Energiewende
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

8 Fragen und 8 Antworten zum schnellsten Zug der Welt

21.04.15, 16:22 21.04.15, 16:57


1. Maglev tönt so russisch! Wieso nicht Kumiko?

Maglev steht für «Magnetic levitation», also für Magnetschwebebahn und ist demnach ein Oberbegriff. Die Testkomposition, welche 603 km/h erreichte gehört zur sogenannten L0-Serie. Jeder Wagen trägt eine andere Bezeichnung. Die Socke am Kopf des Zuges zum Beispiel läuft unter der Bezeichnung MLX01-901A. Auch nicht wirklich sexy.

epa04714049 A handout picture provided by the Central Japan Railway Co shows a screen displaying the current speed of a maglev train in Yamanashi Prefecture, central Japan, 21 April 2015. Central Japan Railway Co said its magnetic levitation train set a world speed record of 603 kilometers per hour during a manned test run in central Japan. The company began construction work in December 2014 for the maglev train service connecting Shinagawa in Tokyo and Nagoya, central Japan, which is scheduled to be launched in 2027.  EPA/JR CENTRAL  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/JR CENTRAL

2. 603 km/h auf einer Teststrecke – das kann ja jeder. Aber wie schnell wird der Zug später bei kommerzieller Nutzung «schweben»?

2027 soll die Maglev-Strecke zwischen Tokyo, Nagoy und Osaka in Betrieb genommen werden. Züge sollen dann Spitzengeschwindigkeiten von 505 km/h erreichen.

3. Wieso sieht der Maglev so kacke aus wie eine Socke?

Bei so hohen Geschwindigkeiten geht Funktionalität über Design. Frühere Versionen des JR-Maglevs besassen deutlich kürzere Nasen, schnitten aber in Punkto Aerodynamik und Geräuschemissionen schlechter ab als die Rennsocke. Für Angefressene gibt es hier weitere Infos.

Japan's maglev train setting a world speed record on an experimental track in Yamanashi Province, Tuesday 02 Decemeber 2003. The three-car magnetically levitated train reached a maximum speed of 581 kilometers per hour with technicians on board, according to Central Japan Railway Co. (JR Tokai) and the government-affiliated Railway Technical Research Institute, who operates the experimental train.  (KEYSTONE/EPA/EVERETT KENNEDY BROWN)

Was für eine Schönheit: Die MLX01-1. Doch sie schaffte «nur» 581 km/h. Bild: EPA

4. Weshalb hat es keine Windschutzscheibe? So sieht der Lokomotivführer doch gar nichts!

Dieses System wird computergesteuert und benötigt keinen «Lokomotivführer» mehr.

The L0 (L zero) series magnetic-levitation train, developed by Central Japan Railway Co., sits parked on a test track at the control center before a trial run in Tsuru City, Yamanashi Prefecture, Japan, on Thursday, Aug. 29, 2013. Japan resumed trial runs for the world's fastest magnetic-levitation train that will complement the Shinkansen bullet-train network when ready in 2027. Photographer: Yuriko Nakao/Bloomberg

Der MLX01-901A kommt ohne Windschutzscheibe aus. 

5. Was passiert eigentlich, wenn eine japanischen Singdrossel (Turdus philomelos) vor den Zug fliegt?

Das Aufeinandertreffen endet leider in den meisten Fällen tödlich.

Tatsächlich stellen Vögel wie für Flugzeuge auch für Hochgeschwindigkeitszüge eine echte Gefahr dar. 2013 zerstörte eine Taube die Windschutzscheibe eines Hochgeschwindigkeitszuges in China. 90 Prozent der geplanten Maglev-Strecke in Japan soll aber unterirdisch verlaufen, womit das Problem elegant umschifft wird.

6. Wie viel Energie benötigt der Maglev im Vergleich mit einem SBB-Zug? 

Bei tiefen Geschwindigkeiten wird von 15 Prozent mehr Energie ausgegangen. Bei höheren Geschwindigkeiten steigt der Energieaufwand aufgrund des Luftwiderstandes allerdings exponentiell. So benötigt ein Zug mit 400 km/h mehr als doppelt so viel Energie wie ein Zug mit Tempo 300.

FILE - This Aug. 20, 2013 aerial file photo shows the Fukushima Dai-ichi nuclear plant at Okuma town in Fukushima prefecture, northeastern Japan. Japanese government auditors said the operator of the nuclear plant has wasted more than a third of the 190 billion yen ($1.6 billion) in taxpayer money allocated for cleaning up the plant after it was destroyed by a March 2011 earthquake and tsunami. A Board of Audit report describes various expensive machines and untested measures that ended in failure. It also says the cleanup work has been dominated by one group of Japanese utility, construction and electronics giants despite repeated calls for more transparency and greater access for international bidders. (AP Photo/Kyodo News, File) JAPAN OUT, MANDATORY CREDIT

Aufräumarbeiten in Fukushima. Japan nahm nach 3.5 Jahren ohne Atomenergie Ende 2014 wieder Atomreaktoren in Betrieb. Bild: AP/Kyodo News

7. Wird es mir beim Hinausschauen bei so hohen Geschwindigkeiten nicht schlecht? 

Wie gesagt: 90 Prozent der japanischen Maglev-Strecke wird unterirdisch verlaufen. Panoramawagen wird es also kaum geben. Ausserdem beginnen Reisekrankheiten bekanntlich nicht erst bei hohen Geschwindigkeiten.

8. Geil, geil, geil. Magnetschwebebahn! Gibt es so etwas auch bald in der Schweiz? 

Es gibt Bemühungen und Ideen. Eines der Projekte will Pendler in 20 Minuten von Zürich nach Bern transportieren. Auf eine differenzierte Auseinandersetzung soll hier aber auf Kosten einer Provokation verzichtet werden: Die Schweiz hat für solch progressive Projekte einfach zu wenig Schneid. 

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«VBS tut zu wenig fürs Klima» – Junge GLP will Solar-Kasernen und Elektro-Truppenfahrzeuge

Die Schweizer Armee soll beim Klimaschutz ein «Vorbild» werden, finden die Jungen Grünliberalen. Deshalb soll sie auf Solarenergie und Elektrofahrzeuge setzen. Die Armee tue bereits sehr viel im Kampf gegen den Klimawandel, sagt das VBS.

Das Verteidigungsdepartement VBS und die ihm unterstellte Armee gehören zu den grössten Energieverbrauchern der Schweiz. Das belegen Zahlen aus dem Energiekonzept VBS 2020 aus dem Jahr 2013:

Die Grossverbraucherin Armee hat sich dazu bekannt, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Bis 2020 will das VBS den CO2-Ausstoss gegenüber dem Jahr 2001 um 20 Prozent reduzieren. Sie müsse eine Vorbildfunktion wahrnehmen, hielt sie 2013 im Energiekonzept fest.

Aus Sicht der Jungen Grünliberalen (JGLP) …

Artikel lesen