Eishockey
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Tigers Spieler jubeln nach dem Sieg beim zweiten Auf-/Abstiegsplayoff Eishockey Ligaqualifikationsspiel der NLA/NLB zwischen den SCL Tigers und den Rapperswil-Jona Lakers am Samstag, 4. April 2015, im Ilfis Stadion in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bierii)

Die SCL Tigers feiern den zweiten Sieg im zweiten Spiel gegen die Lakers. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Noch ein Sieg für die SCL Tigers – und aus dem Nadelöhr wird ein Scheunentor

Chris DiDomenico hat dem maximalen Druck standgehalten. Er sichert den SCL Tigers in der Verlängerung mit einem verwerteten Penalty den Sieg. Es könnte ein Penalty für die Ewigkeit sein.



Welch ein Drama! Welch ein Held! Welch ein Jubel im ausverkauften Tempel! Und welch ein tragischer Held beim Verlierer!

Der charismatische Leitwolf Chris DiDomenico erkämpft sich in der Verlängerung die Scheibe im Drittel der Lakers und zieht alleine auf Goalie Tim Wolf los. Patrick Blatter muss die Notbremse ziehen. Penalty. Die Uhren bleiben in der Verlängerung bei 6 Minuten und 41 Sekunden stehen. Ausgerechnet Johan Fransson hat diesen Penalty durch den Scheibenverlust gegen Chris DiDomenico provoziert. Der Held, der die Lakers 8,8 Sekunden vor Schluss mit dem 3:3 in die Verlängerung gerettet hatte, wird nun zur tragischen Figur.

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Der alles entscheidende Penalty. gif: Srf

Chris DiDomenico ist ein Mann für solche Extremsituationen. Er verwertet den Penalty eiskalt zum 4:3. Sieg. Gegen Tim Wolf, den besten Einzelspieler der Lakers. Welch ein Selbstvertrauen! Diese Mischung aus Coolness und Heissblütigkeit macht die Faszination des kanadischen Stürmers aus. Er hat am meisten Strafminuten des Teams auf dem Konto. Aber er weiss, wann er kühlen Kopf bewahren muss. Vielleicht wird sich im Rückblick zeigen, dass dieses 3:4 n.V. die Niederlage zu viel für die Lakers war. Dann hätte Langnaus kanadischer Stürmer sozusagen einen Penalty für die Ewigkeit versenkt.

Chris DiDomenico wirkt nach dem Spiel völlig entspannt, fast mürrisch, murmelt die Worte in sich hinein. Er sei angelaufen, habe die Lücke gesehen und getroffen. Der grösste Moment seit seiner Ankunft im Emmental? «Ein ziemlich grosser Moment.» Er ist ein Mann mit einem «unzerstörbaren» Selbstvertrauen.

Wieder ist es den Lakers nicht gelungen, den Topskorer der Langnauer zu neutralisieren oder zu provozieren. Sie hinderten ihn zwar am Toreschiessen. Aber er gewann praktisch jedes Bully und legte zweimal für seine Mitspieler auf. Und verwertete den Penalty. Es ist immer die Leistung, die bestimmt, wer ein Held sein darf.

Aus eigener Kraft können es die Lakers nicht schaffen

Die SCL Tigers haben jetzt nur noch einen Gegner: sich selbst. Aus eigener Kraft können die Lakers den Abstieg nicht mehr vermeiden. Nun mag es nach diesem dramatischen zweiten Spiel eine gar seltsame Behauptung sein, die Lakers seien aus eigener Kraft nicht mehr dazu in der Lage, diese Serie zu gewinnen.

04.04.2015; Langnau; Eishockey Ligaqualifikation - SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers; Lakers Spieler nach dem Spiel (Sandro Stutz/freshfocus)

Für die Lakers wird es nun ganz schwierig, den ersten Abstieg der Klubgeschichte zu verhindern. Bild: Sandro Stutz/freshfocus

Die Geschichte lehrt uns ja, dass das Ding für die Lakers noch zu drehen ist. 2009 rettete sich beispielsweise der EHC Biel gegen NLB- Meister Lausanne nach zwei Auftaktniederlagen schliesslich im siebten Spiel. Lakers-Präsident Lucas Schluep (er darf als einziger reden) sprach nach dem Spiel sogar von einer «neuen Mannschaft». Man müsse nur so weiterspielen, dann sei es möglich, die Serie noch zu gewinnen.

Und doch können es die Lakers selber nicht mehr schaffen. Sie haben nicht die klaren spielerischen und taktischen Vorteile, die der NLA-Letzte eigentlich trotz allem gegenüber dem NLB-Meister haben müsste. Sie lagen in diesen zwei ersten Partien der Liga- Qualifikation nur gerade während 115 Sekunden in Führung.

Zeiter macht alles richtig

Der Trainerwechsel hatte zwar durchaus positive Auswirkungen. Der sanfte Melancholiker Michel Zeiter machte in seinem ersten NLA-Spiel alles richtig. Er ersetze den schwedischen Center Niklas Persson durch Johan Fransson. Es war ein schlauer Schachzug. Der schwedische Verteidiger stabilisierte die Abwehr und erzielte 8,8 Sekunden vor Schluss das 3:3.

In dieser zweiten Partie lief eigentlich alles für die Lakers. Sie hatten den Beistand der Hockeygötter. Beim Stande von 2:0 traf Langnaus Yves Müller den Pfosten und im Gegenzug gelang das 2:1. Neue Hoffnung statt Vorentscheidung. Und tatsächlich sollten die Lakers zweimal den Ausgleich schaffen. Erst zum 2:2 und schliesslich 8,8 Sekunden vor Schluss auch noch zum 3:3.

04.04.2015; Langnau; Eishockey Ligaqualifikation - SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers; Trainer Michel Zeiter (Lakers) (Sandro Stutz/freshfocus)

Lakers-Trainer Michel Zeiter: Ihm kann man keinen Vorwurf machen. Bild: Sandro Stutz/freshfocus

Der Trainer macht alles richtig. Das Spiel läuft für die Lakers – aber sie sind nicht dazu in der Lage, diese Geschenke der Hockeygötter anzunehmen. Am Ende gewinnt doch Langnau. Das ist für den NLA-Letzten höchst beunruhigend. Und hat es nicht auch eine gewisse statistische Logik, dass die Lakers am Abgrund stehen? Sie gewannen diese Saison bisher bloss 18 von 64 Partien. Die SCL Tigers hingegen 49 von 65 Spielen. Diese Ligaqualifikation ist auch die Auseinandersetzung zwischen notorischen Verlierern und Siegern.

Den Weg durch das Nadelöhr finden

Nicht mehr die Lakers sind jetzt die grösste Gefahr für die Langnauer, sondern die veränderten Voraussetzungen. Die Emmentaler hatten bisher nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Jetzt haben sie eine einmalig günstige Ausgangslage für die Rückkehr in die NLA zu verlieren.

Jetzt wird auf einmal klar, dass der Aufstieg doch möglich ist. Die Emmentaler haben den Stier bei den Hörnern gepackt – aber sie dürfen ihn nicht loslassen. Sie können nicht mehr besser spielen als in den zwei ersten Partien. Die Lakers aber schon. Wie wird dieses Drama bloss enden?

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  • Ja, jetzt sind sie nicht mehr zu stoppen.82%
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Um einen bildlichen Vergleich aus dem Buch der Bücher heranzuziehen: Manchmal ist es schwieriger, die letzten zwei Siege in einer Playoff-Serie einzufahren als für ein Kamel bzw. einen Tiger durch ein Nadelöhr zu schlüpfen. Wenn allerdings die Lakers am Montag auch die dritte Partie verlieren, dann wird aus dem Nadelöhr zur höchsten Liga plötzlich ein Scheunentor.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tribesman 07.04.2015 06:29
    Highlight Highlight Der Abstieg der „Lakers“ ist nur die logische Konsequenz der kumulierten Fehlleistungen die seit dem Frühjahr 96‘ am oberen Zürichsee geleistet wurde. Darunter diese ominösem Leibchen Farbe die höchstens in einer Zürcher Ausnüchterungszelle als Ersatz des Pinks durchgehen würde, oder Eldebrinks Vorsaison Ansage mit seinen 150 Gegentreffer.
  • whatthepuck 06.04.2015 12:03
    Highlight Highlight Als Hockeyfan von ganzem Herzen tut diese Serie ein bisschen weh. Beide Teams sind - seien wir doch ehrlich und objektiv - ziemlich schlecht und nicht A-würdig. Beide wären im A die Underdogs, die bemitleidet würden. Langnau hat wenigstens einen starken Rückhalt in der Region, nahe am Kult. Rappi dagegen scheint seelenlos. Als Hockeyfan ist's mir egal, wenn der SCRJ nicht mehr im A ist. Aber als Hockeyfan kann ich auch nicht sagen: "Man, Zeit dass der SCL aufsteigt!!".

    Und sorry, als Zuger an einen SCL Match, nur um GEGEN deren Gegner zu fanen? Nichts Besseres zu tun?
  • Mia_san_mia 05.04.2015 21:04
    Highlight Highlight @hereal: Wie soll ich sonst meine Meinung sagen auf dieser Seite? Hier ists leider nur möglich mittels Kommentaren. Morgen wäre ich Rappi im Stadion, Sektor C2 gleich neben den Langnau Fans
  • Mia_san_mia 05.04.2015 16:50
    Highlight Highlight @hanibal79: Klar hab ich ihn spielen sehn. Am Donnerstag live und gestern im TV. Der kann nix und passt daher zu Langnau. So eine Mannschaft muss einfach im B bleiben, es wäre schade für die Liga wenn so ein Club oben ist der es nacher wieder 10 Jahre nicht in die Playoffs schafft.
    • Steven Shank 05.04.2015 20:11
      Highlight Highlight Letzten Donnerstag in Rapperswil im Gästesektor der Langnauer: es befinden sich eingefleischte Zuger Fans unter den Langnau Fans. "Was macht denn ihr hier??" "Wir wollen euch unterstützen, denn wir wollen Rappi weg haben!"
      Dies widerspiegelt die Situation in der Schweiz ganz gut. Ich kenne viele Fans (Bern, Zug, Davos, Biel,Ambri....) die sich in einem Punkt einig sind: Langnau ins A und Rappi weg!!!!
      Du stehst ziemlich alleine da mein lieber Thomas!
    • hereal 05.04.2015 20:26
      Highlight Highlight hach das internet ist schon etwas tolles für profilneurotiker wie thomas,welche im alltag immer zu kurz kommen.
      bequem vom sicheren zuhause aus,im schutze der anonymität,wird mit dem verbalen zweihänder zugeschlagen,und thomas ist dabei sicher ganz aus dem häuschen,mit welch garstigen provokationen man um sich schlägt.
      leider gottes lässt die realität thomis äusserungen zu haltlosen nothings verkommen... ,vor irrelevanz triefend...!
    • hanibal79 06.04.2015 01:14
      Highlight Highlight Du weisst Du Thomas, Rapperswil hat mit dem Aufbau dieses jungen Teams hoch gepokert. Und wenn die Sponsoren bei einem Abstieg nicht mehr hinter diesem Verein stehen dann heisst es Lichter löschen.
      Falls Langnau dieses Jahr nicht aufsteigen sollte, probieren sie es nächstes Jahr und falls nötig halt in 2 Jahren nochmals.
  • Mia_san_mia 05.04.2015 10:57
    Highlight Highlight Es reicht trotzdem nicht, Langnau ist zu schlecht fürs A. Für diesen minderwertigen Topskorer war das gestern das Highlight seiner Karriere, mehr kann der nicht erreichen
    • simu1986 05.04.2015 11:35
      Highlight Highlight Aber gut genug für Rappi :)
    • Daylen 05.04.2015 11:36
      Highlight Highlight Ach Thomas... Deine grenzenloser optimismus ist beeindruckend! Dieses Rappi gewinnt keine 4 Spiele gegen dieses Langnau.
    • Mia_san_mia 05.04.2015 11:45
      Highlight Highlight Jaja Daylen, besser mal abwarten... So eine Mannschaft wie Langnau gehört einfach ins B, die will Niemand in der obersten Liga. Da kann man nur hoffen, dass es noch richtig herauskommt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Flurina Laflamme 05.04.2015 10:17
    Highlight Highlight Was? Ein Artikel, in dem Chris DiDomenico erwähnt wird, nicht aber seine schöne Freundin, die er dem Tennisstar ausgespannt hat? Jetzt bin ich aber doch etwas überrascht, wenn nicht sogar enttäuscht... ;)
    • 8004 Zürich 05.04.2015 12:22
      Highlight Highlight Flurina, mit medienkritischen Sarkasmus rennt man bei mir offene Türen ein. Aber Du liest Zaugg. Bei ihm geht es darum, das CH-Hockey, welches von provinzellem (zT.Klein-) Geist bis zum Big Business das gesamte Spektrum abdeckt, in kräftigen Farben zu zeichnen. Er ist ein guter Geschichten-Erzähler, weil er seine Geschichten überspitzt. Er ist ein leidenschaftlicher Romantiker, obwohl er das Geschäft kennt. Eben kein blosser Chronist, sondern ein Hockey-Barde. Da hat so was profanes wie Society keinen Platz. Ein Zaugg ist aber auch etwas wie die Bibel: Man sollte nicht alles wörtlich nehmen.
    • Flurina Laflamme 05.04.2015 12:49
      Highlight Highlight Ich stimme dir voll und ganz zu, was Zaugg betrifft. An sich finde ich den Vergleich ja ziemlich gut, um eine Aussage über DiDomenicos Charakter zu machen. Wer off-ice das Selbstvertrauen hat, sich zu nehmen, was er will, bringt auch on-ice die nötige Arroganz. Dennoch finde ich, dass das Thema inzwischen zu oft aufgegriffen wurde.
    • 8004 Zürich 05.04.2015 23:25
      Highlight Highlight Vergleiche - je verwegener, umso zaugger - sind DAS Stilmittel in einem klassischen Zaugg. Denn sie schmeicheln dem unmittelbaren Geschehen und polarisieren; und schmeicheln so auch dem Barden selbst. Gerne bedient er sich hierzu der Geschichte, manchmal auch dem Gossip, welchem er aber nicht die Achtung wie jene vor der Historie, sondern eher ein nüchternes "Danke für das Material" entgegenbringt. Stilmittel bleibt Stilmittel. Die Botschaft in jedem typischen Zaugg ist: "So könnte man es sehen." Im Gegensatz zu vielen Schriften weiss man bei einem Zaugg sofort, ob man es versteht oder nicht.

Langnau-Stars DiDomenico und Pesonen: «Der Coach befiehlt, wir haben nichts zu sagen»

Die SCL Tigers rocken diese Saison die Liga wie nie zuvor seit dem Wiederaufstieg von 2015. Die beiden ausländischen Stürmer Harri Pesonen (30) aus Finnland und Chris DiDomenico (30) aus Kanada spielen eine zentrale Rolle. Sie geben im Interview auch einen Einblick in das Leben eines Hockeyprofis im Emmental und die Besonderheiten einer ländlichen Hockeykultur.

Chris DiDomenico, Harri Pesonen, Sie haben beide ähnliche Karrieren hinter sich: zu wenig gut für die grosse NHL-Karriere, zu gut für Farmteam-Ligen …Chris DiDomenico: … Moment mal, wer sagt, dass ich nicht gut genug bin für die NHL?

Nun ja, das ist meine Einschätzung. Sie sind ja wieder hier in Langnau und nicht mehr drüben in Ottawa.DiDomenico: Es war meine Entscheidung, wieder in die Schweiz zurückzukehren.

Sie hätten Optionen in Nordamerika gehabt?DiDomenico: Ja.

Warum diese …

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