Eishockey
Team Switzerland celebrates their 4-3 win over Sweden in the women's bronze medal ice hockey game at the 2014 Winter Olympics, Thursday, Feb. 20, 2014, in Sochi, Russia. (AP Photo/Petr David Josek)

Aufholjagd mit Happy-End

Schweizer Hockey-Girls schaffen die grosse Wende und holen Bronze

Die Schweizer Eishockeyanerinnen gewinnen die Bronzemedaille. Das Team von René Kammerer holt gegen Schweden im Spiel um Rang 3 ein 0:2 auf und siegt 4:3.

20.02.14, 15:51 20.02.14, 17:01

Die Schweiz ist nach Kanada, den USA, Schweden und Finnland erst die fünfte Nation bei den Frauen, die bei Olympischen Spielen eine Medaille im Eishockey gewinnt. Nach 40 Minuten hatte allerdings wenig darauf hingedeutet, lagen doch die Eidgenossinnen noch 0:2 zurück. 

Charaktertest im letzten Drittel

Doch die junge Charakter. Bereits in der 42. Minute gelingt Sara Benz der Anschlusstreffer, begünstigt durch ein dilettantisches Abwehrverhalten der Schwedinnen. Fünf Minuten später geicht Phoebe Staenz im Powerplay nach einem Abpraller aus, ehe Jessica Lutz in der 54. Minute gar das 3:2 gelingt. 

Als die erste 15-jährige Alina Müller 67 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss ins leere Tor gar auf 4:2 erhöht, scheint die Partie gelaufen zu sein. Aber die Skandinavierinnen machen es 23 Sekunden später mit dem 3:4 nochmals spannend.

Nach 28 Sekunden im dritten Drittel haut Sara Benz die Scheibe aus kurzer Distanz in den Winkel – nur noch 1:2! GIF: SRF

Phoebe Staenz erzielt den Ausgleich zum 2:2. GIF: SRF

Das 3:2 durch Jessica Lutz. Damit ist die Aufholjagd perfekt! GIF: SRF

Die Jüngste macht alles klar. Die 15-jährige Alina Müller trifft zum 4:2.  GIF: SRF

Ein Steigerungslauf der Extraklasse

Zu Beginn der Partie hatte es so ausgesehen, als würde die Aussicht auf Bronze die Schweizerinnen lähmen. Sie brachten im ersten Drittel kaum ein Bein vors andere, was das Schussverhältnis von 1:10 unterstreicht.

Der 0:1 Rückstand nach 20 Minute war nichts als logisch und war nach einem desolaten Auftritt noch das Beste. Nach der ersten Pause fand die SIH-Auswahl besser ins Spiel, Zählbares schaute jedoch nicht heraus. Im Gegenteil: Torhüterin Florence Schelling, die in den vier Partien zuvor nicht weniger als 224 Paraden gezeigt hatte, griff nach einem harmlosen Schuss von Erica Uden Johansson daneben und schien zur tragischen Heldin zu werden. Am Ende wurde es doch noch ein Happy End.

Ungebremste Freude und der Bronze-Tanz

Entsprechend euphorisch sind die Bronzegewinnerinnen in den Interviews nach Spielschluss. Lara Stalder verschlägt es fast die Sprache: «Ich habe gar keine Stimme mehr. Wir standen mit dem Rücken zur Wand und haben es noch geschafft. Das war unglaublich. Wir haben uns den ganzen Sommer den Arsch aufgerissen und haben im letzten Drittel nochmal alles gegeben, damit wir hier nicht deklassiert werden.»

Torschützin Phoebe Staenz sieht es ähnlich: «Wir haben uns in der Garderobe vor dem letzten Drittel gesagt, jetzt zählt es. Wir haben es heute einfach mehr gewollt als die Schwedinnen.» (dux/si)

Goalie Florence Schelling enthüllt in der Stunde des Triumphs auch noch das Geheimnis um den Tortanz der Schweizerinnen zu «J'adore Hardcore»: «Wir haben eine Woche vor der Abreise nach Sotschi als Mannschaft entschieden, welches Lied gespielt werden soll, wenn wir ein Tor schiessen. Als wir es zum ersten Mal gehört haben, habe ich spontan diesen Tanz gemacht und der hat sich durchgesetzt.» (dux/si)

Phoebe Stanz tanzt den Schweizer Jubel nach ihrem Tor zum 2:2. GIF: SRF

Die ganze Schweiz freut sich mit den Hockey-Girls

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • CG aus G :-) 20.02.2014 16:36
    Highlight Grandios! Ganz herzliche Gratulation!
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 20.02.2014 16:06
    Highlight Hervorragende Leistung der Schweizer Eishockey-Spielerinnen. Lagen zuerst 0:2 im Rückstand und gaben nicht auf!! Das ist das Entscheidende - diese Olympiade hats gezeigt. Nicht aufgeben - gewinnt.
    Schade dass die Curlerinnen diese Taktik nicht angewendet haben. Die sind weit unter ihrem Wert geschlagen worden.
    2 0 Melden
    • fabi 20.02.2014 16:51
      Highlight respect mädels!
      0 0 Melden

Florence Schelling – ganz einfach die beste Torhüterin der Welt

Hätten unsere Männer einen Goalie wie Florence Schelling, dann wären sie schon lange Weltmeister. Nun ist die beste Torhüterin der Welt nach dem 2:1 gegen Schweden gar olympische Rekordhalterin.

Als sie ihre Karriere begann, war Fraueneishockey in der Schweiz eine exotische Leibesübung. Florence Schelling bringt es im Herbst 2003 als 13-Jährige – da spielt sie noch mit den Buben der ZSC Lions in der Junioren-Meisterschaft – bereits zum ersten Länderspiel. Gegen Österreich. Sie sagt: «So jung in der Nationalmannschaft zu spielen, wäre heute ganz und gar unmöglich. Die Entwicklung des Fraueneishockeys ist einfach unglaublich.»

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