Donald Trump

Der Fall der Keystone-XL-Pipeline oder wie aus «America first» «Russia first» wurde

07.03.17, 20:29

«America first!» – Donald Trump wird nicht müde, es zu erwähnen. Und tatsächlich: Als eine seiner ersten Amtshandlungen unterzeichnete er ein Dekret, welches vorschreibt, dass zukünftige Ölpipelines in den USA nur noch mit amerikanischem Stahl gebaut werden sollen.

Gleichzeitig unterzeichnete Trump ein Dekret, das die Wiederaufnahme der Bauarbeiten an der umstrittenen Keystone-XL-Pipeline ermöglichte. Noch vor wenigen Tagen bekräftigte er an der Conservative Political Action Conference (CPAC), dass auch dafür amerikanischen Stahl verwendet werden müsse – «or we’re not building one».

«We have authorized the construction, one day, of the Keystone and Dakota Access pipelines.  (Applause.)  And issued a new rule.  This took place while I was getting ready to sign.  I said, who makes the pipes for the pipeline?  Well, sir, it comes from all over the world, isn't that wonderful?  I said, nope, it comes from the United States or we're not building one.  (Applause.)  American steel.   If they want a pipeline in the United States, they're going to use pipe that's made in the United States, do we agree?»

quelle: whitehouse.gov

Trump-Sprecherin Sarah Huckabee Sanders  Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Letzten Freitag kam nun die Kehrtwende. Sarah Huckabee Sanders verkündete, dass das Keystone-XL-Projekt als eine sich im Bau befindende Pipeline gelte und deshalb vom US-Stahl-Dekret ausgenommen sei. Ausserdem seien die Ressourcen für dieses Projekt bereits besorgt.

Laut Recherchen der kanadischen Onlineplattform «Desmog» kommt dank dieses politischen U-Turns nun ein Ableger des Pipeline-Herstellers Evraz zum Handkuss. Dieser lässt die Röhren in Kanada herstellen und lagert sie nun in North Dakota. Die eigentliche Brisanz liegt aber in den Besitzverhältnissen von Evraz.

Pipeline-Lager für Keystone XL Bild: TERRAY SYLVESTER/REUTERS

Evraz ist russlands grösster Stahlkonzern und gehört zu 31 Prozent Chelsea-Besitzer Roman Abramovich. Abramovich gilt als früher Förderer von Putins politischer Karriere und bis heute als ein enger Vertrauter des russischen Präsidenten. So beschenkte er den russischen Machthaber unter anderem mit einer Yacht.

Auch zu Donald Trump hat Abramovich einen Draht. Trump-Tochter Ivanka ist befreundet mit einer gewissen Darja Alexandrowna Schukowa – Abramovichs Ehefrau. Die beiden sind schon mehrere Male zusammen gesichtet worden. Unter anderem soll Schukowa auch zur Vereidigung eingeladen worden sein.

Interessanterweise spendete Schukowa im Wahlkampf 2016 2700 Dollar für Hillary Clinton und über 30'000 Dollar den Demokraten.

Ivanka Trump (l) und Darja Schukowa (2.v.r) an den US-Open. Dass Rupert Murdochs ehemalige Frau Wendy Deng (hinter Trump) eine Geliebte von Putin sei, gehört ins Reich der unbestätigten Gerüchte. Murdoch liess sich von Deng scheiden, weil sie ein Verhältnis mit ... Tony Blair gehabt haben soll.

Seit der Amtseinführung von Donald Trump wird immer wieder über seine Verbindungen zu Russland gerätselt.

Sowohl das FBI, wie auch die CIA gehen davon aus, dass russische Hacker Trumps Wahlkampfgegnerin Clinton gezielt schädigten. Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn musste wegen unerlaubter Gespräche mit einem russischen Diplomaten vor den Wahlen bereits seinen Hut nehmen. Justizminister Jeff Sessions steht ebenfalls unter Beschuss, weil er unter Eid geleugnet hatte, sich mit russischen Diplomaten ausgetauscht zu haben.

(tog)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • gummibaum 08.03.2017 12:16
    Highlight Verschwörungstheorie.

    reuters 30.1.17:

    Since the materials were already purchased for Keystone, Trump's move to revive the project should not result in new large steel orders.

    The profits for manufacturing that steel were booked by companies with corporate headquarters in Russia, India and Italy.

    1/2
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  • gummibaum 08.03.2017 12:15
    Highlight 2/2

    Steel manufacturers and analysts said that TransCanada's stringent requirements for the pipeline, including thickness and pressure requirements, already keeps most U.S.-based steelmakers out, given current forging and manufacturing processes.

    Foreign-owned steelmakers with U.S. operations, such as India's Welspun and JSW as well as Russia's Evraz, are best able to produce the pipe.

    http://www.reuters.com/article/us-usa-trump-pipeline-transcanada-idUSKBN15E22M
    0 0 Melden
  • rodolofo 08.03.2017 07:04
    Highlight Die jeweiligen Oligarchen des International vernetzten Geldadels hetzen als Nationalistische Rattenfänger die Leute mit den jeweiligen Kulturen gegeneinander auf, damit diese sich nicht organisieren, sich gegenseitig zerfleischen und der Geldadel weiterhin ungestört seinen zwielichtigen und lukrativen Geschäften nachgehen kann, mit maximalen Profiten und mit maximalen Folgekosten für die Allgemeinheit und für die Umwelt.
    Waffenhandel, Drogenhandel, Handel mit Rohstoffen, Handel mit Halbfertigprodukten, Spekulation, usw.
    Alles, was zu einer richtig "Ehrenwerten Gesellschaft" (Mafia) gehört...
    5 2 Melden
    • rodolofo 08.03.2017 08:10
      Highlight Da fällt mir gerade auf, dass ich das Geschäftsfeld Prostitution noch gar nicht genannt habe!
      Prostitution und Porno-Industrie gehören eigentlichen Lieblings-Kerngeschäft des Organisierten Verbrechens, das sie zusammen mit den (Ultra-Liberalen) Investoren des Globalen Geldadel betreiben.
      1 1 Melden
  • Dirk Leinher 08.03.2017 04:54
    Highlight Wie immer etwas hastig reagiert. Statt zuerst die bereits bestehenden Verträge kennen zu lernen einfach mal rauszuposaunen.
    Wobei der Gedanke sympathisch ist, dass die Wertschöpfung des Pipelinebaus in den USA bleiben sollte.
    1 2 Melden
  • ThomasHiller 08.03.2017 00:11
    Highlight Ich würde ja möglichst viel Stahl im Ausland kaufen lassen, so lange der noch bezahlbar ist. Glücklich kann sich die Nation schätzen, die noch welchen hat, wenn Rohstoffe knapp werden.

    Aber soweit denkt Trump wohl nicht...
    10 1 Melden
  • Steimolo 07.03.2017 22:01
    Highlight Dieses lächerliche russland wahl beeinflussungs dingsbums ist schon lange nicht mehr glaubwürdig. Das wird ohne beweise künstlich aufrecht erhalten.
    19 92 Melden
    • toobitz 07.03.2017 22:44
      Highlight Liebe Putin-Trolle: hört bitte endlich auf, uns fürs dumm verkaufen zu wollen. Putin hatte sowohl die Mittel wie auch die Motivation, die US-Amerikanischen Wahlen zu beeinflussen. Er wäre blöd, hätte er es nicht zumindest versucht. Und Putin ist nun wirklich vieles, aber eines ist er nicht: blöd.
      71 10 Melden
    • Steimolo 07.03.2017 23:30
      Highlight Und wikileaks ist ein trump instrument und j.assange ein russischer spion. Nichts begriffen 😂
      6 24 Melden
    • bokl 07.03.2017 23:54
      Highlight Wenn nur Mittel, Motivation und "nicht blöd" sein die Kriterien sind, dann wurde die Wahl von vielen Individuen beinflusst.
      Und wo so viel Geld im Spiel ist und so viel Macht auf dem Spiel steht wie im US-Wahlkampf, mischen viele Player mit.
      Aber solange keine Beweise vorliegen, sind m. M. diejenigen die Trolle, die behaupten zu wissen, wer sich in unerlaubter Weise eingemischt hat.
      9 23 Melden
    • ujay 08.03.2017 03:00
      Highlight Es scheint eher so,dass du schwer von Begriff bist😎
      3 2 Melden
  • Rim 07.03.2017 21:34
    Highlight Tja, auch das ist amüsant: Ivanka Trumps (der Lieeebling von D.T) Freundin, ist (ebenfalls) Tochter eines Oligarchen. Eines russischen Oligarchen. Und damit erklärt sich auch, weshalb der Stahl nun eben aus Russland geliefert wird. Beide Oligarchentöcher sind nicht besonders "smart", halten sich - wie die Väter - aber dafür. Tja. Die Rostbeltschafe wird das nicht erschüttern. Endlich ist da ja einer, der sich für "sie" einsetzt;-) Er spricht, sieht aus und isst wie sie. Wenn er sie dann"verarscht" ist er ja auch wie "sie". (Funktioniert wie bei den Blochers) Aber das weiss inzwischen jeder;-)
    59 8 Melden
  • o.o 07.03.2017 21:13
    Highlight Löpfe - vom Transatlantiker zum Antiamerikaner in einem Tag.
    15 100 Melden
  • _kokolorix 07.03.2017 21:00
    Highlight Echt jetzt, 2700$ für Hillary Clinton. Das muss deren Wahlchancen ja enorm verbessert haben...
    Und wieviel hat sie Trump gespendet? Ach ja, richtig, das ist wie die Steuererklärung für die Öffentlichkeit völlig uninteressant...
    59 9 Melden
  • Radiochopf 07.03.2017 20:56
    Highlight Die Pipeline wurde unter Obama gestartet und hat daher wenig mit Trump zu tun, aber diesen Fakt scheint man gerne auszublenden bei dieser Pipeline .. zuerst behaupten das Frau Schukowa und Ivanka beste Freundinnen sind um dann doch noch schreiben zu müssen, dass Frau Schukowa Hillary Geld gespendet hat.. schon hart wenn man sich im Artikel wiedersprechen muss... bist jetzt hat Trump noch gar nichts von grosser Putin/Russlands-Liebe gezeigt oder kann mir jemand konkrete Beispiele bringen?
    25 106 Melden
    • purpletrain 07.03.2017 21:41
      Highlight Den Fakt das Obama den Bau dieser Pipeline wiederholt verhindert/verzögert hat scheinen Sie auch gerne auszublenden...
      94 5 Melden
    • Soli Dar 07.03.2017 21:51
      Highlight Im Gegenteil, Trump lässt Putin kalt abblitzen.
      4 34 Melden
    • xlt 07.03.2017 21:58
      Highlight Eingreifen in den Wahlkampf zu seinen Gunsten und verbotene Kontakte zu seinem Team (und ggf. auch zu ihm selber).
      19 2 Melden
    • toobitz 07.03.2017 22:19
      Highlight Schon schön, wenn man als Putin-Troll einfach Fakten ignorieren kann, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Obama gegen den Bau dieser Pipeline war. Aber ich verstehe natürlich, dass es für einen treuen Russia Today Fan etwas ungewohnt ist, wenn Medien Fakten berichten, die sich bei oberflächlicher Betrachtung widersprechen mögen. Es gibt allerdings ein probates Mittel dagegen: Hirn ein- und Fernsteuerung ausschalten. Probieren Sie es doch mal!
      53 10 Melden
    • roger.schmid 08.03.2017 01:55
      Highlight @Kremlradio: Nur mal die offensichtlichsten Beispiele:

      - bei praktisch jeder politischen Position hat sich Trump einmal um 180 Grad gewendet. Laufend wiederspricht sich der Vogel selbst und fährt fast jedem an den Karren. Grosse Ausnahme: Vladimir Putin. Da gibt's nie ein kritisches Wort zu hören.
      - fast sein gesamtes Kabinett hat irgendwelche dubiosen Verbindungen zu Russland. 3 seiner Männer mussten sogar bereits zurücktreten deswegen. Der Aussenminister Rex Tillerson ist ein grosser Putin Freund mit sehr guten Beziehungen ($) zu Russland.

      8 0 Melden
  • zombie woof 07.03.2017 20:44
    Highlight Ein Haufen korrupter Drecksäcke
    86 10 Melden
    • AJACIED 07.03.2017 22:23
      Highlight Mein lieber Zombie!! Die ganze Welt ist korrupt. Merke dir das!
      11 25 Melden
    • mrmikech 07.03.2017 23:00
      Highlight @ajacied: Und? Was willst damit sagen? Das korruption ok ist? Das wir wegschauen müssen? Nicht darüber reden sollen?
      21 1 Melden

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