Fashion
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mode für Sexarbeiter: Die Prinzessin auf dem Burger

Flavinia träumt davon, eine Misswahl zu gewinnen. Joan will heiraten, Gabby in einem Luxusbordell arbeiten. Ein Designer hat die Träume von Sexarbeiterinnen in atemberaubend eigentümliche Mode verwandelt.

16.02.16, 22:16 17.02.16, 09:45


Ein Artikel von

Viele von ihnen leben unter einer Brücke, schlafen neben Graffiti-besprühten Pfeilern auf Pappkartons oder dünnen Matten. Sie stammen aus verschiedenen Gegenden Südafrikas, und sie sind hier in Kapstadt gestrandet, sie sind unterschiedlich alt, haben verschiedene Hautfarben, aber eine ähnliche Vergangenheit, in der oft Drogen und Alkohol eine grosse Rolle spielen. Ähnlich sind sie sich auch in dem unbedingten Wunsch, sich selbst Ausdruck zu verleihen.

Der holländische Fotograf Jan Hoek und der Modedesigner Duran Lantink haben Prostituierte in der südafrikanischen Metropole besucht. Sie fragten die Sexarbeiter, von welchen Dingen sie träumen, wie sie sich am liebsten anziehen und stylen. Joan Collins etwa will einmal heiraten und sieht sich in einem opulenten Hochzeitskleid. Flavinia träumt davon, einmal als Miss Afrika ein Krönchen auf dem Kopf zu tragen.

Die beiden sind Teil der Gruppe Sistaazhood, die zu SWEAT (Sex Workers Education & Advocacy Taskforce) gehört, einer Organisation, die sich für die Rechte der Frauen und Männer einsetzt, die im Sexgewerbe arbeiten. In Sistaazhood organisieren sich Transsexuelle, die sich prostituieren.

Designer Lantink hat versucht, die Träume der Transsexuellen in Mode zu übersetzen und entwarf verschiedene Outfits für sie. Um die Entwürfe zu beschreiben, braucht man nicht viele Worte: ein bisschen Tüll, ein bisschen Netzstoff, viel Latex, viel Leder, viel Lack – und sehr viel Mut. Im konventionellen Sinne schön sind die Kleidungsstücke nicht, aber sie verraten viel davon, wie die Sexarbeiter sich selbst sehen. «Sie wollen sexy sein, aber nicht erwartbar sexy», sagte Fotograf Hoek dem «British Journal of Photography».

Gabby, eine 29 Jahre alte Sexarbeiterin, die einmal in einem Luxusbordell mit Gold an den Wänden arbeiten will, sagte dem Magazin: «Ich entscheide mich immer für Kleidung, die andere niemals tragen würden. Ich hasse Teile, die zusammenpassen. Ich will einzigartig sein.»

Auch ihre Kolleginnen suchen nach Einzigartigkeit. Wie sie diese finden, sehen Sie hier.

kha

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nein, Gertrud, meine Tattoos sind «kein Schrei nach Aufmerksamkeit»

Danke der Nachfrage, aber mir geht es gut und nein, du darfst nicht «schnell mal anfassen» oder «nachsehen».

Der Sommer ist für viele Tätowierte ein schwieriges Pflaster. Jetzt, wo die Tattoos nicht mehr von Pullovern verdeckt werden (können) und für jedermann und -frau öffentlich beurteilbar sind, häufen sich die ungebetenen Kommentare. Im Freibad. Beim Bäcker. Beim Grillen mit den Freunden der Nachbarn.  

Ich weiss, wovon ich spreche. Statt mir in die Augen zu schauen, kleben die Blicke der Fremden seit drei Monaten an meinen Armen. Manchmal werden sie übergriffig:

Deshalb habe ich hier für …

Artikel lesen