Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Apple Watch zu teuer oder zu hässlich? Hier kommt die Retro-Smartwatch für Hipster

Mehr als 20 Millionen Dollar sammelte das kalifornische Start-up Pebble bei Unterstützern, um eine Uhr zu entwickeln. Jetzt werden die ersten Exemplare der Pebble Time ausgeliefert. Was taugt sie?

Matthias Kremp / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wenn sich Erfolg in Dollar messen lässt, ist Pebble sehr erfolgreich. Mit der Kickstarter-Kampagne für die Smartwatch Pebble Time hat das kalifornische Start-up einen Rekord gebrochen: Innerhalb des ersten Tages kamen acht Millionen Dollar für das neue Produkt zusammen, insgesamt zahlten mehr als 78'000 Unterstützer über 20 Millionen Dollar ein. Die ersten davon bekommen die 250 Euro teure Smartwatch jetzt zugeschickt, eine haben wir zum Testen bekommen.

Den neuen Armbandcomputer macht unter anderem interessant, dass er, anders als die Apple Watch und Uhren mit Android Wear, mit beiden grossen Smartphone-Plattformen zusammenarbeitet. Die Pebble-Time-App ist also sowohl für Android als auch für iOS erhältlich.

Allerdings unterschieden sich die Apps – und damit die Anbindung ans Smartphone – deutlich. So kann man an Android-Handys Nachrichten per Spracheingabe schreiben, was bei iPhones nicht funktioniert. Der Musikplayer des Handys lässt sich in beiden Varianten vom Handgelenk aus fernsteuern, sodass das Smartphone in der Tasche bleiben kann.

pebble time

Die Pebble kann das Wetter anzeigen. bild: spiegel online

Zeitreise auf Knopfdruck

Eine Besonderheit der Pebble Time ist die sogenannte Timeline, also Zeitleiste. Über zwei Knöpfe am Gehäuse kann man vom Ziffernblatt aus durch seinen Kalender blättern. So verschafft man sich schnell einen Überblick, welche Termine bald anstehen.

Ein Klick auf den mittleren Knopf auf der rechten Gehäuseseite führt wiederum zu einer bebilderte Liste der installierten Apps, durch die man scrollen muss, um eine App aufzurufen. Je nachdem, wie viele Apps man installiert, kann das eine durchaus zeitraubende Angelegenheit sein. Es bietet sich deshalb an, die Apps so zu sortieren, dass häufig genutzte Programme oben in der Liste stehen.

Minimale Fitnessfunktionen

Bei mir gehörte während des Tests beispielsweise die Fitness-App von Misfit zu den vielgenutzten Anwendungen. So umfangreich wie bei der Konkurrenz sind die Möglichkeiten, sich selbst zu vermessen, bei der Pebble Time aber nicht. Zwar hat sie einen Schrittzähler, aber keine weiteren Sensoren, etwa, um die Herzfrequenz zu messen.

pebble time

Es wundert nicht, dass viele Zifferblätter typische Nerd-Themen aufgreifen. So wie dieses im Star-Trek-Design. Bild: spiegel online

Solche Funktionen könnten allerdings über Armbänder von Drittherstellern nachgerüstet werden. Pebble-Gründer Eric Migicowsky erklärte auf dem Mobile World Congress, Fremdhersteller könnten über die Kontakte auf der Rückseite der Uhr eine Verbindung zu deren Elektronik herstellen. So seien beispielsweise Armbänder mit GPS-Modul, Pulsmesser oder Zusatzakku denkbar.

«Die Pebble Time ist eine Hipster-Smartwatch.»

Der Bildschirm spart an Strom und Brillanz

Anders als bei der Konkurrenz verwendet Pebble bei seinen Smartwatches keine hochauflösenden Farbbildschirme. Stattdessen nutzt die junge Firma E-Ink-Displays, wie sie in E-Readern verbaut werden. Diese Technik hat zwei entscheidende Vorteile: Zum einen ist der Bildschirm, wie bei einer analogen Uhr, immer ablesbar und muss nicht erst aktiviert werden. Zum anderen braucht die Uhr keine eigene Beleuchtung. Wenn die Umgebung hell genug ist, verbraucht sie deshalb sehr wenig Strom.

pebble time

Die versprochene «bis zu sieben Tage anhaltende» Akkulaufzeit schaffte unser Testgerät nicht. Nach drei bis vier Tagen verlangte die Uhr nach neuer Energie. bild: spiegel online

Pebble gibt deshalb bis zu sieben Tage Akkulaufzeit an. Im Test konnten wir das bei Weitem nicht erreichen, was aber auch an der besonders intensiven Nutzung liegen dürfte. Im Alltag sollten drei bis fünf Tage realistisch sein, Apple Watch und Android-Wear-Geräte müssen meist täglich aufgeladen werden.

Dafür muss man allerdings auch Einschränkungen hinnehmen. Denn selbst wenn sich die automatisch gesteuerte Beleuchtung einschaltet, strahlt der E-Ink-Bildschirm nicht so hell wie beispielsweise das OLED-Display der Apple Watch. Auch werden Farben nicht sonderlich hell und klar angezeigt, sondern wirken meist blass und matt.

Fazit

Die Pebble Time ist eine Hipster-Smartwatch. Verglichen mit der Apple Watch oder Android-Geräten wie der Moto 360 wirkt die Hardware veraltet und Materialien und Design weniger wertig. Wenn man so etwas mag, macht genau das den Charme dieses Mini-Computers aus.

pebble time

Nach erfolgreicher Kopplung liess sich die App nicht sofort benutzen. Zuerst musste ein Software-Update auf die Uhr kopiert werden. bild: spiegel online

Viele Apps spielen damit und kommen bewusst in einem dazu passenden Retro-Look daher. Sie sind grob gepixelt, nutzen Computersymbolik der Achtziger- und Neunzigerjahre. Wer schon jetzt mit einer digitalen Casio-Quartzuhr am Arm herumläuft, wird die Pebble lieben.

Der eigentliche Vorteil des Pebble-Systems: Die Auswahl an Apps ist gross. Wer mag, kann sich quasi seinen persönlichen Armbandcomputer zusammenstellen. Allerdings muss man dafür einen blassen Bildschirm und eine nur teilweise Verzahnung mit dem Smartphone in Kauf nehmen.

Lange Akkulaufzeit 
Kompatibel mit Android und iOS
Viele Apps und Zifferblätter verfügbar
Über Armbänder funktionell erweiterbar
Relativ günstig

Blasse Farbdarstellung 
Uneinheitliche Anbindung an iOS und Android

Das könnte dich auch interessieren

Alle Smartwatches auf einen Blick

Abonniere unseren Newsletter

Themen
2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Der Kampf ums Glasfaser-Internet tobt – und es steht bereits 2:0 für die Swisscom

Die Konkurrenz von Swisscom fürchtet ein Monopol beim Glasfaser-Internet. Die Zeit für Salt, Sunrise und Co. ist allerdings knapp.

Salt, Sunrise und Co. blasen zum Sturm gegen Swisscom: Der warnende Brief ging vor wenigen Tagen an alle 46 Ständeräte. Die Konkurrenten der Swisscom warnen die Adressaten eindringlich vor einem neuen Monopol der Swisscom beim Glasfaser-Internet.

Die Zeit für Salt, Sunrise und Co. ist knapp: Bereits am Dienstag entscheidet die kleine Kammer des Parlaments darüber, ob der Bundesrat die Swisscom künftig zwingen darf, ihrer Konkurrenz zu marktfähigen Preisen Zugang zur eigenen …

Artikel lesen
Link to Article