Energiewende

8 Fragen und 8 Antworten zum schnellsten Zug der Welt

21.04.15, 16:22 21.04.15, 16:57

1. Maglev tönt so russisch! Wieso nicht Kumiko?

Maglev steht für «Magnetic levitation», also für Magnetschwebebahn und ist demnach ein Oberbegriff. Die Testkomposition, welche 603 km/h erreichte gehört zur sogenannten L0-Serie. Jeder Wagen trägt eine andere Bezeichnung. Die Socke am Kopf des Zuges zum Beispiel läuft unter der Bezeichnung MLX01-901A. Auch nicht wirklich sexy.

Bild: EPA/JR CENTRAL

2. 603 km/h auf einer Teststrecke – das kann ja jeder. Aber wie schnell wird der Zug später bei kommerzieller Nutzung «schweben»?

2027 soll die Maglev-Strecke zwischen Tokyo, Nagoy und Osaka in Betrieb genommen werden. Züge sollen dann Spitzengeschwindigkeiten von 505 km/h erreichen.

3. Wieso sieht der Maglev so kacke aus wie eine Socke?

Bei so hohen Geschwindigkeiten geht Funktionalität über Design. Frühere Versionen des JR-Maglevs besassen deutlich kürzere Nasen, schnitten aber in Punkto Aerodynamik und Geräuschemissionen schlechter ab als die Rennsocke. Für Angefressene gibt es hier weitere Infos.

Was für eine Schönheit: Die MLX01-1. Doch sie schaffte «nur» 581 km/h. Bild: EPA

4. Weshalb hat es keine Windschutzscheibe? So sieht der Lokomotivführer doch gar nichts!

Dieses System wird computergesteuert und benötigt keinen «Lokomotivführer» mehr.

Der MLX01-901A kommt ohne Windschutzscheibe aus. 

5. Was passiert eigentlich, wenn eine japanischen Singdrossel (Turdus philomelos) vor den Zug fliegt?

Das Aufeinandertreffen endet leider in den meisten Fällen tödlich.

Tatsächlich stellen Vögel wie für Flugzeuge auch für Hochgeschwindigkeitszüge eine echte Gefahr dar. 2013 zerstörte eine Taube die Windschutzscheibe eines Hochgeschwindigkeitszuges in China. 90 Prozent der geplanten Maglev-Strecke in Japan soll aber unterirdisch verlaufen, womit das Problem elegant umschifft wird.

6. Wie viel Energie benötigt der Maglev im Vergleich mit einem SBB-Zug? 

Bei tiefen Geschwindigkeiten wird von 15 Prozent mehr Energie ausgegangen. Bei höheren Geschwindigkeiten steigt der Energieaufwand aufgrund des Luftwiderstandes allerdings exponentiell. So benötigt ein Zug mit 400 km/h mehr als doppelt so viel Energie wie ein Zug mit Tempo 300.

Aufräumarbeiten in Fukushima. Japan nahm nach 3.5 Jahren ohne Atomenergie Ende 2014 wieder Atomreaktoren in Betrieb. Bild: AP/Kyodo News

7. Wird es mir beim Hinausschauen bei so hohen Geschwindigkeiten nicht schlecht? 

Wie gesagt: 90 Prozent der japanischen Maglev-Strecke wird unterirdisch verlaufen. Panoramawagen wird es also kaum geben. Ausserdem beginnen Reisekrankheiten bekanntlich nicht erst bei hohen Geschwindigkeiten.

8. Geil, geil, geil. Magnetschwebebahn! Gibt es so etwas auch bald in der Schweiz? 

Es gibt Bemühungen und Ideen. Eines der Projekte will Pendler in 20 Minuten von Zürich nach Bern transportieren. Auf eine differenzierte Auseinandersetzung soll hier aber auf Kosten einer Provokation verzichtet werden: Die Schweiz hat für solch progressive Projekte einfach zu wenig Schneid. 

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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