Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Handlich ist das neue Modell geblieben. Mit knapp über 200 Gramm liegt er so leicht in der Hand, dass man ihn bequem einhändig benutzen kann. bild: spon

Der neue Kindle Paperwhite im Test: Einmal extrascharf bitte!

Mit einem neuen Bildschirm und verbessertem Textsatz soll der neue Kindle Paperwhite Kunden locken. Wir haben ausprobiert, ob er wirklich besser ist als sein Vorgänger.

23.06.15, 22:01

Matthias Kremp / spiegel online



Ein Artikel von

Um das gleich vorweg zu nehmen: Ein langer Testbericht wird das hier nicht. Muss es auch nicht, denn so viel hat sich beim neuen Kindle Paperwhite gegenüber dem Vorgängermodell nicht geändert.

Nicht einmal den Namen hat Amazon geändert. Kein Kürzel deutet darauf hin, dass es sich hier um die dritte Version des laut Hersteller populärsten Kindle-E-Readers handelt. Von aussen ist er nicht vom Vorgänger zu unterscheiden. Auch die Preise wurden nicht geändert: 120 Euro kostet das günstigste Modell mit WLAN und Werbeeinblendungen, 200 Euro die werbefreie Variante mit Mobilfunkanbindung.

Und doch gibt es eine wichtige Neuerung bei dem Gerät, das Amazon schlicht als «der neue Kindle Paperwhite» bewirbt: Der Bildschirm ist jetzt ebenso hochauflösend wie der in Amazons bis zu 250 Euro teurem Top-Modell, dem Kindle Voyage. Genau wie dort zeigt der E-Ink-Bildschirm im Paperwhite jetzt 300 Punkte pro Zoll an. Ebenso viel also, wie ein handelsüblicher Laserdrucker in der Standardeinstellung zu Papier bringt.

Selbst durch eine Lupe betrachtet wirkt das Schriftbild noch vollkommen gleichmäßig, fast wie gedruckt. bild: spon

Licht ohne Automatik

Das Ergebnis ist ebenso beeindruckend wie beim Voyage. Dass Texte auf E-Ink-Displays wie gedruckt wirken, weil die Displaytechnik ein besonders ruhiges Bild erzeugt, ist nicht neu, und funktioniert bei vielen anderen E-Readern ebenso gut. Hier aber ist der Effekt noch etwas deutlicher, weil die Buchstaben sich gestochen scharf vom Hintergrund abheben. Selbst durch die Lupe (siehe Bilderstrecke) oder bei extrem grossen Schriften, sind keine Kanten zu erkennen.

In Kombination mit der Bildschirmbeleuchtung sorgt das dafür, dass man auf dem Paperwhite stets sehr gut lesen kann, egal, ob im prallen Sonnenlicht oder im abgedunkelten Schlafzimmer. Allerdings ist hier Handarbeit gefragt. Im Gegensatz zum Voyage wird die Intensität der Beleuchtung nicht automatisch geregelt, bleibt also auch in heller Umgebung aktiviert. Besser lesbar werden Texte dadurch nicht. Stattdessen wird der Akku schneller geleert als nötig.

Der USB-Anschluss neben der Einschalttaste dient zum Aufladen des Akkus. Amazon verspricht «wochenlange» Ausdauer. Wenn man ihn wirklich benutzt und viel liest, muss man aber doch eher einmal pro Woche Strom tanken. bild: spon

Die übrigen Neuerungen am 2015er Kindle Paperwhite liegen in der Software. Als wichtigste bezeichnet Amazon die neue Schriftart Bookerly. Sie soll das Lesen angenehmer machen, sei «für das Lesen auf digitalen Bildschirmen entwickelt» worden, erklärt der Hersteller.

Tatsächlich passt sie sehr gut zu dem neuen 300-dpi-Display, weil sie sehr fein gezeichnet ist, die hohe Auflösung dadurch gut ausnutzt. Die aber spielt ihr Potenzial nur in Kombination mit einigen Verbesserungen am Textsatzsystem des Kindle aus.

In diesem Bild ist zu sehen, wie hell der Bildschirm bei voller Beleuchtung strahlt. Besonders häufig wird man diese Einstellung nicht benötigen. bild: spon

Dessen Neuerungen sind allerdings eher von der feinen Sorte, fallen nicht notwendigerweise sofort ins Auge. So kann es jetzt beispielsweise besser mit sogenannten Ligaturen umgehen, also mit eng zusammenhängenden Buchstaben, wie den Kombinationen fi und fl. Ausserdem wurde verbessert, wie die Software mit Blocksatz umgeht und wie sie Wörter so trennt, dass der Lesefluss erhalten bleibt.

Das Ergebnis ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, macht das Lesen am Kindle aber insgesamt doch angenehmer. Zumindest bei den Büchern, die ich übers Wochenende gelesen und durchgeblättert habe, waren - subjektiv gefühlt - seltener Zeilen zu finden, in denen zu grosse Wortabstände nerven oder in denen Worte falsch getrennt waren.

Fazit

Keine Frage: Der neue Kindle Paperwhite ist besser als sein Vorgänger. Das Display macht den Unterschied, ist schärfer, kontrastreicher als sein Vorgänger. Dass Texte ausserdem besser umbrochen werden, die Typografie gewonnen hat, ist dagegen eine reine Softwarefunktion. Davon werden andere Kindles per Update bald auch profitieren.

Die dritte Inkarnation des populären E-Readers ist von aussen nicht von den Vorgängern zu unterscheiden. bild: spon

Einen Grund, einen alten Paperwhite durch das neue Modell zu ersetzen, gibt es deshalb kaum. Dafür gibt es viele Gründe, statt des teuren Kindle Voyage den neuen Paperwhite zu kaufen. Wer auf die automatische Beleuchtungssteuerung und ein etwas schickeres Gehäuse verzichten kann, spart mit dem Paperwhite 70 Euro gegenüber dem Top-Modell.

Sehr gutes Display
Sehr gute Textdarstellung
Umfangreiches Angebot an Büchern
Gute Akkulaufzeit

Geschlossenes System

Was beiden gemein ist: Wie alle Kindle-E-Reader gehören sie zu einem geschlossenen System, in dessen Zentrum E-Books in Amazons eigenen Formaten stehen. Andere populäre Formate wie das weitverbreitete Epub akzeptieren sie von Haus aus nicht.

Das könnte dich auch interessieren

Amazons Tablets und Kindle im Test: Gute Unterhaltung, klobig verpackt

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bebby 24.06.2015 08:35
    Highlight Ich habe selber bereits einige e-paper Bücher in meinem Besitz gehabt, vom Sony reader, über den alten kindle bis zum ersten kindle paperwhite.
    Seit dem ipad Air habe ich mich dabei ertappt, diesen wegen dem besseren Kontrast dem kindle vorzuziehen, deshalb ist dieser nächste Schritt nur folgerichtig.
    Die effektive Preisdifferenz zum Voyage ist aber nur ca EUR 50, wenn man die 3G Versionen miteinander vergleicht. Und dann ist der Schritt zum Voyage ein, absolut gemessen, kleiner Schritt.
    Der grösste Vorteil vom Kindle vs ipad ist immer noch die nicht existierende Ablenkung durch e-mail etc.
    0 0 Melden
    • Teslaner 24.06.2015 12:20
      Highlight Ich lese auch lieber auf dem iPad.
      0 0 Melden

So findest du heraus, was Apple alles über dich gespeichert hat

Ob iPhone- oder Mac-User: Apple speichert möglichst wenig Daten über seine Kunden. Das soll man nun mit einfachen Tools überprüfen können. 

Wer Apple-Geräte nutzt und dazu eine Apple-ID registriert hat, kann die auf den Servern des Unternehmens gespeicherten Daten neu auf einfache Art und Weise einsehen und verwalten.

Diese neuen «Datenschutz»-Funktionen sind ab sofort verfügbar:

Zunächst gilt festzuhalten: Wer keine Apple-ID hat, kann auch nichts herunterladen. Im Gegensatz zu Facebook speichert Apple keine «Schattenprofile» von Internet-Nutzern.

Wer eine Apple-ID hat und wissen will, was das Unternehmen gespeichert hat, kann die …

Artikel lesen