Eishockey
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The puck bounces off the goal post on an empty net shot by Team USA late in the third period against Canada in their women's ice hockey gold medal game at the 2014 Sochi Winter Olympic Games, February 20, 2014.  REUTERS/Jim Young (RUSSIA  - Tags: SPORT OLYMPICS SPORT ICE HOCKEY)

Pfosten statt Tor – Silber statt Gold

Millimeter-Entscheidung: Die unglaubliche Tragödie hinter diesem Pfostentreffer

Die US-Frauen hatten Eishockey-Gold praktisch sicher. Der Puck war unterwegs ins leere Tor. Doch er prallte an den Pfosten – und im Gegenzug fiel der Ausgleich. Das sind die wohl dramatischsten 30 Sekunden von Sotschi.

21.02.14, 09:13

Kanadas Eishockeyfrauen sind zum vierten Mal in Serie Olympiasiegerinnen. Doch so dramatisch kam der Erfolg wohl noch nie zustande. Erst in der 57. Minute konnten die Ahornblätter-Girls gegen die USA auf 1:2 verkürzen. Kanada ersetzte rund 90 Sekunden vor dem Ende die Torhüterin durch eine sechste Feldspielerin. Doch statt dem Ausgleich schien das 1:3 zu fallen. Kelli Stack hatte einen Befreiungsschlag in Richtung Kanada-Tor befördert. Aber die Scheibe kam einen hauch zu weit links aufs Tor, prallte im falschen Winkel auf den Pfosten und spickte zurück ins Spielfeld:

Pfosten statt Tor. Die Entscheidung fällt nicht. GIF: imgur.com

Doch es lohnt sich einen zweiten Blick auf die Szene zu werfen. Denn Stacks Befreiungsschlag wurde erst durch eine Schiedsrichterin ermöglicht, welche der Kanadierin Catherine Ward den Weg versperrte – wieso auch immer. Nur so kam die Amerikanerin überhaupt zu ihrem Empty-Netter-Versuch: 

Hier behindert die Schiedsrichterin Kanadas Catherine Ward am Scheibenbesitz. Video: Youtube/Jack Rahilly

Da hatten die Amerikaner noch Freude

So gesehen, war der Pfostenschuss nur gerecht. Und die Schützin Stack selbst hatte angeblich eh schon längst bemerkt, dass der Puck ans Gehäuse prallen wird: «Aus meinem Winkel konnte ich sehen, dass die Scheibe an den Pfosten geht.»

Nicht so dramatisch, dachten auch diese amerikanischen Fans auf der Tribüne, welche die Szene so sahen:

Der verpasste Empty-Netter aus Sicht von amerikanischen Fans. Video: Youtube/chezyt

Die Wende: 30 Sekunden später ist alles anders

Es sei an dieser Stelle gesagt: Schade, liessen die Jungs das Video nicht weiterlaufen. Und auch wenn sie es taten, ins Internet haben sie es (logischerweise) nicht geladen. Denn keine 30 Sekunden nach dieser Szene kommt es zum Gegenangriff. US-Torfrau Jessie Vetter unterläuft ein Fehler und Marie-Philip Poulin trifft 54 Sekunden vor der Schlusssirene zum 2:2. Gold ist für die USA wieder in die Ferne gerückt, die Verlängerung muss her.

Und dort fiel bekanntlich der Siegtreffer für Kanada. Wieder war es Poulin, die traf. Und die kanadischen Kommentatoren von Sportsnet flippten vor Freude komplett aus:

Die kanadischen Kommentatoren erleben das Tor zum Goldgewinn ihrer Eishockey-Frauen. Video: Youtube/Sportsnetcanada

Finde die Unterschiede!

Weil es in einem Final immer Sieger und Verlierer geben muss, sahen wir am Ende diese zwei Momente, welche auf den ersten Blick genau gleich aussehen. Oder finden Sie einen Unterschied? Kleiner Tipp: Die Roten haben soeben Olympia-Gold gewonnen.

Team USA's captain Meghan Duggan (C) reacts with some of her teammates after they were defeated by Canada in overtime in the women's gold medal ice hockey game at the 2014 Sochi Winter Olympics, February 20, 2014. REUTERS/Gary Hershorn (RUSSIA  - Tags: SPORT ICE HOCKEY OLYMPICS)

Die amerikanischen Verliererinnen. Bild: Keystone

SOCHI, RUSSIA - FEBRUARY 20:  Gold medalists Caroline Oullette #13, Melodie Daoust #15, Jayna Hefford #16 and Catherine Ward #18 of Canada celebrate during the medal ceremony of the Ice Hockey Women's Gold Medal Game on day 13 of the Sochi 2014 Winter Olympics at Bolshoy Ice Dome on February 20, 2014 in Sochi, Russia.  (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

Die kanadischen Siegerinnen. Bild: Getty Images Europe



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • mpo 21.02.2014 10:03
    Highlight Da hätten die Amerikanerinnen wohl besser eine Curlerin ins Team genommen, die mit Besen den Puck gekonnt ins Ziel hätte wischen können.
    2 0 Melden

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