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Roboter Dave versteht Sie

Robo, mach mir mal rasch einen Kaffee!

Auf profane Kommandos hin profane Dinge tun: Das versucht ein Forschungsteam der amerikanischen Cornell University einem Roboter beizubringen. Internetnutzer können dabei mithelfen – mit eigenen Befehlen in Alltagssprache. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Roboter leisten heutzutage Erstaunliches. Manche können malen, andere fliegende Gegenstände aus der Luft fangen und wieder andere abgefahrene Musik spielen. Um wirklich alltagstauglich zu sein und Aufgaben wie Kochen oder Aufräumen zu übernehmen, wäre es aber hilfreicher, wenn Roboter die menschliche Sprache verstehen. 

Bricht man jede Handreichung herunter in Einzelbefehle (wie «Bewege jetzt den Arm fünf Zentimeter nach rechts»), funktioniert das schon - alles andere ist allerdings schwierig. Daran, dass Maschinen auf ein einfaches Kommando («Koch Nudeln») hin alle Abläufe selbsttätig ausführen können, arbeitet nun ein Team der Cornell University. Die Kommados sollen unabhängig davon verstanden werden, wer spricht, wie genau das Kommando formuliert wird und in welcher Küche sich der Roboter befindet. 

Im «Robot Learning Lab» der Cornell University im US-Bundesstaat New York arbeiten der Wissenschaftler Ashutosh Saxena und sein Team an einer Art Sprachverständnis für einen Roboter. Erste Eindrücke davon liefert die Projekt-Webseite. In diesem Video bereitet der Roboter ein «Affogato»-Dessert aus Eiscreme und Kaffee zu. Er hat das Grundrezept abgespeichert, muss nicht jeden einzelnen Handgriff gesagt bekommen. Der Roboter nimmt, was in der Küche steht. Besonders schnell ist er dabei freilich nicht. 

Verschiedene Anweisungen, ein Ergebnis 

Die Maschine ist nach Angaben der Universität mit einer 3D-Kamera ausgerüstet, die die Umgebung abtastet und mithilfe einer Software Gegenstände identifiziert. Sie ist so programmiert, dass sie Gegenstände mit deren Funktionen verbindet. Auf den Befehl «Bereite Affogato zu» sucht sie also zum Beispiel nach dem benötigten Eisportionierer und der Kaffeekanne und verwendet diese auch sachgemäss. Im Endeffekt sollen unterschiedlich formulierte Anweisungen wie zum Beispiel «Setz den Topf auf die Herdplatte», «Trage den Topf zum Herd» oder «Setze den Topf auf» zum gleichen Ergebnis führen. 

Nach Angaben des Team klappt das bislang bei 64 Prozent der Experimente - selbst dann, wenn die Umgebung verändert wurde und ein Befehl anders oder unvollständig formuliert wurde. Um den Roboter noch besser zu machen, setzt das Team nun auf die massenhafte Mithilfe der Internetnutzer: Im Bereich «Teach Robot» auf der Projektseite kann man sich mit seiner E-Mail-Adresse registrieren und dann mit eigenen englischen Sprachbefehlen einen Simulator im Nudeln kochen trainieren. 

(abr)



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