Digital

Ist besorgt: Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter Adrian Lobsiger. Bild: KEYSTONE

«Diese Apparate tauschen Daten aus, ohne den Besitzer zu warnen»

12.09.16, 05:16 12.09.16, 11:37

Das Internet der Dinge hält den Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) Adrian Lobsiger auf Trab. In einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» vom Montag sagte er, es gebe in diesem Bereich ein «extremes Manko an Transparenz».

«Diese Apparate verbinden sich permanent untereinander und tauschen Daten aus, ohne den Besitzer zu warnen», sagte Lobsiger, der seit Juni im Amt ist. Die lernfähigen Maschinen legten einen «grossen Datenhunger» an den Tag. Die Anwendungen dürften seiner Meinung nach Daten aber nur dann sammeln und austauschen, wenn die Nutzer dem vorab zugestimmt hätten.

Böse Smartphones?

Der Datenschützer warnt zugleich vor Smartphones, welche «oft ungeahnte Möglichkeiten zum Austausch persönlicher Daten» bergen würden. Auch die mit der Handhabung von Bildern verbundenen Risiken stellten ein immer wichtiger werdendes Problem für seine Behörde dar.

«Die Entwicklungen im Bereich der Biometrie und der Digitalisierung ermöglichen es zum Beispiel, ein Foto einer erwachsenen Person aufgrund eines Bildes aus deren Kindesalters zu finden», erklärt der ehemalige stellvertretende Direktor des Bundesamtes für Polizei (Fedpol).

«Anonymität unmöglich»

Lobsiger weist darauf hin, dass «Millionen von Dokumenten miteinander verglichen werden können», was es einer Person unmöglich mache, ihre Anonymität zu bewahren, selbst wenn sie das wolle.

Bereits bei der Präsentation des Jahresberichts 2015 Ende Juni hatter der Datenschützer angekündigt, sich für die Selbstbestimmung der Anwender einsetzen zu wollen. Wer ein Gerät kaufe oder ein Programm herunterlade, müsse wählen können, wie viel er von sich preisgibt. Alternative Angebote dürften nicht teurer oder mit anderen Schikanen verbunden sein, auch wenn sie nur von einer Minderheit gewünscht würden.

Der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) wird für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt. Administrativ ist er der Bundeskanzlei angeschlossen, doch übt der EDÖB seine Funktion unabhängig und ohne Weisung einer Behörde aus.

(cma/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Sunrise und Swisscom machen das Internet-Abo bald für viele überflüssig

Ausgebimmelt – Wie ein Quartierstreit das Land verändern könnte

«Danke für deine Daten, du Lauch!» Wenn der Facebook-Rückblick ehrlich wäre ...

Ein Klimmzug zuviel: «Rooftopper»-Star filmt, wie er selbst in die Tiefe stürzt

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • John M 12.09.2016 08:10
    Highlight Spätestens dann wenn mir mein Kühlschrank eine SMS schreibt das er meinen Alkoholkonsum bedenklich findet werde ich den Piraten beitreten.
    6 0 Melden
    • Homes8 12.09.2016 10:22
      Highlight Der wird Dir dann, wenn es so weit kommt weder die Kühlschranktüre, noch die Haustüre mehr öffnen.
      5 0 Melden
    • FixFox 17.09.2016 14:52
      Highlight Stimm am nächsten Samstag ja zum neuen Nachrichtengesetz und Du kriegst die Info über den bedenklichen Konsum dann vielleicht schon bald als Einschreiben vom Strassenverkehrsamt. ;-)
      1 0 Melden

Lohnt sich der Umstieg auf den neuen Firefox Quantum? Dieser Speed-Vergleich zeigt es

Schöner, schlanker, schneller: Mit Firefox Quantum hat Mozilla einen verbesserten Browser veröffentlicht. Doch im Duell mit den härtesten Konkurrenten Google Chrome, Mircrosoft Edge und Opera zeigen sich Schwächen – vor allem für Smartphone-Nutzer.

Mozilla gibt sich im Produktkampf mit Google nicht geschlagen: Mit der neuen Firefox-Version 57 namens Quantum haben die Entwickler den Browser deutlich überarbeitet. Websites bauen sich spürbar schneller auf als beim Vorgänger, Bilder und Videos laden flinker. Das Design ist schlank, die Oberfläche leicht zu bedienen. Beim Surfen merkt man kaum mehr einen Unterschied zum direkten Konkurrenten Google Chrome.

Schon seit längerem ringen die beiden Browser um die Nutzergunst, Google lag dabei …

Artikel lesen