Drogen

US-Moderatorin outet sich On Air.

«Scheiss drauf – ich kündige» 

Vor laufender Kamera hat eine TV-Moderatorin in Alaska ihren Job geschmissen. Der Grund? Die miese Drogenpolitik der Regierung – und ihre Berufung als Chefin des Alaska Cannabis Club. 

22.09.14, 18:11 23.09.14, 09:23

Ein Artikel von

YouTube/Sonny Black

Am Sonntagabend gegen 22 Uhr kam es beim Sender KTVA in Anchorage zu einem kleinen Skandal. Moderatorin Charlo Greene benutzte das böse F-Wort – vor laufender Kamera, gekoppelt mit einer Live-Kündigung.

Gerade war eine Reportage mit dem Titel «Für einen einfacheren Zugang» zu Ende gegangen. Es ging um die Legalisierung von Marihuana für medizinische Zwecke. Und um eine Organisation, die sich dies auf die Fahnen geschrieben hat. 

«All das, was Sie gerade gehört haben, ist der Grund dafür, dass ich –die Eigentümerin des Alaska Cannabis Club – all meine Energie darauf verwenden werde, für Freiheit und Fairness zu kämpfen», sprach Greene in die Kamera. Der erste Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung dieser hehren Ziele könne nur die Legalisierung von Cannabis im 49. Bundesstaat der USA sein. 

«Und was diesen Job hier betrifft», so Greene lässig über ihre Fernseharbeit, «nun, nicht, dass ich eine Wahl hätte, aber – fuck it, ich kündige.» Dann zuckte sie noch einmal charmant mit den Schultern und ging davon. 

Sichtlich überfordert wirkte ihre Kollegin, die sich für den verbalen Ausrutscher der Moderatorin entschuldigte und nicht so recht wusste, wie es weitergehen sollte im Programm. Später hiess es von Seiten des Senders via Twitter: «Sehr geehrte Zuschauer, wir entschuldigen uns für die unangebrachte Redeweise einer unserer KTVA-Reporterinnen am heutigen Abend. Der Angestellten wurde fristlos gekündigt.» 

Der Alaska Cannabis Club nennt sich selbst «Alaskas einzige legale Marihuana-Bezugsquelle» und vermittelt Kontakte zwischen Menschen, die Cannabis aus medizinischen Gründen konsumieren, und Produzenten der Droge. 

Greene blieb nach ihrer publikumswirksamen Kündigung nicht untätig: Sie rief eine Crowdfunding-Kampagne für die Legalisierung von Cannabis in Alaska ins Leben: Schon 5000 Dollar würden helfen, die Wähler des Landes besser zu informieren, heisst es auf der Website: «Als Teil der Medien habe ich die schmutzigen Kampagnentricks und Lügen gesehen, die Prohibitionisten in den vergangenen Monaten genutzt haben, um Wähler in Alaska zu beeinflussen», schimpft Greene. «Das Schlimme ist: Es funktioniert.» Umfragen zeigten, dass die Mehrheit der Alaskaner, die noch Anfang des Jahres für die Legalisierung gewesen seien, jetzt ein Verbot befürworteten. 

Im US-Bundesstaat Colorado darf seit Januar 2014 Marihuana für medizinische Zwecke und privaten Gebrauch legal verkauft werden, im Bundesstaat Washington ist dies seit dem 8. Juli möglich. Am 4. November soll in Alaska über eine Legalisierung abgestimmt werden. 

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