FIFA

Russland soll dem Uefa-Präsidenten Platini einen Picasso geschenkt haben. Bild: Getty Images Europe

Berichte in britischen Medien

Geheimdienste sollen bei WM-Vergabe mitgemischt haben 

Neue Details im Fifa-Skandal: Laut britischen Medien waren Geheimdienste in die umstrittene WM-Vergabe 2018 involviert. Die «Sunday Times» spekuliert sogar darüber, dass Russland Michel Platini ein Picasso-Gemälde geschenkt habe.

30.11.14, 12:36 30.11.14, 14:41

Ein Artikel von

Im Fifa-Skandal rund um die WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar sind abermals Details veröffentlicht worden. So berichtet die britische Zeitung «Sunday Times» von neuem, bislang unbekanntem Material, das englische Fussball-Offizielle belasten soll. Demnach liefern die Schriftstücke Anhaltspunkte dafür, dass es rund um Englands WM-Bewerbung 2018 zu Geheimdienstaktionen gegen rivalisierende Nationen gekommen sei.

Verantwortliche sollen eine Datenbank mit vertraulichen Informationen und Gerüchten zu den Konkurrenten angelegt haben, deren Inhalt private Firmen und sogar britische Botschaften im Ausland beschafft haben sollen. Laut Medienberichten waren daran unter anderem britische MI6-Agenten beteiligt.

In dem Material, aus dem die «Sunday Times» zitiert, soll es ausserdem Hinweise darauf geben, dass Russland dem Uefa-Präsidenten Michel Platini für dessen Unterstützung ein vermeintliches Picasso-Gemälde zukommen liess. Eindeutige Beweise kann die britische Zeitung allerdings nicht vorlegen.

EU soll Neuanfang forcieren

Derweil hofft die australische Whistleblowerin Bonita Mersiades darauf, dass das Europäische Parlament einen Neuanfang beim Fussball-Weltverband forcieren kann: «Ich werde im Januar das EU-Parlament besuchen und hoffe, dass sich mit der breiten Unterstützung aller Mitglieder endlich eine Wende erzwingen lässt», sagte die frühere PR-Chefin von Australiens WM-Bewerbung für 2022 der «Bild am Sonntag». Die Fifa sei nicht in der Lage, «sich selbst zu reinigen».

Nach dem Bericht von Fifa-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert zum Manipulationsverdacht über die Vergaben der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar hatte Bonita Mersiades heftige Kritik an der Zusammenfassung der vorherigen Untersuchungen geübt. Die von Eckert durch eindeutige Beschreibungen identifizierte Informantin von Fifa-Chefermittler Michael J. Garcia nannte die vermeintliche Aufklärung aufgrund der undurchsichtigen Umstände «eine grosse Komödie».

Ihr bevorstehender Besuch des EU-Parlaments ist möglicherweise nicht der einzige Kontakt zu Europa-Politikern. Schon kurz nach Vorlage von Eckerts Bericht hatten EU-Parlamentarier in sozialen Netzwerken Bemühungen um die Einberufung einer Fifa-Reform-Konferenz zu Beginn des kommenden Jahres in Brüssel angedeutet. (psk/mrr/sid)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zap 30.11.2014 12:51
    Highlight Mir ist ein Fehler im Artikel aufgefallen : "Im FIFA Skandal..." sollte mit: "Der Skandal (FIFA) ...." beginnen.
    Davei wäre alles es so einfach, die FIFA schreibt suf ebay aus und das höchste Angebot gewinnt.
    2 0 Melden

Platini bleibt suspendiert und muss deshalb morgen die EM-Auslosung wie wir im TV schauen

Das Internationale Sportgericht CAS hat den Einspruch von UEFA-Präsident Michel Platini gegen seine Sperre abgelehnt. Der Franzose bleibt damit für alle Aktivitäten im Fussball-Geschäft gesperrt.

Platini hatte am Dienstag beim CAS in Lausanne ausgesagt, in der Hoffnung, dass seine Sperre ausgesetzt wird. Wäre dies geschehen, hätte der 60 Jahre alte Ex-Star von Juventus Turin morgen an der Auslosung der EM-Gruppen in Paris teilnehmen können. Es wäre angesichts der Umstände ein grosser symbolischer Erfolg für Platini gewesen.

Die Ethikkommission des Weltverbands FIFA hatte ihn am 7. Oktober für 90 Tage gesperrt. Hintergrund ist eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Franken im Jahr 2011 …

Artikel lesen