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Screenshot: Vimeo

Biokunststoff aus dem 3-D-Drucker

Mit diesem Aufsatz eines Schweizer Tüftlers wird jedes iPhone zum Mikroskop

Ein junger Schweizer hat mit einem 3-D-Drucker einen Kameraaufsatz fürs iPhone entwickelt. Damit lässt sich die Welt von ganz nah betrachten.

Raffael Schuppisser

Ein Artikel der

Das Hässlichste an den Mücken sind die behaarten Beine. Die leicht transparenten Flügel mit den fein verästelten Strukturen hingegen sind sehr schön. Zu diesem Schluss kann nur kommen, wer das Insekt stark vergrössert betrachtet. Für die Vergrösserung nutzt man entweder ein Mikroskop im Labor oder sein iPhone. Denn die Kamera des Apple-Handys lässt sich mit einem speziellen Aufsatz zum Mikroskop aufrüsten.

Der Industriedesigner Sebastian Pfirter aus Liestal BL hat den Mikroskopadapter my-iCros konzipiert. Steckt man diesen Plastikaufsatz auf das Smartphone, kommt eine speziell geschliffene Linse direkt vor der Kameraoptik zu liegen. Damit werden Aufnahmen mit einer bis zu 150-fachen Vergrösserung möglich. «So wird aus einem iPhone ein ultrakompaktes Mikroskop für unterwegs», sagt Sebastian Pfirter.

Den Aufsatz hat er in seiner Werkstatt, der «Designerei», entwickelt und mithilfe eines 3-D-Druckers hergestellt. Als Material wird ein aus Maisstärke bestehender Biokunststoff verwendet.

Um den Mikroskopaufsatz in einer ersten Serie auflegen zu können, sucht Sebastian Pfirter nun über das Crowdfunding-Portal We-Make-It nach Geldgebern. Wer das Projekt mit 12 Franken finanziert, bekommt ein my-iCros nach Hause geschickt. Noch bis Ende Monat lässt sich das Projekt auf diese Weise unterstützen.

Mikroskopfilme mit hippen Filtern 

Der Mikroskopadapter wird bei erfolgreicher Finanzierung in drei Versionen gefertigt: Fürs iPhone 4 und 4s, fürs iPhone 5 und 5s sowie fürs iPhone 5c. Später möchte Sebastian Pfirter den Aufsatz auch über Online-Stores an den Kunden bringen. Gespräche mit möglichen Vertriebspartnern seien bereits in Gang.

Lediglich vier Gramm wiegt der Aufsatz, den man mit einem einzigen Handgriff über das iPhone stülpen kann. Den grössten Vorteil sieht Pfirter darin, «dass das Bildmaterial unmittelbar in digitaler Form verfügbar ist». Hat man eine Ameise mit 150-facher Vergrösserung fotografiert, kann man sie unmittelbar über soziale Netzwerke teilen oder per Mail verschicken. Das «Mikroskop» lässt sich aus allen Foto-Apps verwenden, sodass man auch hippe Filter über die Vergrösserungen legen kann. Und selbstverständlich kann man damit auch filmen.

Die Verwendung ist vielfältig: Elektronikbastler können das Gadget nutzen, um Leiterplatten auf defekte Lötstellen zu untersuchen. Hobbyzoologen dient es bei Insektenstudien. Wir freuen uns auf jeden Fall bereits auf das erste Youtube-Filmchen unter Verwendung des my-iCros mit dem Titel «Invasion der Killerameisen».



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