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Immer mehr Menschen werden den Sprung über das Mittelmeer wagen.  Bild: EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers

2015 werden 500'000 Bootsflüchtlinge in Europa erwartet – 2010 waren es noch 10'000

Auf ihrer gefährlichen Überfahrt nach Europa geraten Zehntausende Migranten in Seenot, Tausende sterben. Woher kommen die Flüchtlinge? Welche Routen nehmen sie? Die wichtigsten Fakten.

21.04.15, 07:49 21.04.15, 08:27

Anna reimann / spiegel online

Ein Artikel von

Auf der anderen Seite des Wassers wartet das bessere Leben. Das glauben Zehntausende Flüchtlinge. Sie machen sich auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer. Es werden immer mehr. In den vergangenen Jahren sind die Zahlen der Boat-People rasant angestiegen – auch wegen des Kriegs in Syrien.

Wie haben sich die Flüchtlingszahlen entwickelt? 

2010 noch kamen nur rund 10'000 Menschen über das Mittelmeer, 2011 auf dem Höhepunkt des Arabischen Frühlings waren es dann rund 70'000. 2012 kamen hingegen nur rund 22'000 Boat-People nach Europa, 2013 waren es 60'000.

Diese Zahl hat sich 2014 jedoch mehr als verdreifacht: Mehr als 218'000 Flüchtlinge kamen im vergangenen Jahr über das Mittelmeer. Und es werden vermutlich mehr: Die EU-Grenzschutzagentur Frontex rechnet für 2015 mit 500'000 bis zu einer Million Menschen. Auch Innenminister Thomas de Maizière sagte am Montag, in Libyen warteten rund eine Million Flüchtlinge auf die Überfahrt in die EU.

Karte mit den grössten Flüchtlingsrouten über das Mittelmeer. bild: frontex

Woher kommen die Flüchtlinge?

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, die 2014 über das Mittelmeer nach Europa kamen, stammen laut UNO aus Syrien und Eritrea. Die Herkunftsländer der Migranten unterscheiden sich aber je nach Route. Die EU-Grenzschützer von Frontex fassen die Flüchtlingsströme über das Mittelmeer in fünf Routen zusammen – drei grosse und zwei kleinere.

Welche Routen gibt es?

Wie viele Menschen starben?

218'000 Flüchtlinge sind im Jahr 2014 über das Mittelmeer gekommen, 3500 laut UNO auf der Flucht ertrunken. Das ist weit mehr als jeder Hundertste. Im Jahr 2015 sind nach neuesten UNO-Zahlen 35'000 Flüchtlinge aus Nordafrika gekommen. Es sieht so aus, als seien bisher 1600 ertrunken, also fast jeder 50. Schon vor dem neuen grossen Unglück mit wohl 700 Toten hat sich in den ersten Wintermonaten 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Zahl der Toten verdreissigfacht.

Flüchtlingsdrama vor Rhodos

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    Alle Leser-Kommentare
  • Frau Bissig 21.04.2015 10:23
    Highlight Ich war froh,als ich heute Morgen im Radio,in den New's,hörte,dass Verantwortliche in Italien gegen " Schlepper/Banden " in's Gericht gehen wollen. ( hätten sie schon früher tun sollen-aber vorher waren auch nie soviele Menschen auf den Booten...). (-Heisst aber nicht,dass man nicht vorher schon hätte handeln können ).
    6 1 Melden
    • saukaibli 21.04.2015 13:10
      Highlight Und was macht dich froh wenn "Verantwortliche" ein Statement abgeben das alle hören wollen, aber kein Wort darüber wie man es erreichen soll? Bevor die irgendwas getan haben ist es nur Blabla, sonst nichts. Schliesslich sind es die gleiche "Verantwortlichen" die mitschuldig sind, dass so viele Menschen nach Europa flüchten wollen. Unfaire Handelsbeziehungen, Unterstützung korrupter Regierungen, Export von Giftmüll nach Afrika der die Gewässer verschmutzt, industrielle Fischerei die die Lebensgrundlage Zigtausender zerstört. Ja, das sind die selben "Verantwortlichen".
      2 1 Melden
  • rothi 21.04.2015 09:19
    Highlight Hier mal was zum drüber nachdenken: x3: Lieber Afrikaner (directors cut):
    8 0 Melden
    • Don Huber 21.04.2015 09:36
      Highlight Krass :-( Da wird einen schlecht.
      5 2 Melden
  • rothi 21.04.2015 09:11
    Highlight "Die EU-Grenzschutzagentur Frontex..." - Agentur! Mir kommt gleich das Kotzen.
    7 4 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 21.04.2015 08:56
    Highlight Manchmal frage ich mich schon, wieso die Menschheit sich selber sich immer noch nicht als eine Spezies sieht, die sich Gegenseitig hilft, sondern wir brauchen Länder und Grenzen, damit die Reichen von den Armen nicht gestört werden. Und wenn ganz viele Arme sterben, dann interessiert es uns Reichen periphär ein bisschen... bis wir realisieren, dass unser Reichtum auf dem Rücken der Armen entstanden ist und wir uns schuldig machen, weil wir ihn nicht teilen.
    11 8 Melden
  • Roger Gruber 21.04.2015 08:52
    Highlight Einmal mehr: die wichtigste aller Fragen wird nicht gestellt. Die Frage nach dem "Warum". Warum gibt es aktuell mehr Flüchtlinge als je zuvor? Watson, wenn ihr euch vom Mainstream abheben möchtet, geht doch einmal dieser Frage nach! Kleiner Gratis-Tipp, in welche Richtung man recherchieren könnte: schaut euch die Länder an, aus welchen die Flüchtlinge kommen. Und dann schaut mal, wieviele Flüchtlinge von dort zu uns kamen, bevor die USA, NATO und EU dort Frieden und Demokratie verbreitet haben. Und wieviele seither.
    19 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.04.2015 09:33
      Highlight Die Frage nach dem warum wird sehr wohl gestellt, respektive wurde gestellt, vgl. die Berichterstattung in den ersten zwei Jahren des Syrienkriegs. Und klar ist auch, dass etwa in Libyen und Somalia erhebliche Flüchtlingsprobleme durch westliches Eingreifen verschlimmert oder gar verursacht wurden. Allerdings greift diese Theorie zu kurz, was ist mit Syrien, was mit Eritrea, aus denen sehr viele Flüchtlinge kommen? Klar hat die USA den Irak destabilisiert und damit ein günstiges Klima für ISIS verursacht, trotzdem ist es zu einfach immer dem Westen den schwarzen Peter zuzuschieben.
      6 5 Melden
    • poga 21.04.2015 10:00
      Highlight Ich frage mich warum die Schweiz nicht einfach 100000 aufnimmt diese mit dem Schutzstatus versieht und im Falle einer Verbesserung konsequent wieder zurück schickt. Das grosse Problem ist nicht das man nicht helfen würde. Das Problem ist das man diese Leute am Schluss nicht mehr los wird. Darum wollen viele Schweizer keine Flüchtlinge mehr. Man müsste meiner nach auch mal schauen ob es nicht 100000 gäbe die man zurücksenden könnte um "Platz"zu schaffen. Solange die einen alle hier behalten und die anderen möglichst keinen wollen und dieses Fünfer wegli soielchen immer weiter spielen wird sich nichts ändern.
      11 2 Melden
    • Roger Gruber 21.04.2015 10:30
      Highlight Max Klee, die Kurzfassung von deinem Post: der Westen ist zwar Schuld. Aber man sollte den Westen trotzdem nicht veratwortlich machen.. Äehmm... Im Ernst?
      3 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.04.2015 10:57
      Highlight poga ... hast du dazu bitte irgendwelchen Zahlen? Vielleicht eine Statistik vom Bundesamt oder so? Ich habe direkt mal bei Amnesty angefragt. Kann aber üblicherweise dauern bis die antworten.
      0 3 Melden
    • poga 21.04.2015 11:23
      Highlight @Rhabarber Zahlen habe ich keine. Ich gehe einmal davon aus du meinst die100000 die ich gerne schicken würde um Platz zu machen. Damit wollte ich eher ausdrücken, dass solange gewisse Kreise Gründe sichen jeden nur möglichen Asylanten hier zu behalten wir in einen Status Quo fallen. Und rs immer schwieriger wird noch mehr Leuten zu helfen. Ich fenke zum Beispiel an Wirtschaftsflüchtlinge aus dem Kosovo oder ähnliches. Wir sollten damit beginnen Prioritäten zu setzen.
      5 0 Melden
    • poga 21.04.2015 11:24
      Highlight By the way. Ich glaube nicht das AI ansatzweise Korrekte Zahlen liefern möchte. Bitte mit Vorsicht geniesden
      3 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.04.2015 12:24
      Highlight Die Zahlen, die AI verwendet, stammen jeweils von den verschiedenen Behörden der Länder. Die sind sicher zuverlässiger als irgendwelche "Schätzungen von Rechts".
      1 2 Melden
    • poga 21.04.2015 12:30
      Highlight Also wenn Sie AI fragen wieviele Asylanten die Schweiz verlassen könnten ist die Antwort wahrscheinlich 0.
      1 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.04.2015 12:55
      Highlight Ich suche aber kein "Könnten" sondern Zahlen darüber, wie viele bereits gegangen sind, nachdem es in ihren Ländern nicht mehr lebensgefährlich war. Also FAKTEN!
      1 1 Melden
    • poga 21.04.2015 13:15
      Highlight Könnten sie diese hier posten wenn sie diese haben? Sie nähmen mich auch wunder.
      0 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.04.2015 14:18
      Highlight Wenn ich welche auftreiben kann, werde ich das mit Sicherheit tun. Versprochen :-)
      1 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.04.2015 08:37
    Highlight Um zu verstehen, weshalb ein möglicher Tod im Mittelmeer nicht abschreckt, muss man sich über die Lage der Eritreer auf dem Sinai informieren: http://www.hrw.org/de/news/2014/02/11/aegyptensudan-folter-durch-menschenhaendler

    Diese Menschen haben schlicht keine Option. Ihnen den Flüchtlingsstatus abzusprechen grenzt an orwellsches Neusprech.
    7 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.04.2015 10:58
      Highlight Das grenzt NICHT an orwellsches Neusprech.
      Es IST orwellsches Neusprech!
      Der Autor hat sich nur in der Jahreszahl geirrt. Der Rest passt.
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