des gleichen Jahres gründete Brack die Competec Holding als Dachgesellschaft seiner Aktivitäten.

Logistikzentrum Willisau

video: youtube/brack

Der Fricktaler ruht sich aber nicht auf den Lorbeeren aus, sondern will weiter wachsen: Ende 2008 übernahm er den Telekommunikationsdistributor Phonet Suisse. Im Jahr darauf Architronic. 2009 geht die Liveshopping-Plattform DayDeal.ch online.

Das Wachstum sorgt für Aufsehen: Brack wurde 2010 mit dem Aargauer Unternehmerpreis ausgezeichnet, und er expandiert munter weiter. Auch nach 20 Jahren nach der Gründung ist noch lange nicht Schluss: In diesem Monat soll Brack Electronics in Brack.ch umfirmiert werden. Und die Gruppe ist bereits mit der Planung zum weiteren Ausbau des Logistikzentrums in Willisau beschäftigt. (FHM)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pascal Mona 11.08.2014 22:36
    Highlight Diese Firma ist bei mir unten durch! Habe vor 2-3 Jahren dort etwas auf Rechnung bestellt, nach etwa einer Woche kommt ein Email vonwegen sie hätten mich nicht "überprüfen" können und würden mir nur gegen Vorauskasse liefern. Habe und hatte nie eine Betreibung oder irgendwelche Kredite/Leasing... nun die anderen wie microspot, digitec usw. nehmen mein Geld gerne
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    • Gelöschter Benutzer 12.08.2014 08:01
      Highlight Und was ist genau das Problem mit der Vorauskasse?

      Digitec liefert an Privatkunden ja auch nur gegen Vorauskasse - dass ein Hardwareshop keine 300.- teuren Päcklein an unbekannte Neukunden auf Rechnung verschicken will, ist ja durchaus verständlich.
      6 3 Melden
    • Pascal Mona 12.08.2014 09:22
      Highlight ich habe grundsätzlich kein Problem mit Vorauskasse, wenn jedoch ganz klar die Option "per Rechnung" angeboten wird (ohne irgendwelche Einschränkungen; zumindest damals) und dann ein Produkt für CHF 30 oder 40! (nicht 300.--) aufgrund einer d.... "ausrede" nicht geliefert wird, kann ich dies nicht verstehen. Damals war mir brack.ch auch noch kein Begriff und ich hatte keine Ahnung wie zuverlässig diese sind, wieso also Vorauskasse? Wie gesagt, etwas negatives betreffend meinen Finanzen hatten sie definitiv nicht finden können! Egal, mag ev. ein guter Shop sein, aber nie mehr für mich...
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