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Das Seitensprungportal Ashley Madison wurde von Hackern angegriffen.  Bild: REUTERS

Hacker-Attacke auf Seitensprungportal Ashley Madison: Über 56'000 Schweizer Fremdgeher müssen um ihr Geheimnis fürchten – darunter 19 Bundesmitarbeiter

Hacker veröffentlichten kürzlich Daten der Fremdgehplattform Ashley Madison. Zürcher Sicherheitsexperten entdeckten in den Daten eine erstaunlich hohe Anzahl Schweizer Mitglieder sowie die Adressen von Bundesangestellten.

19.08.15, 18:03 20.08.15, 08:38
Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Redaktor

Was man als Fremdgeher tunlichst vermeiden möchte, ist erwischt zu werden. Gerade das droht nun den 32 Millionen Nutzer des Seitensprungportals Ashley Madison.

Eine Person oder eine Gruppe mit dem Pseudonym «The Impact Team» hat eine 9,7 Gigabyte grosse Datei mit Userdaten im Darknet veröffentlicht. Darunter sollen sich Namen, sexuelle Vorlieben, Adressen, Kreditkartennummern und die verschlüsselten Passwörter der User befinden.

Sicherheitsexperten der Zürcher Firma Scip haben den Datensatz untersucht und dabei Erstaunliches zu Tage gebracht. 56'362 E-Mail-Adressen enden auf .ch, erklärt Marc Ruef. «Das ist enorm viel. Erst dachten wir, es muss sich um einen Fehler handeln, aber auch ein zweiter Test bestätigte das Ergebnis.» Er merkt an, dass man sich offenbar auch mit einer falschen Adresse auf der Plattform registrieren könnte und kein Verifizierungs-E-Mail benötigt werde. Dass es sich bei allen 56'362 User um Fake-Accounts handle, findet er aber eher unwahrscheinlich.

Fremdgeher beim Bund

Brisanter sind allerdings 19 Adressen, die auf @admin.ch enden. Nur Bundesmitarbeiter verfügen über derartige E-Mail-Adressen. Theoretisch könnte sich auch hier jemand einen Spass erlaubt haben. Ruef zweifelt jedoch daran: «So gelangweilt ist niemand, dass er sich die Mühe macht und 19 Namen und deren E-Mail-Adresse raussucht.» Die konkreten Namen gibt Scip aus Datenschutzgründen nicht bekannt.

Die Hacker bezichtigen Ashley Madison des Betrugs und deshalb veröffentlichten sie nun die Daten.

Neben den zahlreichen E-Mail-Adressen sind in dem veröffentlichten Datensatz auch Teile von Kreditkarten zu finden. Allerdings nur der Typ sowie die letzten vier Ziffern. Dazu kommt jedoch noch die Wohnadresse. Alles in allem, sind das enorm viele Informationen, die sich für Missbrauch und Erpressungen eignen, sagt Ruef.

«Heute morgen waren wir noch unsicher, ob die Daten fake sind, mittlerweile sind wir der Meinung, dass das Ganze ziemlich echt aussieht», so der Sicherheitsexperte.

Für die User von Ashley Madison sind das keine guten Neuigkeiten. Bis sich die ersten Betrüger und Erpresser über die Daten hermachen, bleibt vielleicht noch genug Zeit, um beim Partner zu beichten. Die Betreiberfirma von Ashleymadison.com hat derweil bestätigt, dass das FBI an den Ermittlungen beteiligt sei.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • willey 20.08.2015 08:26
    Highlight Also diese Sicherheitsfirma die die Daten ausgewertet hat, hat die ganze Wohnadresse der User in der Datei, aber um festzustellen wie viele Schweizer sich beim Portal angemeldet haben gehen sie auf das .ch bei der E-Mail Adresse? Und was ist mit schweizer Benutzern die zum Beispiel eine gmail.com Adresse haben?
    7 0 Melden
  • whatsoever 19.08.2015 22:09
    Highlight Einmal Bundesratsweibel, ok...
    3 0 Melden
  • Ramon Pokemon 19.08.2015 21:05
    Highlight Wieso haben diese deppen Hacker nicht den schon geplanten IPO abgewartet. Nacher die Aktie leer verkaufen auf teufel komm raus und dann die Daten ins netzt stellen.
    5 1 Melden
  • Mia_san_mia 19.08.2015 20:23
    Highlight Wow ich dachte kurz ich bin auf Blick.ch 😉
    35 2 Melden
  • Suzan_77 19.08.2015 20:10
    Highlight Herrlich ich liebe solche Stories! Und ich wette, dass alle 19 vom EDA sind 😂
    25 10 Melden
  • Lumpirr01 19.08.2015 19:52
    Highlight Bin nicht ganz so sicher, ob wir da die Zahlen richtig interpretieren. Einige der 56'000 dürften alleine leben, andere haben sich bei dieser Institution zwar angemeldet, haben aber die angebotene Dienstleistung kaum benutzt oder wurden vielleicht im Einverstädnis der Partnerin zur Entspannungs - Massage geschickt. NB: Datenschutz hin oder her, alles, was irgend einmal übers Internet gesendet wurde, kann irgedwann in der Öffentlichkeit auftauchen und verbreitet werden. Das Bewusstsein dieses Umstandes wird von vielen Internetbenutzern leider gerne verdrängt.
    46 2 Melden
  • Gentleman876 19.08.2015 19:50
    Highlight Wieso müssen die Bundesangestellten extra hervorgehoben werden? Das sind auch nur Menschen und das ist ein Anfang von Boulevard Journalismus wie es Blick betreibt!!! Unterstütze ich überhaupt nicht?!!
    78 9 Melden
    • elivi 19.08.2015 20:46
      Highlight Ne aber welcher trottel benutzt seine arbeitsmail für sowas?
      47 3 Melden
    • Lumpirr01 19.08.2015 20:51
      Highlight @elivi: Weil der Trottel zuhause mit seiner Frau eine gemeinsame Emailadresse benutzt........................Na, alles klar.......
      16 14 Melden
    • The Destiny 19.08.2015 21:01
      Highlight @Lumpirr01, Nö, einfach neues e-mailkonto bei anbieter xy einrichten...5 minuten und los gehts.
      22 1 Melden
    • Nick Name 20.08.2015 10:18
      Highlight "(...) Er merkt an, dass man sich offenbar auch mit einer falschen Adresse auf der Plattform registrieren könnte und kein Verifizierungs-E-Mail benötigt werde. (...)"
      Liebe Leute, wenn stimmt, was im Artikel steht, kann sich jede(r) mit einer beliebigen @admin.ch anmelden. Mit anderen Worten: In einem Artikel zuerst den obigen Satz bringen, dann aber trotzdem auf die admin.ch-Adressen eingehen, ist irgendwie nicht so ganz koscher...
      6 2 Melden
  • Dame vom Land 19.08.2015 19:18
    Highlight Wenn das in jeder der 56'000 Beziehungen krachen sollte, resultiert das einen vielseitigen Wirtschaftsaufschwung im Immobilienmarkt, Anwälten wird der Scheitstock kalberen und Möbelgeschäfte werden tonnenweise Nachschub ankarren müssen :-)
    67 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.08.2015 19:30
      Highlight Zumindest wird die Wirtschaft bisschen angekurbelt.
      27 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 19.08.2015 18:24
    Highlight Mir tun ja mehr die Partner der Nutzer leid.
    38 5 Melden
  • birdybird 19.08.2015 18:23
    Highlight Ich habe soeben Tränen gelacht ab der Meldung.... Auch Bundesangestellte! hey, das sind auch nur Menschen mit Bedürfnissen 😂
    54 8 Melden
  • SanchoPanza 19.08.2015 18:12
    Highlight ouh man... wieso gibt man seine Geschäftsadresse bei Onlinediensten ein? Und dann gerade bei so einem 😂
    71 1 Melden
  • Bijouxly 19.08.2015 18:11
    Highlight Das mit dem beichten geschieht ihnen Recht - mir tun aber die ganzen Familien und Betrogenen Leid...
    36 8 Melden

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