Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Twitter gewinnt weiter Nutzer, fährt aber auch weiter grosse Verluste ein – zu allem Elend wurden jetzt die Quartalszahlen zu früh ins Netz gestellt



Der Kurznachrichtendienst Twitter hat die Anleger mit seinen Quartalszahlen schwer enttäuscht. Die Aktie verlor am Dienstag gut 18 Prozent, nachdem Eckdaten vorzeitig durchgesickert waren. Twitter steckt weiterhin tief in den roten Zahlen.

Im ersten Quartal gab es einen Verlust von 162,4 Mio. Dollar. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 74 Prozent auf 436 Mio. Dollar. Twitter verfehlte damit aber sowohl die eigenen Vorhersagen als auch die Erwartungen der Analysten. Auch die Prognose für 2015 wurde gekappt.

FILE - This Nov. 4, 2013 file photo shows the icon for the Twitter app on an iPhone in San Jose, Calif. Twitter Inc. reports quarterly financial results after the market closes Tuesday, April 28, 2015. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez, File)

Es wird oft gezwitschert, doch das kann weiter nicht in Gewinne umgemünzt werden. Bild: Marcio Jose Sanchez/AP/KEYSTONE

Twitter musste die Zahlen früher als geplant noch während des regulären Handels vorlegen, weil Eckdaten ungefähr eine Stunde zu früh durchgesickert waren. Die auf das Aufspüren von Informationen im Netz spezialisierte Firma Selerity hatte sie veröffentlicht – ironischerweise über Twitter. 

Ein ähnlicher Coup war Selerity schon im Jahr 2011 bei Microsoft-Zahlen gelungen. Damals waren sie von dem Software-Konzern früh ins Netz gestellt und von den Datenjägern entdeckt worden.

Die Twitter-Aktie verlor nach Auftauchen der Zahlen zunächst fast sechs Prozent. Danach wurde sie vom Handel ausgesetzt und stürzte nach der Wiederaufnahme richtig ab, zeitweise um bis zu 22 Prozent.

CEO of Twitter, Dick Costolo, adjusts his glasses as he listens to the speech of France's Culture Minister, Fleur Pellerin, a press conference on Museum Week at France's Culture Ministry in Paris, Thursday, March 5, 2015. Museum Week is a event where hundreds of museums and galleries worldwide will come together on Twitter from March 23-29, 2015. (AP Photo/Michel Euler)

Sorgenfalten: Twitter-Boss Dick Costolo ist unter Druck. Bild: Michel Euler/AP/KEYSTONE

Partnerschaft mit Google

Dabei kündigte Twitter auch eine Übernahme und eine Partnerschaft mit Google an, um das Werbegeschäft in Schwung zu bringen. Der Konzern kauft die Firma TellApart, die auf Anzeigen-Dienste für Handelsunternehmen spezialisiert ist. 

Twitter-Chef Dick Costolo war ein früher Investor bei TellApart. Ausserdem wird Twitter künftig Anzeigen-Plätze auch über Googles Plattform Doubleblick vermarkten. Das könnte grossen Werbekunden entgegenkommen.

Die Zahl aktiver Nutzer bei Twitter stieg binnen drei Monaten von 288 auf 302 Mio. im Monat. Rund 80 Prozent von ihnen greifen auf den Dienst von Smartphones und Tablets zu.

Schon im Vorjahresquartal hatte Twitter knapp 132,4 Mio. Dollar verloren. Dass die Umsatzziele im Quartal verfehlt wurden und auch im gesamten Jahr nicht erreicht werden, erklärt der Konzern mit dem starken Dollar. Das lässt Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung niedriger in der Bilanz erscheinen. (feb/sda/awp/reu)

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Der Kampf ums Glasfaser-Internet tobt – und es steht bereits 2:0 für die Swisscom

Die Konkurrenz von Swisscom fürchtet ein Monopol beim Glasfaser-Internet. Die Zeit für Salt, Sunrise und Co. ist allerdings knapp.

Salt, Sunrise und Co. blasen zum Sturm gegen Swisscom: Der warnende Brief ging vor wenigen Tagen an alle 46 Ständeräte. Die Konkurrenten der Swisscom warnen die Adressaten eindringlich vor einem neuen Monopol der Swisscom beim Glasfaser-Internet.

Die Zeit für Salt, Sunrise und Co. ist knapp: Bereits am Dienstag entscheidet die kleine Kammer des Parlaments darüber, ob der Bundesrat die Swisscom künftig zwingen darf, ihrer Konkurrenz zu marktfähigen Preisen Zugang zur eigenen …

Artikel lesen
Link to Article