England

Screenshot einer Überwachungs-Kamera: als die Behörden Alan K. beschwerdefrei herumgehen sahen, wurden sie misstrauisch. Bild: AP/Siouth Wales Police

Absurder Fall in Wales

Aus Angst vor Gerichtstermin: Waliser hat zwei Jahre lang Koma vorgetäuscht 

Erst soll er seinen Nachbarn betrogen haben, dann die Justiz: In Wales hat ein Mann zwei Jahre lang eine Querschnittslähmung und komatöse Zustände vorgetäuscht – um einer möglichen Verurteilung zu entgehen. 

23.10.14, 15:19 23.10.14, 15:49

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Ein 47-Jähriger aus Wales hat zwei Jahre lang so getan, als sei er vom Hals abwärts gelähmt und falle immer wieder ins Koma. Damit wollte Alan K. einer möglichen Verurteilung wegen Betruges entgehen, wie unter anderem die BBC berichtet. Hilfe bekam der Beschuldigte demnach von seiner Ehefrau, die das Täuschungsmanöver deckte.

Die Geschichte begann mit einem mutmasslichen Betrug. K. soll seinen Nachbarn um 40'000 britische Pfund Ersparnisse und Aktien gebracht haben, heisst es in dem Bericht. Deshalb sei er angeklagt worden. Um nicht vor Gericht erscheinen zu müssen, dachte sich der Brite gemeinsam mit seiner Frau offenbar die Lügengeschichte aus: Er sei beim Herunterlassen des Garagentores gestürzt und habe sich dabei so schwer verletzt, dass er nun gelähmt sei. Dadurch komme es zudem immer wieder vor, dass er ins Koma falle. 

raeannwill

Laut «Daily Mail» behauptete die Ehefrau sogar, ihr Mann könne sich weder bewegen noch sprechen. Der einzige Weg, mit ihm zu kommunizieren, sei über Augenkontakt. Sie pflege ihren Mann zu Hause. Lange Zeit kam das Paar mit dieser Geschichte auch durch: Jedes Mal, wenn ein Gerichtstermin anstand, fiel der Beschuldigte vermeintlich ins Koma oder sein Gesundheitszustand verschlechterte sich dramatisch. Das zuständige Gericht in Swansea verschob daraufhin die Termine mehrfach. 

twitter/drew7167

Zudem kassierte K. nach Angaben der BBC Sozialhilfe. Doch die Ärzte wurden dem Bericht zufolge misstrauisch, als sie ihren Patienten während eines Krankenhausaufenthaltes plötzlich beim unbeschwerten Essen und Schreiben erwischten. Zudem habe die Polizei Videoaufnahmen entdeckt, auf denen K. mit seiner Familie völlig gesund durch ein Einkaufszentrum geschlendert sei. 

Nachdem mitgeteilt worden war, dass ihm auch in Abwesenheit der Prozess gemacht werde, erschien der Mann vor Gericht. Er bekannte sich des Diebstahls und der Urkundenfälschung für schuldig. Richter Paul Thomas sagte, eine Haftstrafe sei wahrscheinlich – man müsse eine starke Botschaft an potentielle Nachahmer schicken. K. sei zwar ein begabter Schauspieler; aber er sei nicht annähernd in dem Zustand, den er vorgegeben habe. Die angeblichen Leiden seien «einfach nicht existent.» Das Urteil soll im kommenden Monat verkündet werden. (jbe) 

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Sp33dy 23.10.2014 17:17
    Highlight Sowas muss doch den Ärzten sofort auffallen..?! Ganz schön dreist. Ein klarer Fall für RTL!;)
    11 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 28.10.2014 06:56
      Highlight Das verwundert mich gar nicht; Die heutigen Ärzte können teils nicht mehr zwischen Nierensteine und Blähungen unterscheiden... Nicht alle, aber viele. Leider...
      1 0 Melden

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