Digital
Beyerdynamic A 200 p

Bild: Matthias Kremp

Beyerdynamic A 200 p im Test

Dieser Kopfhörerverstärker sorgt für besseren Klang bei Smartphones und ein Loch im Portemonnaie

Mit edlen Bauteilen und digitalem Anschluss soll der Kopfhörerverstärker A 200 p von Beyerdynamic den Klang von Handys und Computern verbessern. Wir haben den Hörtest gemacht.

07.05.14, 10:31

Ein Artikel von

Matthias Kremp

Mit guten Kopfhörern klingt Musik vom Smartphone oft schon sehr gut. Für Audio-Liebhaber aber meist nicht gut genug. Ein prominentes Beispiel ist der Musiker Neil Young, der von der Klangqualität mobiler Abspieler so genervt war, dass er den PonoPlayer entwickelte, der einen besseren Sound liefern soll als herkömmliche Smartphones und MP3-Player. Allerdings braucht man dafür auch entsprechend hochauflösend gespeicherte Musikdateien. Einen einfacheren Weg, die Klangqualität mobiler Geräte zu verbessern, verspricht Beyerdynamic mit dem Kopfhörerverstärker A 200 p.

Der Trick, den die Audio-Ingenieure dafür anwenden, ist simpel. Statt analog am Kopfhörerausgang greifen sie die Audiodaten digital ab, das heisst: bevor sie die Klangelektronik des Handys durchlaufen. Die Umwandlung der digitalen Musikdaten in analogen Sound erfolgt also komplett im A 200 p. Und der ist mit Bauteilen bestückt, die in audiophilen Kreisen einen guten Ruf haben. Der Digital-Audio-Wandler beispielsweise stammt von der renommierten Firma Wolfson.

Entsprechend lesen sich die technischen Daten des Verstärkers: Der Frequenzbereich wird mit 20 Hz bis 20 KHz angegeben, umfasst also alles von extremen Tiefen bis zu weit ausgreifenden Höhen. Den sogenannten Klirrfaktor, der als Mass für unerwünschte Verzerrungen dient, gibt der Hersteller mit sehr guten 0,008 Prozent an.

Und wie klingt das jetzt?

Um herauszufinden, was das alles bringt, haben wir den Verstärker mit verschiedenen Zuspielgeräten und Kopfhörern ausprobiert. Eine wichtige Erkenntnis dabei: Wunder vollbringt auch der A 200 p nicht. Einem Headset der 30-Euro-Klasse kann man auch damit keinen Oberklasse-Sound entlocken.

Funktioniert auch mit dem iPhone. Bild: Matthias Kremp

Bei guten Kopfhörern dagegen sind deutliche Unterschiede hörbar. Beim P7 von Bowers & Wilkins oder dem Custom One Pro von Beyerdynamic ist der Unterschied im direkten Vergleich zum Klang aus der Kopfhörerbuchse eines HTC One (M8) frappierend. Es ist, als würde jemand einen dicken Samtvorhang vor den Lautsprechern wegziehen: Der Sound ist offener, klarer. Vor allem die Bässe werden erheblich deutlicher gezeichnet, aber auch die Mitten und Höhen wirken aufgeräumter. Man kann Details hören, die ohne den A 200 p im Klanggemisch untergehen. Sehr deutlich wird das beispielsweise bei den Bass-Sounds in «Follow Me» von Muse.

Bild:

Bitte nicht das Kabel vergessen

Am besten hat uns der Beyerdynamic-Verstärker aber im Zusammenspiel mit dem Geräusche unterdrückenden Kopfhörer Quietcomfort 20 von Bose gefallen. Der klingt zwar schon für sich nicht schlecht, wird aber mit dem A 200 p richtig gut, liefert knackigere Bässe und wird insgesamt etwas präziser. Ausserdem kann man mit dem vorgeschalteten Verstärker etwas mehr Lautstärke aus dem Kopfhörer kitzeln. Auf Dauer ist das zwar nicht gut, aber, wenn man gerade mal seinen Lieblingssong zu fassen hat, genau das Richtige.

Doch so gut der Klang ist, man muss dafür auch Opfer bringen. Das fängt damit an, dass Beyerdynamic einen Listenpreis von knapp 300 Euro für den A 200 p angibt. Ein Mitnahmeartikel ist er also nicht. Ausserdem ist er ein weiteres Gerät, das man samt Kabeln in seiner Tasche herumtragen muss. Nicht zu vergessen die Pflicht, regelmässig den Akku aufzuladen. Für elf Stunden reicht dessen Kapazität. Auf Reisen ist es deshalb umso wichtiger, nicht zu vergessen, das passende Adapterkabel für Ladegeräte mitzunehmen. Der Micro-USB-Anschluss am Verstärker selbst hat eine Spezialform und ist nicht kompatibel zu Standardkabeln (siehe unten).

Adapterkabel: Um eine Verbindung zum Handy herstellen zu können, braucht man die kurzen Spezialkabel für Android- und Apple-Smartphones, die mitgeliefert werden. Bild: Matthias Kremp

Fazit

Eine Kombination aus A 200 p und Bose-Headset, wie wir sie getestet haben, ist ein teurer Spass. 300 Euro kosten die Bose-Kopfhörer, 300 Euro kostet auch der Beyerdynamic-Verstärker. So viel Geld wird nicht jeder für die mobile Musikberieselung ausgeben wollen. Aber auch wer einen guten Kopfhörer für 100 Euro gekauft hat und sich wünscht, dieser würde nach etwas mehr klingen, sollte den kleinen Verstärker ausprobieren. Ob man dann wirklich bereit ist, so viel Geld für den besseren Sound auszugeben, ist eine andere Frage.

Vorteile und Nachteile

+ Deutlich hörbare Klangverbesserung

+ Einfache Bedienung

+ Akkulaufzeit von elf Stunden

- Hoher Preis

- Zuspieler und Ladegeräte nur per Spezialkabel nutzbar

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Romeo 07.05.2014 15:05
    Highlight Ich hätte den gekauft, wenn das Kabel nicht speziell wäre. Ich überlege und suche schon länger einen Ersatz für meinen Alten. Allen Musikliebhabern empfehle ich so ein Teil für ausserhaus. Wolfson 24/192 sind sowieso aktuell die besten DAC.
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