EU
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epa04380874 A picture made available on 02 September 2014 shows refugees being transferred to Italia Navy's frigate 'Euro' within the scope of Mare Nostrum operation in the Southern Mediterranean Sea, 30 August 2014. So far this year, more than 100,000 migrants have landed on Italian shores. Rome authorities have launched a maritime search-and-rescue operation to prevent deaths at sea, but they say they cannot continue funding it on their own.  EPA/GIUSEPPE LAMI

Flüchtlinge werden im Rahmen der Mission «Mare Nostrum» von der italienischen Fregatte «Euro» aufgenommen (Mai 2014). Bild: EPA/ANSA

EU-Flüchtlingspolitik

760 Euro für ein Menschenleben 

Italien stellte sein Flüchtlingsprogramm Mare Nostrum mangels Finanzen ein. Frontex, die von der EU getragene Nachfolgemission muss mit noch weniger Geld auskommen. Dabei könnte man das Budget locker stemmen, wenn man nur den monatlichen «EU-Wanderzirkus» beenden würde .

urs p. gasche / infosperber

Das EU-Parlament veranstaltet jeden Monat einen «Wanderzirkus» von Brüssel nach Strassburg, um dort eine Woche zu tagen. Die Kosten dafür würden reichen, um die Rettungsaktion «Mare Nostrum» weiter zu führen. Dank dieser wurden im letzten Jahr 150'000 Flüchtlinge vor dem Kentern und Ertrinken in Sicherheit gebracht. Doch Italien wollte die Kosten dafür nicht mehr allein tragen und die EU nicht einspringen. «Mare Nostrum» wurde eingestellt.

Frontex

Bild: Screenshot ARD

Die EU zahlt jetzt nur noch einen Grenzschutz vor den italienischen Küsten, der noch einen Bruchteil von «Mare Nostrum» kostet. Kaum ein Aufschrei unter Politikern. Deshalb hat der «Anstalt»-Satyriker Claus von Wagner im ZDF vorgerechnet, dass 760 Euro für einen geretteten Flüchtling der EU zu teuer sind. «Mare Nostrum» kostete Italien im letzten Jahr 114 Millionen Euro. 

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youtube/tom schlessinger

Das ist etwa der Betrag, den die monatlichen Reisen des EU-Parlaments mit einem Tross von rund 4000 Personen nach Strassburg und zurück nach Brüssel jedes Jahr kosten.



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In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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