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Neue Top-Level-Domains

Vergessen Sie .ch und .com – heute beginnt das grosse Rennen auf die neuen Internet-Adressen

Dem Internet gehen die Namen aus. Die guten Adressen sind entweder vergeben oder werden für teures Geld verkauft. Nicht mehr lange: Ab Mittwoch wird's kreativ mit .bike, .singles und .wasweissich. Die Zeiten mit Millionen gleicher Endungen sind vorbei, glaubt ein Experte.

05.02.14, 06:42 05.02.14, 10:34
Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Redaktor

Als das Internet entstand, hat sich wohl keiner gedacht, was für Ausmasse das Ganze annehmen würde. Man gab sich zufrieden mit einer Handvoll Endungen (Top-Level-Domains). Es gibt die nicht-gesponserten Domains wie .info, .net, .org oder .com, die bereits über 110 Millionen Mal verwendet werden. Dazu kommen die gesponserten wie .gov, und zu guter Letzt gibt's noch die länderspezifischen. Vor zwölf Jahren begann schliesslich die Diskussion um neue Adressen. 

Vor drei Jahren startete die Ausschreibung für neue Domains, die man sich für 185’000 US- Dollar bei der ICANN eintragen lassen konnte. ICANN ist eine Non-Pofit-Organisation, die die Vergabe von Namen und Adressen im Internet koordiniert.

Bild: Quartz

Das Wichtigste in Kürze

- Was ändert sich für den Durchschnitts-User?
Bei den Endungen wird nicht mehr nach Ländern, sondern Themenbereichen unterschieden. Statt Millionen Adressen mit .ch wird es künftig viele unterschiedliche Endungen wie .med oder .google geben.

- Was sind die Vorteile?
Gleiche Themen besitzen die gleiche Endung. Ärzte könnten sich unter .med zusammenschliessen und alle Schweizer Unternehmen würden sich eine .swiss Adresse teilen. Solche Domains stünden nur Berechtigten zur Verfügung. 

- Was sind die Nachteile?
Wie bisher werden viele versuchen, sich Domains zu sichern um damit Geld zu verdienen. Markeninhaber müssen mit Zusatzkosten rechnen, um sich entweder relevante Domains zu sichern oder sich vor Missbrauch zu schützen.

.med nur für Ärzte

Die Registrierungsphase ist mittlerweile abgeschlossen und knapp 1000 neue Top-Level- Domains wie .berlin, .web oder .shop wurden beantragt. Ab Mittwoch 17.00 Uhr lassen sich die ersten Adressen mit den neuen Endungen sichern. «Dabei wird es öffentliche und eingeschränkte geben», sagt Wolfram Schmidt, Geschäftsführer bei switchplus: «.med oder .swiss beispielsweise werden voraussichtlich Restricted Domains sein. Das heisst, nur ausgewiesene Ärzte respektive Domaininhaber mit Schweizer Bezug werden Adressen mit diesen Endungen sichern können. Der Vorteil ist, dass man als Internet-User dann eher davon ausgehen kann, dass man nicht auf der Webseite eines Betrügers ist.»

Die Restricted Domains könnten auf diese Weise auch vor Phishing-Seiten schützen. Themenspezifische Domains dagegen würden dem Endkunden als Orientierungshilfe beim Surfen dienen, findet Schmidt.

Wolfram Schmidt von Switchplus, einer Tochterfirma von Switch. Bild: zvg

Wer ist wichtiger? .bike oder .ch?

Ein weiteres Verwendungsbeispiel sind Städteendungen wie .berlin oder .wien, die von den Betreffenden zu Marketingzwecken verwendet werden könnten. «Durch die neuen Domains wird es viel mehr Endungen geben und dadurch pro Endung weniger Domains», ist Schmidt überzeugt. Die zentrale Frage bei der Durchsetzung sei allerdings, wie sich Google bei alledem verhält. Wird ein Fahrradgeschäft mit .bike höher gewichtet als eines mit .ch? Vieles sei noch offen. Google und Amazon sind stark involviert und haben ihrerseits bereits zahlreiche Domainendungen beantragt. In der Schweiz wurden bisher lediglich .zuerich und .swiss beantragt.

Daneben gibt es Unternehmen, die aus der neuen Situation Kapital schlagen wollen. Die US- Firma Donuts hat bereits über 300 Domainendungen beantragt und für viele davon den Zuschlag erhalten, die jetzt im Wochenrhythmus auf den Markt gebracht werden.

In der Schweiz bietet Switchplus bisher als einziges Unternehmen die Möglichkeit an, neue Domains zu registrieren. Die Preise variieren dabei zwischen 49 und 59 Franken und sind somit etwas teurer als herkömmliche Adressen. Es besteht aber auch die Möglichkeit bei ausländischen Anbietern Adressen zu registrieren.

Die US-Firma Donuts war fleissig beim Registrieren von Domains. Bild: Quartz

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Donald 05.02.2014 07:51
    Highlight Bringt wohl weder mehr Übersicht noch Schutz vor Phishing. Aufgrund der hohen Gebühren dürften wohl immerhin die Spekulanten ein wenig abgehalten werden. Für den Konsumenten spielt es eh keine Rolle.
    1 0 Melden
  • deed 05.02.2014 07:32
    Highlight Preise von CHF 49.- bis 59.- sind nicht "etwas" teurer, sondern mehr als das Dreifache bisheriger .ch Domains (15.- bis 17.-). Das ist einfach ein neues Geschäft für Registrare. Für Kunden bringts nur Mehrkosten und für Web-User mehr Chaos.
    4 0 Melden
    • René 05.02.2014 09:25
      Highlight Dieses "etwas" teurer mag zwar sein, aber ich finde es ist immer noch günstiger als für teures Geld die eigene Domain zu kaufen. Ich finde es spannend und in Ordnung, denn schliesslich müssen die Registrare auch eine Infrastruktur bereitstellen.
      1 0 Melden

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